Monthly Archives: März 2017

Besançon, Frankreich: Angriff auf das Rote Kreuz, notorische Kollaborateure der Abschiebemaschine

übersetzt von le chat noir émeutier

Aasfresser = kaputt

In der Serie „nicht alle Bullen sind blau“…

… Einige tragen eine Uniform mit einem roten Kreuz, deren Aufgabe darin besteht, den Bullen anlässlich von Grosskontrollen die logistischen und materiellen Mittel bereitzustellen, die Unerwünschten einzuteilen und in den Internierungszentren einzusperren, in Italien, Spanien…

Dieses Wochenende (24. – 26.03.17) haben wir das Lokal des Roten Kreuzes an der rue Rivotte in Besançon angegriffen. Einige Worte („Aasfresser, Abschieber“), um die Gründe für unser Kommen zu präsisieren, begleiten nun die Einschläge auf den zwei grössten Schaufenster dieser Kollaborateure.

Diese humanitären Aasfresser, die Profit aus dieser Welt der Grenzen und der Knäste ziehen, sind überall präsent, bestimmt auch bei dir in der Nähe. Sie aufzusuchen und anzugreifen, heisst auch, diese unzähligen Organismen, die sich ab diesem rassistischen System bereichern, vor die Augen aller zu zerren.

Einige Nachtarbeiter

ps: einige Werbetafeln von JC-Decaux und die Scheiben eines bourgeoisen Restaurants in der Umgebung bekamen ebenfalls ein paar Schläge ab. Es wäre dumm gewesen, auf so gutem Weg aufzuhören…

Hamburg, Deutschland: Ganz Hamburg hasst die Polizei / Die ganze Welt hasst die Polizei

gefunden auf linksunten

Alles zum G20-Gipfel 2017 auf Indymedia linksunten

Im Sommer hat es uns die Sprache verschlagen, ja wirklich, wir kamen aus der Schnappatmung kaum mehr heraus. Uns beschaeftigte lange die eine Frage: Welche*r Vollidiot*in hat beschlossen einen Gipfel der groessten Industriestaaten in den Hamburger Messhallen zu veranstalten, im Herzen eines linksalternativen Viertels? Im Dezember konnte das „Geheimnis“ gelueftet werden. Olaf Scholz hoechst persoenlich hatte der Bundeskanzlerin die Zusage gegeben. Die Begruendung liegt auf der Hand: Hamburg, das Tor zur Welt, muss so einen Gipfel aushalten koennen. Nach der verpatzten Olympiabewerbung nun also der Gipfel.

Was Hamburg alles aushalten wird, werden wir in gut drei Monaten wissen. (Gipfelhistorie: Genua, Prag, Seattle, Goeteborg, Heiligendamm …) Wir wollten es uns deshalb nicht nehmen lassen, die heissen Tage vor dem Gipfel anzuheitzen. Aus diesem Grund haben wir in den frühsten Morgenstunden des 26. Maerz die Bullenwache in der Grundstrasse in Hamburg angegriffen und die im Hof stehenden Wannen in Brand gesetzt.

Unser Ziel war mit Bedacht gewaehlt, die Repressionmaschinerie arbeitet schon auf Hochtouren an der Kriminalisierung des Widerstands. Für die, die ihren Protest gegen das Gipfeltreffen ausdrücken wollen, sind die Knäste bereits vorbereitet: In dem Untersuchungshaftgefaengnis Holstenglacis und der Justizvollzugsanstalt Billwerder wird Platz für die Gefangenen geschaffen. In Harburg an der Schlachthofstrasse wird ein ehemaliger Lebensmittelgrossmarkt zur Gefangenensammelstelle mit einer gerichtlichen Aussenstelle umgebaut und auch in Hahnoefersand werden 100 Plaetze bereitgestellt, um „Stoerer*innen“ von den Strassen zu holen.

Was es bedeutet in einem Belagerungszustand zu leben, wird uns in immer wiederkehrenden Abstaenden bewusst gemacht. Mal sind es Gefahrengebiete die eingerichtet werden muessen, um das Viertel wieder unter die herrschende Kontrolle zu bringen, mal werden auch Strassenfeste ueberfallen, um klar zu machen, wer hier das Sagen hat. Zuletzt wurde mit der Hafenstrasse eine ganzer Strassenzug unter Generalverdacht gestellt, rassistische Kontrollen angeordnet und die Strasse 24 Stunden lang observiert.

