Monthly Archives: Dezember 2017

Rom und Cremona, Italien: Angriffe auf ENI

übersetzt von croce nera anarchica

Rom: 6 Autos von ENI angezündet

1. Dezember. 6 Autos des Carsharing-Unternehmens „Enjoy“, das zu ENI-Trenitalia¹ gehört, wurden für die Verwicklungen von ENI in Libyen abgefackelt. Greifen wir ENI überall an.

Solidarität mit den Inhaftierten und Angeklagten von Scripta manent, von Florenz, an die von der Repression getroffenen Gefährt_innen in Frankreich und Polen wegen den abgefackelten Bullenkarren, an die Angeklagten vom Brenner und an all diejenigen, die sich diesem verfaulten Existiereneden nicht beugen. Ein Gruss an Krem in der Isolation.


Cremona: ENI-Tankstelle angegriffen

In der Nacht vom 11. auf den 12. Dezember haben wir eine ENI-Tankstelle in Cremona sabotiert. Einige Tanksäulen sind ausser Betrieb und eine Self-Service-Station kann nicht mehr gebraucht werden. Wir haben das gemacht, weil die Regierung zugunsten von ENI Menschen in Libyen vergewaltigt und ihnen Gewalt antut. Ferner verwüstet ENI die Welt und arbeitet am Bau der TAP² im Salento mit. Das ist genug, um die ohrenbetäubende Stille zu durchbrechen.


Anm. d. Ü:
¹ ENI ist ein italienischer Öl- und Gaskonzern. Trenitalia ist das italienische Zugunternehmen, ähnlich der SBB in der Schweiz.

² TAP steht für Trans-Adriatic-Pipeline, eine Gas-Pipeline, die Süditalien, durch die Adria, über Albanien und Griechenland mit der Trans-Anatolischen-Pipeline verbinden soll. Eine Broschüre zu den Kämpfen dagegen findet ihr hier.

Lugano: Demo gegen Rassismus, Faschismus, Kapitalismus und gegen alle Grenzen

übersetzt und zusammengefasst von ticinonews und tio.ch

Etwa 50 Personen haben am Samstag, 23. Dezember in Lugano an einer unbewilligten Demo „gegen Rassismus, Faschismus, Kapitalismus und gegen alle Grenzen“ teilgenommen. Der Umzug war mehrheitlich friedlich. Es kam aber zu einigen Vandaleakten, wie zum Beispiel die Sprayereien im Stadtzentrum.

Basel: Communiqué zur verhinderten Demo „Zämme gege Repression“

gefunden auf barriakde

Gestern Nachmittag haben sich rund 150 Personen im Kleinbasel versammelt, um gegen staatliche Repression auf die Strasse zu gehen.

Masken wurden verteilt und die Teilnehmenden dazu aufgerufen, sich unkenntlich zu machen, um sich vor Repression zu schützen. Nach verschiedenen Redebeiträgen zu Vermummung und intelligenter Videoüberwachung, zur Arbeit der Antirep-Gruppe Basel und zu Racial Profiling setzte sich die Demonstration in Bewegung.

Entschlossen und mit neuen Liedern zog die Menge Richtung Claraplatz, in der Hammerstrasse fand der Umzug nach wenigen hundert Metern jedoch ein jähes Ende. Polizist*innen versperrten die Strasse und kesselten alle Anwesenden. Trotz des martialischen Auftretens der Polizei trugen Parolen, Lieder und Redebeiträge die Anliegen der Demo nach aussen und sorgten für eine solidarische Stimmung untereinander. Eine Gruppe lud zudem zum gemeinsamen Abzeichnen der Uniformierten ein. Nach einer halben Stunde konnte sich die Demo zurück zum Startpunkt bewegen und sich gemeinsam der Personenkontrolle durch die Polizei entziehen. Vor dem Hirscheneck gab es weitere Redebeiträge von einer illegalisierten Person und zur geräumten Schwarzen Erle.

Eine Demo, die die geplante Route nicht laufen kann, ist kein Erfolg. Beim vorhandenen Polizeiaufgebot und dessen eskalativen Auftreten war an diesem Tag aber nicht mehr möglich. Die Demo reiht sich damit ein in jene Gründe, die uns ursprünglich auf die Strasse gebracht haben. Es ist und bleibt wichtig, auf die Strasse zu gehen und den reibungslosen Ablauf des Alltags zu stören. Wann und wie wir das tun, entscheiden wir selbstbestimmt, ohne nach einer Bewilligung zu fragen. Denn Bewilligungen sind Teil der Bevormundung und Einbindung des Staates, gegen die wir uns zu Wehr setzen.

