Category Archives: Ankündigung

Tattoo Circus Zürich – 31. August bis 02. September 2018

gefunden auf tattoo circus zurich

Vom 31. August bis zum 2. September 2018 wird im besetzten Koch-Areal in Zürich ein Tattoo – Circus stattfinden. Dieser ist ein nach den Grundsätzen des Do-It-Yourself-Prinzips organisiertes Festival. Während des Tattoo-Circus wird ein Raum entstehen, in dem die Tattoo-Kultur und der Kampf gegen Knast und Repression zusammenkommen.

Verschiedene Tattoo-Künstler*innen stellen ihre Zeit, Erfahrung, Kreativität und so viel Tinte wie möglich zur Verfügung, um diese Kämpfe zu unterstützen. Das Prinzip des Tattoo-Circus ist, dass niemand persönlich an dieser Veranstaltung verdient, weder die Tattoowierer*innen oder Piercer*innen, noch die Bands, Referenten*innen oder Performer*innen arbeiten für ihren eigenen Profit. Alle Unterstützer*innen stellen ihre Fähigkeiten, Energien und Ressourcen aus Überzeugung und Solidarität bereit, mit dem Bewusstsein, dass die kompletten Erlöse denen zu Gute kommen, die entschlossen gegen Staat und Kapital kämpfen.

Der Tattoo-Circus will sich aber nicht lediglich auf die Tattoo-Kultur beschränken! Es wird ein vielschichtiges Programm vorbereitet, dass sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Knast und Repression beschäftigt und zum Mitmachen einlädt. So wird es Vorträge, Workshops, Infos zu Gefangenen, eine Gefangenenpost- Ecke geben. Für den Unterhaltungsfaktor werden Performances, Konzerte sowie Essen und Bar organisiert.

Für eine Gesellschaft ohne Knäste und Repression!
Für eine Welt ohne Herrschaft!

Bundeslager – Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

gefunden auf barrikade

Im Rahmen des diesjährigen NBNN-Festival auf der Schützenmatte in Bern wird es im Dachstock der Reitschule eine Ausstellung zu den neuen Bundeslager geben.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

Die Ausstellung soll verschiedene Zusammenhänge aufdecken, Verantwortliche benennen und dazu anregen, die Bundeslager und das gesamte Migrationsregime zu bekämpfen.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Freitag, 27. Juli 16:00 Uhr – 22:00 Uhr
Samstag, 28. Juli 14:00 Uhr – 22:00 Uhr

Der Eingang zum Dachstock befindet sich auf der Seite der Neubrückstrasse (Seiteneingang Dachstock).

P.S. Wir würden uns freuen, wenn die Ausstellung noch an weiteren Orten gezeigt wird. Dazu könnt ihr euch gerne per Mail unter ausstellungbundeslager@immerda.ch melden.

No Border, No Nation, No Prison!

gefunden auf barrikade

Briefe Schreiben, Diskussion, KüfA und Openairkino am 5. August im Innenhof der Reitschule.

Es fehlen die Gefangenen!

Weltweit befinden sich unzählige Menschen eingesperrt im Gefängnissystem. Ob ehemalige Mitglieder der Black Panthers in den USA, Kritiker*innen des Erdogan-Regimes in der Türkei, Gegner*innen des G20-Gipfels in Hamburg oder viele Andere: Sie alle haben die Autorität des Staates herausgefordert und wurden deswegen eingesperrt.

Das Knastsystem dient zur Abschreckung und hat zum Ziel, die Inhaftierten physisch und psychisch zu isolieren und zu brechen. Wir wollen uns davon nicht einschüchtern lassen und kämpfen weiter gegen den Staat und alle Unterdrückungsformen, ob ’drinnen’ oder ’draussen’. Deswegen: Kommt zahlreich am Sonntag, 5. August 2018 in den Innenhof der Reitschule, um gemeinsam auf verschiedene Wege das Gefängnissystem anzugehen und praktisch Solidarität mit den Gefangenen zu zeigen.

Programm:

Ab 11:00 Uhr wird Material zur Verfügung gestellt, damit wir viele Briefe und Zeichnungen an Gefangene schicken können.

Um 17:00 Uhr werden wir mit einem Gefährten über Knasterfahrungen und das Knastsystem in der Schweiz diskutieren.

Um 19:00 Uhr gibt es ein leckeres veganes Znacht, bei dem wir im lockeren Rahmen weiter diskutieren können.

Um 20:00 Uhr heisst es Openair-Kino-Time. Natürlich nur bei schönem Wetter.

Wir sind nicht alle!

Gegen die Gefängnisse, gegen die Grenzen. Stoppen wir den Bau des Gefängnisses für Migrant*innen in Laval!