Doch das, was sich in drei Monaten hier in Hamburg abspielen wird, wird wohl alles in den Schatten stellen. Schon im Dezember wurde ein Grossteil der Repressionmaschine in Stellung gebracht. Eine Woche vor Beginn des OSZE Gipfels herrschte Belagerungszustand, nicht nur an den Messhallen, sondern im kompletten Viertel. Es sollte der Eindruck entstehen, dass durch hochgeruestete Polizeieinheiten jeglicher Widerstand und Protest sofort im Keim erstickt werden kann. Personenschleusen wurden errichtet, Wasserwerfer in Stellung gebracht, Hubschrauber kreisten Tag und Nacht. Die Presse ueberschlug sich vor Superlativen und Bildern hochgeruesteter SEK Beamt*innen.

Dieser Aufmarsch gehoert zur Taktik der Aufstandbekaempfung und ist in die Sicherheitsarchitektur Europas eingebettet. Die Maechtigen stellen sich auf eine Zukunft innereuropaeischer Kaempfe ein. Innere Ausbeutung und daraus resultierende Aufstaende wie in Griechenland oder zuletzt in Frankreich werden immer mehr zum Alltagsbild gehoeren. Und genau dagegen ruestet sich der Apparat: dieses Aufbegehren im Keim ersticken zu koennen und die Menschen mit unmittelbarer Repression ueberziehen zu koennen. Den Menschen in dieser kapitalistischen Gesellschaft wird als Begruendung der alltaeglichen inneren Aufruestung ein Szenario der Angst suggeriert. Ein Szenario, das ein grosser Teil der Menschen in den letzten Jahren dankend in sich aufgesogen hat.
Die Debatten um die Ausweitung von Videoueberwachung und Datenspeicherungen sollen nicht nur mehr „Sicherheit“ verheissen, sondern das Gefuehl vermitteln, immer und ueberall die Kontrolle zu behalten.

Sondereinheiten wie BFE, MEK und SEK dienen dabei der Einschuechterung durch Staerke. Unterstuetzt durch technisches Geraet, sind sie das Bollwerk fuer die Machtinteressen und Ausbeutungsstrukturen dieser kapitalistisch orientierten Gesellschaft.
Eine Gesellschaft, die nicht anders kann, als sich abzuschotten, um zu bestehen. Eine Gesellschaft, die ihre Außengrenzen aufrüstet und ihre eigens dafür geschaffene Grenzagentur Frontex zusehnds ausbaut. Immer schwieriger wird es für Menschen nach Europa zu kommen und immer mehr werden auf dem Mittelmeer bei ihren Fluchtversuchen ertrinken.

Wir haben genau deshalb die Polizei angegriffen, da sie in dieser perfiden Maschinerie die unmittelbar ausfuehrende Gewalt sind. Sie sind der Leim, der den ganzen Laden zusammenhaelt. Jeder, vom kleinsten Streifenhoernchen bis zum Bulle, der gefesselte Menschen auf Matratzen anzuendet, erfuellt eine Funktion. Wenn wir davon reden, dieses System zum Einsturz bringen zu wollen, werden wir es genau mit ihnen zu tun bekommen. Genau diese Buettel werden sich uns auch in den Weg stellen, wenn wir uns im Sommer zum Sturm auf die Messehallen und ihre Infrastruktur aufmachen. Als das, was sie sind, naemlich reale Beschuetzer*innen der herrschenden Ordnung und nicht symbolische, muessen wir sie auch mit voller Haerte angreifen. Jede*r, die*der die herrschende Ordnung verteidigt, ist mitverantwortlich fuer die Ausbeutung des kapitalistischen Systems dieser Welt und muss deswegen auch mit den Konsequenzen leben.

Schon immer gilt: Die Unterdrueckten dieser Welt hassen die Polizei.

Solidarische Gruesse in die Hafenstrasse: Lasst euch von den Bullen nicht einschuechtern!

Hamburg sagt Tschuess!

Hamburg, den 26.03.2017

Rom, Italien: Auto von Engie verschmiert

übersetzt von hurriya

Während die Ausschreibung für den Wiederaufbau der Abteilung für Männer im CIE/CPR (A.d.Ü.: Abschiebezentrum) von Ponte Galeria in Rom zu Ende geht, dachte eine auf die Gefängnisse und die Abschiebezentren für Migranten wütende Person an Engie und an seine Komplizenschaft bei den Deportationen.