Den Kampf gegen Repression und für einen selbstbestimmten Widerstand gilt es weiterzuführen – gegen eine Einteilung in „friedliche“ und „gewalttätige“ Demonstrierende und gegen die schleichende Delegitimierung unbewilligter Anlässe. Die gemeinsame Solidarität und gegenseitige Unterstützung, auch bei unterschiedlichen Ausgangslagen, ist ein entscheidendes Element beim Kampf für eine Gesellschaft ohne Staaten und deren Repressionsmechanismen. Wie die Beispiele im Flyertext zeigen, sind unzählige Menschen aber tagtäglich von staatlicher Repression betroffen. Das Durchbrechen der Vereinzelung und der Widerstand gegen die Repression müssen auch im Alltag weitergeführt werden.

Auf ein solidarisches und kämpferisches 2018!

Leipzig, Deutschland: Farbe und Glasbruch bei Ausländerbehörde

gefunden auf chronik

Zum heutigen ‚Internationalen Tag gegen den Krieg gegen Gefluechtete‘ haben wir die Auslaenderbehoerde Leipzig, ein Symbol fuer den strukturellen Rassismus gegen Migrant*innen, angegriffen. Wir haben die Fassade mit Farbe und Text verschoenert und ein paar Dellen in den Scheiben hinterlassen.

Libyen dient der EU als Tuersteher. Im Zuge bilateraler Abkommen hat das dortige Regime Zuwendungen erhalten um Migration nach Europa zu verhindern: Hohe Zahlungen, Material und Ausbildungsvertraege fuer Polizei und Soldaten im Austausch fuer die faktische Verlagerung der europaeischen Auszengrenze nach Nordafrika. Versklavung, Vergewaltigung, Folter, Menschenhandel, Gefangenschaft und Ermordungen, zum Beispiel durch die libysche Kuestenwache werden dabei billigend in Kauf genommen und teils aktiv unterstuetzt.

Wir moechten in Anlehnung an eine Erklaerung der Black Community Deutschland (Berlin, 25. November 2017) feststellen und fordern:

– Wir verurteilen die rassistisch motivierte Versklavung, Vergewaltigung, Ermordung, Folter, Menschenhandel und Gefangenschaft von Migrant*innen in Libyen aufs Schaerfste

– Angesichts der Tatsache, dass sie im Auftrag der EU handeln, die im Rahmen ihrer rassistischen Abschottungspolitik nordafrikanischen Regierungen und Milizen Millionenbetraege zahlen, damit sie afrikanische Gefluechtete daran hindern nach Europa zu kommen, sind die NATO- und EU- Staaten, wie die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien und England Verursacher und Mittaeter der Versklavung der Menschen in Libyen.

– Wir fordern die Abschaffung der rassistischen Abschottungs- und Abschreckungsmechanismen gegen Gefluechtete und Migrant*innen, sowohl auf der Ebene der EU (z.B. Frontex, das Dublin Abkommen, usw.), als auch in den jeweiligen EULaendern.

– An dieser Stelle, muss betont werden, dass alle gegenwaertigen Formen von Versklavung Schwarzer Menschen in Erinnerung rufen, dass die weiße Vorherrschaft und westliche Hegemonie auf Voelkermorden, Deportation und Versklavung und auf kolonialen Strukturen aufbaut und dass die westlichen Laender diese verbrecherische Geschichte immer noch nicht aufgearbeitet haben. Daher fordern wir die westlichen Laender auf, sich der Verantwortung zu stellen, ihre Verbrechen gegen Afrika und Schwarze Menschen weltweit anzuerkennen und Reparationen und Entschaedigungen zu zahlen.

– Wir erklaeren uns mit dem Kampf fuer die totale und komplette Befreiung Afrikas zu verbessern, zu intensivieren und zu beschleunigen solidarisch. Und das muss auf allen Ebenen passieren: politisch, oekonomisch, militaerisch, institutionell, kulturell, wissenschaftlich, technologisch, religioes, spirituell, usw. Dabei muessen wir sofort aus den bilateralen und multilateralen Abkommen, Strukturen und Institutionen aussteigen, die uns gefangen halten und uns unseren Ausbeutern, Versklavern, Vergewaltigern und Unterdrueckern hoffnungslos ausliefern.