übersetzt von stoppons la prison

Neue Internetseite für den Kampf gegen den Bau eines neuen Gefängnisses für Migrant*innen in Laval

Die Bundesregierung kündigte 2016 den Bau eines neuen Internierungslagers für Migrant*innen in Laval an. Dieses Gefängnis, das bis zu 158 papierlose Menschen einsperren wird, soll auf dem Gelände der kanadischen Strafvollzugsbehörde, direkt neben dem Gefängnis Leclerc, gebaut und im Jahr 2021 eröffnet werden. Während die liberale Regierung argumentiert, dass dieser neue Bau eine humanere Art sei, um Migrant*innen einzusperren, nennen wir es, was es ist – ein Gefängnis, und wissen, dass es schlicht eine schönere Fassade in einem gewalttätigen System der Einsperrung und Abschiebung ist. Ein System, das Menschen in Käfigen gefangen hält und Familien und Geminschaften auseinanderreisst. Wir wollen eine Welt ohne Gefängnisse und koloniale Grenzen, eine Welt, in der die Menschen und nicht der Staat entscheiden können, wie sie sich bewegen und wo sie bleiben wollen. Den Bau dieses Lagers aufzuhalten, ist ein Schritt im Kampf für die Zerstörung der Gefängnisse für Migrant*innen auf der ganzen Welt.

Blockieren wir den Bau von neuen Gefängnissen und schliessen wir die Alten!

Diese Internetseite ist eine Informationsstelle, um Neuigkeiten, Analysen und Materialien des Kampfes gegen das Internierungslager für Migrant*innen in Laval zu teilen.

stopponslaprison.info

Neueröffnung der anarchistischen Bibliothek Fermento

per mail

Das „Fermento“ will ein Gärstoff sein, ein Instrument und ein Begegnungsort für alle an anarchistischen Ideen Interessierten, die im sozialen Konflikt an Seiten der Ausgeschlossenen und Ausgebeuteten der staatlichen und kapitalistischen Gesellschaft entgegentreten wollen.

Anarchistische Bibliothek “Fermento”
Zweierstr 42,
8004 Zürich
bibliothek-fermento.ch
bibliothek-fermento@riseup.net

Öffnungszeiten:
Mittwoch: 15:00-20:00
Donnerstag: 16:00-21:00
Samstag: 15:00-20:00
Sonntag: 15:00-20:00

Gap, Frankreich: Prozess gegen Théo, Bastien und Eleonora

übersetzt von vallées en lutte

Donnerstag, 31. Mai: Versammlung vor dem Gericht in Gap. Die Solidarität lässt sich nicht aufhalten! Théo, Bastien und Eleonora, Freiheit für alle!

Der Prozess gegen Théo, Bastien und Eleonora wird diesen Donnerstag, 31. Mai in Gap stattfinden. Die drei Gefährt*innen wurden am 22. April in der Folge eines Marsches über die italiensich-französische Grenze bei Montgenèvre bis nach Briançon mit über 200 Menschen, mit und ohne Papieren, verhaftet.

Ein spontaner Marsch gegen die Grenze und gegen die Uniformen, die sie verteidigen. Ein Marsch auch als Antwort auf die Neofaschist*innen der génération identitaire, die die totale Schliessung der Grenze, vermehrte Polizeikontrollen und Rückführungen von „Sans-Papiers“ fordern.

Die Polizei hat am Ende dieses Marsches drei Personen festgenommen. Théo, Eleonora und Bastien mussten zehn Tage im Gefängnis von Gap und Marseille verbringen und sind bis heute juristischen Auflagen ausgesetzt (Auflage, sich auf dem französischen Territorium aufzuhalten, jeden Tag Unterschrift abzugeben und Verbot, sich „öffentlich“ zu äussern).

Der Prozess beginnt am 31. Mai um 8 Uhr 30. Die Anklagepunkte lauten: Organisierte Beihilfe zur illegalen Einreise. Eine Straftat, für die man bis zu zehn Jahre Haft erhalten kann.

Dieser Prozess ist politisch: Die Anschuldigungen betreffen den Kampf und die Solidarität, die sich in den letzten Monaten im Gebiet dieser Grenze entwickelt hat. Die Anschuldigung, in „organisierter Bande“ gehandelt zu haben, ist ein Ausdruck davon: Ein Angriff des Staates auf die solidarischen Netzwerke, die sich zwischen dem italienischen Tal und dem von Briançon gebildet haben.

Die Militarisierung hat getötet. In den letzten Wochen wurden mindestens zwei Leichen hinter der Grenze aufgefunden. Blessing, eine 21-Jährige aus dem Niger, die versuchte, nach Frankreich zu gelangen, verstarb in der Folge einer Verfolgungsjagd mit der französischen Polizei, bei der sie in einen Fluss stürzte.

Mamadou starb in den Wäldern von Briançon an Erschöpfung. Nach Tagen der Wanderung, während der er uns sein Kollege versuchten, die immer stärker werdenden Polizeikontrollen zu umgehen, ist er gestorben.

Die Grenze tötet, die Militarisierung ist ihre Waffe.
Bekämpfen wir sie mit allen notwendigen Mitteln.

Sofortige Freiheit für Théo, Eleonora und Bastien.
An diesem Tag waren wir alle auf diesem Marsch.