Erinnern wir uns daran, dass Engie, ein weltweiter Koloss in der Produktion und Verteilung von Energie, Eigentümer von Gepsa ist, ein französischer Multi, der mit der Verwaltung von privaten Knästen und CIEs in Frankreich Profite macht, die Arbeit von Gefangenen ausbeutet und neue Haftanstalten baut. In Italien verwaltet Gepsa die CIEs von Turin und Rom, das CARA (A.d.Ü.: Aufnahmezentrum) in Mailand und beteiligt sich an den tausenden Abschiebungen jedes Jahr.

 

Grenoble, Frankreich: Brief an die Republikaner nach der Verwüstung ihres Lokals

übersetzt von attaque

Ein Lokal der Republikaner in Grenoble wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag (21.03.17) gegen 4 Uhr am Morgen verwüstet. Die Schaufenster wurden eingeschlagen, das Mobiliar sowie Inormatikmaterial beschädigt und die Wände mit Farbe vollgesaut. Es kam zu keinen Verhaftungen.

Die Partei beklagt ein „ungesundes Klima“ in Grenoble, das Büro der Republikaner wurde bereits zum vierten Mal in wenigen Monaten zum Ziel von Vandalen. Auch die Parti socialiste leidet immer wieder unter Beschädigungen ihres Eigentums.

Verschiedene Aktionen gegen den Wahlzirkus in Frankreich, wie zum Beispiel die Brandstiftung in einem Lokal des Front National am 18. März in Alençon und weitere Angriffe auf Parteibüros oder Gebäude in denen Wahlveranstaltungen stattfanden, findet ihr hier.


Liebe Republikaner

Nachdem ihr euer Lokal neu dekoriert vorfanden, hattet ihr sicherlich die Verwegenheit oder die Unanständigkeit, euch zu fragen, was diesen Akt wohl motiviert haben könnte. Falls es nicht genug klar sein sollte, dass Menschen ab eurer Politik und ab eueren Diskursen Ekel empfinden könnten, hoffen wir, mit diesen wenigen Worten ein bisschen Klarheit zu schaffen.

Tatsächlich handelt es sich in erster Linie um Ekel. Wir vergessen nicht, dass ihr Verfechter der Austeritätspolitik seid, einer Politik, die die Leute Pleite macht, die zum Selbstmord oder zur Depression drängt. Dass ihr auf der Strasse wart, in der „Demo für Alle“ (A.d.Ü.: Diese Massen-Demonstrationen waren Anfang 2013 eine Reaktion auf die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe), um eine zutiefst reaktionäre, moralische und katholische Ordnung zu verteidigen.

Dass ihr den Ausnahmezustand so wilkommen heisst, der euch die Möglichkeit bietet, euren rassistischen Mief zu verbreiten und der eine immer stärkere Sicherheitspoltik verteidigt (Notwehr der Polizisten, Schliessung der Grenzen, …). Dass eurer Moralismus gegenüber der Delinquenz uns zum Lachen bringt, wenn man die Anzahl der Beschuldigten bedenkt, die sich in euren Rängen aufhalten. Dass die Politik, die ihr verkörpert, der Tod der Diversität ist. Wir finden uns nicht, wie soviele andere, in eurem kolonisatorischem und kapitalistischem Schema des „Lebens“ wieder: eine weisse, heterosexuelle Famile und ihre Kinder, eine Existenz der Arbeit und vor allem eine Existenz, die den Mund hält und die etablierte Ordnung akzeptiert.

Wir lassen uns nicht von der Tatsache täuschen, dass sich eure Poltik nicht zu sehr von der anderer Parteien unterscheidet: wie sie, seid auch ihr die Wachposten einer Ordnung, in der das Geld die menschlichen Beziehungen regelt; wie sie, kontrolliert auch ihr den staatlichen Apparat, um eure kleinen dreckigen Mauschelein abzusichern.

Aber wieso seinen Dissens nicht im geregelten und traditionnelem Rahmen des ‚demokratischen‘ Spiels ausdrücken? Weil wir auf der Seite der Prekären, der Arbeitslosen, der Stimmlosen, der Ausgebeuteten, der Sans-Papiers sind und weil wir andere Formen der Aktion und der Organisation haben als ihr.