Die Erklaerung wurde durch uns teils leicht abgeandert und an einigen Stellen gekuerzt.
Original: http://thevoiceforum.org/node/4420

Freedom of Movement!

Bern: Militante Intervention gegen die Polizei auf dem Vorplatz

gefunden auf barrikade

Seit längerem wird der autonome Freiraum Reitschule von der Polizei gefährdet. Seit mehreren Wochen postiert sich die Polizei immer wieder mit Mannschaftswagen auf dem Vorplatz der Reitschule. Die Polizei provoziert und veranstaltet Menschenjagden.
Dabei geht sie nach alter rassistischer Manier vor.
Am Dienstag Abend haben wir die auf dem Vorplatz herumlungernde Polizeipatrouille mit Flaschen beworfen und mit einer Rakete beschossen.

Die Reitschule soll ein Ort sein, an dem Mensch sich frei bewegen kann und sich nicht vor Repression fürchten muss. Ein Freiraum, fernab der Gewalt des Staates.

Da Worte bis jetzt nicht Wirkung zeigten, haben wir am Dienstag Abend die auf dem Vorplatz herumlungernde Polizeipatrouille mit Flaschen beworfen und mit einer Rakete beschossen.
Daraufhin zog sich die Polizei zurück und der Vorplatz konnte wieder gefahrlos betreten werden.

Wir sehen unsere Aktion als Kommunikationsweg, um deutlich zu machen, dass die Polizei im Perimeter Reitschule nichts zu suchen hat.
Wir fordern die Polizei auf, ihre sinnlosen, gewaltsamen, rassistischen und menschenverachtenden Einsätze rund um die Reitschule einzustellen.

Sollte die Polizei sich nicht von der Reitschule fernhalten, werden weitere Aktionen von unserer Seite folgen

Alle Reitschüler_innen, Reitschulbesucher_innen und Menschen mit Civilcourage rufen wir dazu auf sich der Polizeigewalt nicht einfach tatenlos zu fügen, sondern selber dagegen Aktiv zu werden.

Ob friedlich oder militant wichtig bleibt der Widerstand.

faulste Stadtguerilla der Welt 2. Generation

 

Lugano: 23. Dezember – Umzug gegen Rassimus, Faschismus, Kapitalismus und gegen alle Grenzen

übersetzt von frecciaspezzata

WIR SUCHEN KEINEN FRIEDEN
GEGEN KRIEG UND RASSISMUS REBELLIEREN WIR!

Treffpunkt um 14.00 auf dem Piazza Molino Nuovo in Lugano.

DIE ZEICHEN EINES ENTSETZLICHEN FRIEDENS

Sie wollen uns glauben machen, dass alles in Ordnung ist…

– Ein Polizist tötet in Brissago in ohrenbetäubender Stille der Komplizenschaft einen Migranten.

– In Balerna stirbt ein Migrant auf dem Dach eines Zuges, wo er den Kontrollen der Grenzwächter zu entkommen versucht.

– In einem „Empfangszentrum / unterirdischen Bunker“ in Camorino wird ein Asylbewerber von der Polizei und einem Security gefoltert. Sie fesseln ihn mit Handschellen an eine Dusche und drohen ihm über Stunden.

– In Locarno greift ein Neonazi der Crew38 einen jungen Mann an und verletzt diesen mit einer Klinge.

– In Lugano, einer Stadt voller Kameras, Polizisten und Securitys kann man auf der Strasse keine Rosen verkaufen oder betteln, denn die Polizei verfolgt, raubt, entführt und verprügelt, während ganze Quartiere im Namen der Sicherheit durchsucht werden, um den Luxus zu verteidigen.

– Im ganzen Tessin werden alle, die keine weisse Haut haben, von der Polizei und der Grenzwache angehalten, durchsucht, geschlagen, deportiert.

– Während die rechten Parteien Rassismus schüren, planen die Führer_innen der Linken Konzentrationslager für Migranten und schlagen Abschiebungen vom Flughafen Agno vor.

– In Lugano empfangen die Lega Nord und der Bürgermeister Borradori mit der Beteiligung von linken und rechten Politiker_innen unter grossem Prunk die Kriegsverbrecherin Tzipi Livni. Vor Trump hat bereits Borradori Jerusalem als Hauptstadt des Staates Israel vorgeschlagen.

– Die Demokratie ist eine Illusion der Partizipation: Die Interessen des Staates, der Politiker_innen und der ökonomischen Macht werden nie beeinträchtigt. Wir sind frei, das zu wählen, was sie uns auftischen: Wen wählen und was kaufen?

– In diesem schwachsinnigen Klima des „zuerst die Unseren“, kommt zuallererst bloss die Ausbeutung, der Verlust der Aufenthaltsgenehmigungen und die Abschiebungen (zum Beispiel von Minderjährigen, die hier geboren und aufgewachsen sind!), die mit der Prekarisierung und den Entlassungen begründet werden!

– Das Tessin ist der erste Kanton der Schweiz, der das Burka-Verbot mit rassistischen und islamophoben Begründungen verabschiedet hat. Das Anti-Hooligans-Gesetz kann so auch auf nicht-sportliche Kundgebungen erweitert werden.

– Im Tessin werden jegliche Ideen und Ausdrücke der Freiheit, der Gemeinschaftlichkeit und der Zusammenkunf isoliert und verdrängt. Von der Bar zum Stadion zu den Konzerten, alles ist kontrolliert, befriedigt, entleert und kommerzialisiert.

– Die Schule, die sich mehr und mehr den Aufrufen der nationalistischen Rechten anpasst, ist ein Transmissionsriemen neoliberaler Ausbeutung. In Lugano drängt die Bauspekulatuion, den teuersten und elitärsten Universitätscampus von Europa zu bauen.

– Journalist_innen, lokale Medien und Onlineportale schüren ein Klima des Hasses und der Angst, verändern und verzerren die Fakten und die Realität. Auf diese Art tragen sie dazu bei, Unsicherheit zu schaffen und einen Sicherheitsstaat rechtzufertigen.

– Schweizer Unternehmen und Finanzinstitute verwüsten den Planeten, um Berge an unnützen Waren herzustellen, die die Schaufenster füllen und die Reichen noch reicher werden lassen.

WIR WISSEN, WER UNSICHERHEIT UND TERROR AUF DEN STRASSEN SCHAFFT.

WIR WISSEN, WER ZU SEINEM EIGENEN WAHLVORTEIL ZU XENOPHOBIE UND RASSISMUS DRÄNGT, UM JEGLICHEN AUSDRUCK DER VERWEIGERUNG ZU ERSTICKEN.

WIR WISSEN, DASS DER ANSTAND DIESES SCHANDKANTONS NUR DAS WEISSE GESICHT EINER MÄNNERBANDE VON EINHEIMISCHEN GESCHÄFTSLEUTEN UND KAPITALISTEN IST.

AUS ALL DIESEN GRÜNDEN UND UM UNS DIESEM FÜRCHTERLICHEN FRIEDEN ZU WIDERSETZEN, GEHEN WIR AUF DIE STRASSE GEGEN RASSISMUS, FASCHISMUS, KAPITALISUS UND GEGEN ALLE GRENZEN.

GEGEN DIEJENIGEN, DIE DIE REBELLISCHEN HERZEN AUSLÖSCHEN WOLLEN.

Paris, Frankreich: Anti-Knast Aktion an der Universität Sorbonne

übersetzt von sans attendre demain

Ein runder Tisch rund um die „Menschenrechte im Gefängnis“ fand am Donnerstag, 24. November in der Sorbonne statt. Organisiert wurde der Anlass von der Vereinigung Farapej. Ein dutzend Personen haben ihren „Dialog“ gestört, an dem u.a. Patrice Bourdaret, Direktor des Gefängnisses von Villenauxe-la-Grande (Aube), teilgenommen hat.

Unterbrechungen, Slogans, Transparente, Flyer (siehe unten) und Stinkbomben trafen auf einige komplizenhafte Schmunzler im Publikum und auf eine gegenseitige Feindschaft mit den Organisatoren und ihren Verteidigern.

Während der Staat seine Inhaftierungsmaschine perfektioniert und 33 neue Knäste bauen wird, vermehren wir die Sandkörner in seinen Getrieben.

Solidarität mit allen, die sich im Alltag gegen die Bullen, die Justiz und die Einsperrung auflehnen.

Der verteilte Flyer:

Das Gefängnis ist nicht zu denken, nicht zu verbessern, nicht zu ersetzen, aber zu zerstören!!!