Die Sabotage und die materielle Zerstörung sind Mittel unter anderen, die wir jeden Tag anwenden, um zu überleben oder um uns dem Kräfteverhältnis entgegenzustellen, das ihr dem Alltag durch die Ökonomie, den Sexismus, den ‚enthemmten Rassismus‘ und durch eure Welt der Sicherheit und der Identität aufzwingt. Dort, wo ihr diese Tat auf einen puren Akt der Gewalt reduziert, sehen wir eine Geste der Emanzipation, eine Haltung, um unsere Wut auszudrücken und einen Teil der täglich erlebten Unterdrückung symbolisch zu schwächen. Denn: Im Gegenteil, die Gewalt, das ist eure Ordnung, eure Verachtung, eure Gleichgültigkeit.

Dort, wo ihr dazu aufruft, wählen zu gehen, um unsere Fähigkeiten zu handeln einmal mehr zu enteignen, antworten wir, dass wir uns verweigern, einen Teil unserer Freiheit zu delegieren, uns eurer Maskarade zu unterwerfen. Wir rufen vielmehr zu einer Umkehrung des Kräfteverhältnisses auf, um das Leiden unter dem momentanem Zustand zu beenden. Diese Nacht haben wir eine Partei getroffen, doch ist es der gesamte politische Apparat auf den abgezielt wurde. Wir rufen zu der Verfielfachung anderer Formen der Organisation und dieser Taten auf, damit die Angst die Seite wechselt.

Scheisse für jede Form der Regierung.
Keine Wahlen ohne Revolte.

Manus Inseln: Inhaftierte rebellieren gegen neues System zur Essensausgabe

übersetzt und gekürzt von the guardian, via dialectical delinquents

19. März 2017. Im Internierungslager auf den Manus Inseln brachen am Sonntag Tumulte in der Küche und dem Speiseraum aus.

Der Gefangene Behrouz Boochani, ein iranischer Flüchtling und Journalist, sagte, der Konflikt begann, als die Flüchtlinge zum Essen anstanden. „Das Problem war, dass die Angestellten einen Zaun zwischen der Küche und den Flüchtlingen aufgestellt haben, was die ganze Essensausgabe verlangsamte. Die Flüchtlinge mussten so zu lange anstehen. Die Spannungen führten zu einem Kampf. Flüchtlinge und Angestellte schlugen gegenseitig mit Plastikstühlen und Wasserflaschen aufeinander ein. Nach ein paar Minuten verliessen die Beamten das Lager und die Tore auf dem Gelände blieben die ganze Nacht lang geschlossen. Vor dem Lager standen die Beamten bereit.“

Etwa 200 Leute waren an diesen Unruhen beteiligt.

Zürich: Zur Jubiläumsfeier der SVP

Bilanz nach Anti-SVP-Demo: 130 Festnahmen

gefunden auf tagesanzeiger

Im Umfeld der 100-Jahr-Feier der Zürcher SVP hat die Stadtpolizei Gummischrot, Reizgas und Gitterfahrzeuge eingesetzt. 130 Personen wurden vorübergehend festgenommen.

88 Männer und 42 Frauen seien kontrolliert, in Polizeigewahrsam genommen und ins Kasernenareal gebracht worden, heisst es in der Schlussbilanz der Stadtpolizei Zürich von heute Montag. Vier Personen wurden wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Hinderung einer Amtshandlung der Staatsanwaltschaft zugeführt.

Unter den vorläufig Festgenommenen waren 111 Schweizer. Davon haben 57 ihren Wohnsitz in der Stadt Zürich, der Rest verteilt sich auf insgesamt 10 Kantone.

Linksautonome hatten im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung zu Störaktionen gegen die SVP-Feier aufgerufen. Für den gleichen Zeitpunkt hatten die Jungsozialisten für eine unbewilligte Aktion unter dem Motto «Züri autofrei» auf dem Bürkliplatz mobilisiert. Mit einem Grossaufgebot und Gitterfahrzeugen hinderte die Polizei die Demonstranten jedoch am Marsch zum Kongresshaus.

108 Wegweisungen

Auf verschiedenen Seitenstrassen in der Umgebung des Kongresshauses sei es zu vereinzelten Störaktionen gekommen, heisst es in der Mitteilung. An der Verzweigung Dreikönig-/Stockerstrasse hätten Demonstranten die Durchfahrt mit einer Kette blockiert, diverse Pyros gezündet, Bauabschrankungen und Container umgeworfen, um die Durchfahrt zu verhindern.

Die Polizei setzte Gummischrot und Reizstoff ein. 108 Personen – 87 Männer und 21 Frauen – wurden angehalten, kontrolliert und mit einer Wegweisung belegt. Sie mussten das Gebiet verlassen.


Buttersäure-Angriff auf SVP-Feier

gefunden auf linksunten

Rechte Hetze stinkt. Manchmal schadet es aber nicht gewisse Dinge doppelt zu unterstreichen.

So haben wir uns heute, Samstag Nachmittag (18.03.2017), aufgemacht und Buttersäure im Kongresshaus Zürich verschüttet. Hier wollen sich die SVP-Dumpfbacken morgen zu ihrem 100-Jahre-Jubiläum treffen. Damit haben wir hoffentlich dazu beigetragen, ihnen diesen Anlass immerhin ein wenig so zu versauen, wie sie mit ihrer rassistischen Stimmungsmache das Leben von tausenden MigrantInnen, Asylsuchenden und Sans-Papiers (und Menschen überhaupt) in diesem Land versauen.

Morgen Sonntag alle auf die Strasse!
SVP-Jubel-Tagung verhindern!

Angriffe in Köln gegen AfD und G20

gefunden auf linksunten

Am 13. März haben wir in Köln vier Orte rassistischer „Normalität“ angegriffen. Dabei wurden zwei AfD-Funktionäre zu Hause besucht, das Büro der SPD in Köln-Ehrenfeld entglast und das Ausländerzentralregister angegriffen.

Roger Beckamp ist AfD Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Köln und kandidiert auf Platz 2 der NRW-Landesliste. C. Cremer ist Bezirksvorsitzender der AfD in Köln Lindenthal. Beide wurden in dieser Nacht besucht weil die AfD als zutiefst sexistische und rassistische Partei Taktgeber für den gesellschaftlichen Rechtsruck der vergangenen Jahre ist. Ohne ihre Propaganda wären die zahllosen Übergriffe und breit getragenen Angriffe gegen Geflüchtete nicht möglich.

Die SPD haben wir besucht, da sie weniger für eine propagandistische sondern vielmehr für ganz praktische rassistische Politik steht. In NRW treibt sie zusammen mit den Grünen die Abschiebungen nach Afghanistan voran und im Bund ist sie mit der CDU/CSU für die gesetzlichen Angriffe gegen Geflüchtete verantwortlich. Der Wahlkampf mit Schulz, der sich antirassistisch und gegen die AfD gerichtet gibt, ändert nichts an der politischen Ausrichtung der SPD für ein abgeschottetes Europa gegen Geflüchtete. Schulz‘ „Revision“ der Agenda 2010 hält an der Stigmatisierung von Langzeitarbeitslosen in Abgrenzung zu den Bemühten und vermeintlichen Leistungsträgern dieser Gesellschaft fest.

Die angeblich sozialen Programme von SPD und AfD für den Wahlkampf sind sich passender Weise ähnlicher, als beiden lieb sein dürfte. Ein paar Erleichterungen für „integrierbare“ Arbeitslose und Niedriglöhner. Am Grundprinzip der Selbstvermarktung in Erniedrigung und Verarmung soll sich nichts ändern! Für das sogenannte untere Drittel wird sich solange nichts ändern, wie wir uns von Funktionär*innen an der Nase herum führen lassen. Auch in ihrer Verlogenheit sind sich beide Parteien nicht unähnlich.

Das Ausländerzentralregister ist die zentrale Institution des Bundes, mit der die Erfassung und Einteilung von Geflüchteten in nützlich oder „belastend“ umgesetzt wird. Letztere Gruppe wird mit Hilfe dieser Institution geordnet ausgeschlossen und abgeschoben.

Wenn wir etwas an den Zuständen ändern wollen, müssen wir unsere (lokalen) Kämpfe zusammen denken und führen. Wir schließen uns mit den Aktionen der Kampagne „Das Runder rumreißen, auf dass der Wind dreht“ an und hoffen auf weitere Beteiligung! Wir unterstützen den Aufruf der Anti-G20 Mobilisierung für den Aktionsmonat April und rufen dazu auf, den Bundesparteitag der AfD am 22.+23. April in Köln zum Desaster zu machen und im Juli den G20-Strategen in Hamburg „Welcome to hell und Tschüss“ zu sagen!