Wir befinden uns heute im Rahmen der „nationalen Tage des Gefängnisses“, eine Woche, die unter anderen von den zentralen Institutionen organisiert wurde, die in den Käfigen des Staates arbeiten. All diese Organisationen, die Seite an Seite mit den Behörden zusammen arbeiten, die für ihr „humanitäres“ Engagement bekannt sind und die uns von der „Solidarität“ und der „Unterstützung“ von Ausgeschlossenen, Vergessenen, Marginalisierten berichten. Scheinbar voll mit edlen Absichten. Unter diesen Institutionen befindet sich beispielsweise das Rote Kreuz, stets an der Seite des Staates, des Militärs, stets zugegen, wenn es darum geht, die Bevölkerung zu „verwalten“, wie zum Beispiel in den zones d‘attente (ZA, z.dt.: Wartebereich), sprich in den Gefängnissen, in denen der Staat die Ausländer und Ausländerinnen einsperrt, denen die Einreise auf das französische Hoheitsgebiet verweigert wurde. Seit 2003 ist das Rote Kreuz darin als Hilfskraft für die Polizei involviert und mit den medizinischen Aspekten sowie der Verwaltung der Inhaftierung beauftragt. Das Rote Kreuz beteiligt sich ebenfalls an der Organisation der Abschiebeflüge und hat sogar (2004 in Amiens) ihre Lokalitäten zur Verfügung gestellt, sodass sie im Anschluss einer Massenverhaftung von dutzenden rumänischen Sans-Papiers als LRA (Locaux de Rétention Administrative, Anm.d.Ü. Kurze Administrativhaft vor der Verlegung in die CRAs oder der Abschiebung) genutzt werden konnten!

Das gleiche gilt für la CIMADE, „association militante depuis 1939“ (z.dt. etwa: aktive Vereinigung seit 1939), die seit den frühen 80er-Jahren „einen Einsatz der Begleitung von Ausländern in den administrativen Haftzentren“ leitet. Wenn man die Unterlagen der Gefangenen betrachtet, sieht man, dass sie die Arbeiten ausführt, die der Staat seit Beginn an loszuwerden versuchte: Während sich der Staat nur noch um die Bewachung der CRAs kümmern muss, führt la CIMADE die Arbeiten des administrativen Dienstes aus, indem sie die guten und die schlechten Akten sortiert.

Mit dem Gefängnis zu arbeiten, um das Gefängnis zu verbessern, sind so auch die expliziten Ziele dieser „Gefängnisberatungsgruppe“ und einer Organisation wie la FARAPEJ, die eine „tiefgreifende Transformation des Gefängnislebens“ vorschlägt und erklärt, „die Funktionsweise der Justiz verbessern“ zu wollen. Dass es allen klar ist; das Problem für all diese Institutionen liegt keinesfalls in der Existenz eines auf kapitalistischer Ausbeutung gestützten Systems, der Grenzen, der staatlichen Herrschaft durch die Uniformen, der brutalen Auferlegung der Autorität über das Leben der Individuen, der Repression von all denen, die nicht den richtigen Weg gehen oder gegen die Ordnung rebellieren. Nein, im Gegenteil, diese vermeintlich humanitären oder aktivistischen Institutionen kollaborieren mit der Verwaltung der Ordnung und sind unabdingbar für sein Funktionieren. Auch wenn sie von der „Abschaffung der Gefängnisse“ sprechen, meinen sie damit ein alternatives Bestrafungs- und Kontrollsystem, wie der Verwendung von elektronischen Fussfesseln oder der Wiedereingliederung durch die Arbeit. Gleichermassen wie die Bullen sind sie Teil der Funktionsfähigkeit und der Kontrolle eines Systems mit den Imperativen: Arbeite! Achte das Gesetz! Respektiere die Autorität der Familie, des Chefs und des Bullen!

Wir wissen natürlich, dass sich unter euch, unter den Leuten, die sich für den Ablauf dieses Events interessieren und ihm folgen, auch solche befinden, die ab der Einsperrung von menschlichen Wesen wirklich angewidert sind und vielleicht sogar solche, die diese Welt des Geldes, der Bullen, der Gitter und der Stacheldrähte verabscheuen. Und dennoch erweist uns hier, direkt vor uns, ein Widerling wie Patrice Bourdaret die Ehre, der Direktor der Haftanstalt Villenauxe-la-Grande. Ein Direktor, der, nach uns, genauso wie seine Gefängnisaufseher, nichts als Verachtung und Hass verdient hat, da genau sie die Direktverantwortlichen für hunderte Suizide in den Knästen, Prügel, Isolierung, Leid, zerstörte Leben von tausenden in den Käfigen des Staates eingesperrten Männern und Frauen sind.

Wir sind für die Zerstörung des Gefängnisses und wir sind solidarisch mit den Revoltierenden inner- wie ausserhalb der Knäste, nicht nur, weil wir gegen den Horror der Inhaftierung sind, sondern weil wir glauben, dass der Knast, genauso wie die Arbeit, einer der Grundpfeiler einer Welt ist, die strukturell auf der Herrschaft, der Gewalt und der Exklusion gründet. Wir sind für die Zerstörung des Gefängnisses, aber auch der Gerichte, der Armee und der Polizei, denn wir tragen eine Welt in unseren Herzen, eine Welt von freien Wesen, eine horizontal organisierte und auf gegenseitiger Hilfe aufgebaute Welt. Unsere Freiheit lässt sich nicht messen, nicht kontrollieren, passt nicht in die Gesetzesartikel des sogenannten „Rechts“, das immer von dem beschlossen und gestaltet wird, der die Macht hat. Wenn es wirklich stimmt, dass wir Träumer sind, dann weil wir nicht auf den Tag einer hypothetischen Revolution warten werden, um die Autorität, seine Käfige, seine Schergen und seine Erziehung zu bekämpfen.

Es lebe die Revolte, es leben die Meutereien, es leben die Ausbrüche!

Bremen, Deutschland: Fahrzeug der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angezündet

gefunden auf chronik

Kein Frieden mit der inneren Sicherheit – kein Frieden mit der Rückkehrberatung – Am vergangenen Wochenende fand die Innenministerkonferenz in Leipzig statt. Wieder mal trafen sich alle Schweine aus dem ganzen Bundesgebiet, um die autoritären und rassistischen Zustände in der BRD zu normalisieren und in Gesetzesform zu gießen. Besonders Ulrich Mäurer, Innensenator Bremens, glänzte und war nicht nur auf Fotos mit seinem Beitrag ganz vorne mit dabei. Seine Forderung: Ein zentraler Abschiebeknast und ein Gericht für sogenannte Gefährder

Diese Forderung lassen wir nicht unkommentiert. Wir haben einen anderen Beitrag. Unser Beitrag ist unversöhnlich und voller Wut gegen den Staat und seine Handlanger. Deshalb haben wir von Donnerstag auf Freitag (8.12.17) nachts ein Fahrzeug der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angezündet.

Die AWO ist kein antirassistischer Verband. Sie spielt Mäurer und Co. in die Hände. Mit ihrer dreckigen Rückkehrberatung bietet sie einen Teil der Infrastruktur, um Menschen abzuschieben oder sie zu zwingen „freiwillig“ das Land zu verlassen.

Bekämpfen wir den Polizeistaat Deutschland. Bekämpfen wir die rassistischen Verhältnisse.

Wir warn‘s, die Gefährder.

Münster, Deutschland: Farbe gegen geplantes Abschiebezentrum

gefunden auf chronik

Auf das Stadthaus II am Ludgerikreisel gab es in der Nacht zu Mittwoch (13.12.17) einen Farbanschlag. Grund ist eine mögliche Zentrale Ausländerbehörde in Münster, wogegen am Nachmittag vor dem Rathaus demonstriert wird. Die Politik beschäftigt sich am Abend mit dem brisanten Thema.

Die vom Land gewollte Einrichtung einer Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) in Münster, die vor allem die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern regeln soll, stößt in Münster auf Widerstand. In der Nacht zu Mittwoch gab es einen Farbanschlag gegen das Stadthaus II am Ludgerikreisel.

Unbekannte Täter warfen nach Polizei- und Verwaltungsangaben mehrere Farbbeutel gegen die Glasfront und die Fassadenverkleidung. An der Seite zur Hammer Straße und auf dem Zebrastreifen vor dem Gebäude, wo das städtische Ausländerbehörde sitzt, waren Forderungen wie „No ZAB“ und „Abschiebung ist Mord“ zu lesen. „Wir gehen von einem Zusammenhang mit der Kundgebung am Nachmittag vor dem Rathaus aus“, sagt Polizeisprecher Andreas Bode.