Auf dass ihnen ein heißer Wind ins Gesicht schlägt!

Athen: Glasbruch an einer Bank in Vyrona

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Heute am Dienstag, kurz nach Mitternacht, wurde die langweilige Stille der Stadt durch den wundervollen Klang der zertrümmerten Fenster der Eurobank und der Piräusbank in der Chrisostomos Smyrna Straße in Vyrona durchbrochen.

Es war eine geringe Antwort auf den elenden und erbärmlichen Angriff des Syrizastaates – lokal und zentral – in Bezug auf die Rämung des Selbstverwalteten Sozialen Raums Villa Zougrafou und der zwei selbstorganisierten besetzten Treffpunkte von Migranten/Flüchtlingen in der Acharnonstraße.

Damit es sich gut in den Köpfen eines jeden Gehilfen des Staates und des Kapitals einprägt: kein Angriff gegen Menschen, die sich im Kampf befinden, Einheimische und Migranten, gegen unsere Häuser wird unbeantwortet bleiben!

Solidarität mit den Besetzungen und Selbstorganisierten Räumen!
Andauernder Kampf gegen den Staat und das Kapital!
Für die soziale Befreiung und die Anarchie!

Anarchistinnen/Anarchisten

Berlin: Solidarität mit den Squats in Athen – Bullenkarre in der Rigaer Strasse angegriffen

übersetzt von linksunten

Am Abend des 15. März, dem internationalen Tag gegen Polizeigewalt, haben wir ein herumstreunendes Auto von Riotcops in der ‚Gefahrenzone‘ (das Gebiet in Friedrichshain wird von den Behörden so bezeichnet) der Rigaer Strasse mit vielen Steinen angegriffen.

Dies um den geräumten Squats in Athen, Villa Zografou und Alkiviadou Squat, ein kleines Zeichen der Solidarität zu senden.

Nach dem Angriff verliessen wir das Gebiet und hörten von den Drecksmedien, dass ein Polizeihelikopter uns suchte und dass dieser mit Laserpointern angegriffen wurde, was zur Verhaftung von drei Menschen führte. (A.d.Ü.: Laut Medienberichten wurde ein 34-jähriger, der das Blenden gestand, dem Landeskriminalamt übergeben. Die anderen zwei Personen wurden wieder entlassen.)

Die Polizei begann den Krieg in unseren Gebieten schon vor langer Zeit, wir müssen uns dieser Aggression stellen. Die Exekution von Hussam Fadel Hossein, einem irakischen Flüchtling im Flüchtlingsheim an der Kruppstrasse in Berlin am 27. September 2016 durch Polizeibeamte ist eine von vielen Verbindungen zu dem geräumten Alkividaou Squat, bei dem mehrere Flüchtlinge verhaftet wurden.

Und die Räumung der Villa Zografou ist die Verbindung zu dem Kampf der Hausprojekte in Friedrichshain gegen die täglichen Aggressionen der Polizei.

Anarchie und Angriff

Grande-Synthe, Frankreich: Zusammenstösse zwischen Flüchtlingen und CRS

übersetzt von la Semaine dand le Boulonnais, via dialectical delinquents

Am Dienstag, dem 14. März kam es beim Eingang zum Camp la Linière zu Auseinandersetzungen. Etwa 60 Beamte der CRS (A.d.Ü.: Compagnies Républicaines de Sécurité, franz. Nationalpolizei) und zahlreiche Feuerwehrleute sind vor Ort.

Schon von weitem war der dicke Rauch zu sehen, der vom Camp la Linière in Grande-Synthe her kam.

Die Unruhen begannen, als eine neue Gruppe von Flüchtlingen ins Camp wollte, ihnen der Zugang aber verwehrt wurde. Das von Algeco betriebene Sicherheitsbüro am Eingang fiel einem Brand zum Opfer. Die Feuerwehr ist vor Ort, um das Feuer zu bändigen.

Personen können das Camp momentan weder betreten noch verlassen.

Der Verkehr auf der Autobahn war nicht betroffen.


Einen Tag danach, am 15. März kündigte der Innenminister Bruno Le Roux an, er wolle das Camp in Grande-Synthe so schnell als möglich ‚rückbauen‘. Im Camp im Norden von Frankreich, etwa 30km von Calais entfernt, leben momentan rund 1500 Migrant_innen.