Veranstaltung: „Freiheit für alle, mit oder ohne Papiere!“ – 10. April, 19 Uhr, Wasserstrasse 39, 4056 Basel

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„Der Kampf gegen die Abschiebemaschine in Paris zwischen 2006 und 2011“

„Freiheit für alle, mit oder ohne Papiere!“ Dieser Spruch hat die Kämpfe gegen die Abschiebemaschine in Paris in all diesen Jahren begleitet. Ein Kampf der einerseits die Revolten innerhalb der Abschiebelager auf die Strassen trug, andererseits eine Kampfmethode an alle Unterdrückten, mit oder ohne Papiere, vorschlug: „Nicht Forderungen zu einem spezifischem Thema zu stellen oder ein Maximum an empörten Menschen angesichts einer Ungerechtigkeit zu versammeln, aber die konkreten Räder der Herrschaft anzugreifen. Eine Methode gestützt auf der Selbstorganisation, der direkten Aktion und der permanenten Konfliktualität. Seit Beginn wollte man sich allerdings weder an ein bestimmtes politisches Subjekt, der Sans-Papier, Träger einer unbekannten revolutionären Kraft, binden, noch sich auf eine spezifische Bedingung, die illegale Einwanderung, konzentrieren, weil dies auf magische Weise geeigneter wäre als andere. Die Frage, die sich für uns stellte, war vielmehr die Gesamtheit der Unerwünschten dieser Welt, und vor allem diejenige nach der Komplizenschaft in der Revolte gegen das, was dies produziert, der Staat und der Kapitalismus, ausgehend von einem anfänglichen Blickwinkel: Die Abschiebemaschine.“

Ein Gefährte aus Paris wird mit uns zusammen auf diese Zeit zurückblicken und uns von den Kämpfen inner- und ausserhalb der Lager aber auch von der folgenden Repression berichten.

Die Präsentation wird auf englisch gehalten. Deutsche Übersetzung möglich.

Zum Bild: Nachdem am 21. Juni 2008 Salem Souli im CRA de Vincennes verstirbt, kommt es zu Protesten und Brandstiftungen. Das ganze Lager muss daraufhin geschlossen werden. Es ist dies der Höhepunkt einer ganzen Serie von Kämpfen und Revolten, die dieses Lager bereits in den Monaten zuvor erschütterten.

Basel: Rekursprozess gegen einen Gefährten

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Am 23. März 2018 wird ein Rekursprozess gegen einen anarchistischen Gefährten vor dem Appellationsgericht in Basel stattfinden. Dieses Verfahren behandelt zwei Fälle, welche Jahre zurückliegen.

Zum Einen geht es um eine wilde Demo in der Freiestrasse in Basel im Frühjahr 2010. An diesem Tag hinterliessen einige entschlossene Individuen die Prunkeinkaufstrasse von Basel mit verschönerten und zerstörten Fassaden. Aufgrund von mutmasslichen DNA-Funden auf beweglichen Gegenständen in der Nähe dieser Strasse, wird dem Gefährten vorgeworfen, sich an den umfangreichen Sachbeschädigungen beteiligt zu haben.

Der andere Vorwurf steht im Kontext einer der vielen Störaktionen gegen den Marsch-fürs-Läbe 2013, einem Aufmarsch von rechtskonservativen Christ*innen und Abtreibungsgegner*innen in Zürich. Die hetzerische Fundi-Christ*innen Versammlung findet seit mehreren Jahren in verschiedenen Städten statt und wird immer von vielfältigen, wilden Aktionen gestört. Diesbezüglich wird dem Gefährten vorgeworfen einen Zivilpolizisten angerempelt zu haben, der im Begriff war eine andere Person festzunehmen.

Im ersten Prozess zu den beiden Fällen wurde der Gefährte im September 2016 vom Strafgericht Basel zu 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil wurde Rekurs eingelegt.

Wir unterstützen den Gefährten nicht, weil wir an seine Unschuld glauben, sondern aufgrund seiner anarchistischen Ideen. Wir unterteilen nicht in „Schuldig“ oder „Unschuldig“, weil wir diese von Staat und Gesellschaft konstruierten Kategorien ablehnen. Jegliche Kategorie wird von den Herrschenden dazu benutzt, uns alle zu verwalten und uns letztendlich an dem von ihnen zugewiesenen Platz zu halten.

Die dem Gefährten vorgeworfenen Taten reihen sich für uns neben anderen vielfältigen, direkten Handlungen in den Parcour eines Kampfes für eine herrschaftsfreie Welt ein. In der Zerstörung einer schillernden Fassade der kapitalistischen Warenlogik oder in einem solidarisches Verhalten bei einer Polizeikontrolle oder Verhaftung drückt sich ein selbstbestimmter Akt aus, der den Staat und die kapitalistische, sexistische und unterdrückende Gesellschaft demaskiert und angreift.

So liegt es in der Logik aller Staaten nicht kontrollierbare Personen und Ideen, die sich bewusst gegen ihn stellen und an seinen Grundpfeilern sägen, mit aller Härte anzugehen, zu verfolgen, zu bestrafen und einzusperren. Repression schlägt nicht nur im spezifischen Moment des Gerichtsverfahrens zu. Tagtäglich ist sie in all ihren Formen präsent und betrifft nicht nur uns Subversive. Sie richtet sich genauso gegen all diejenigen, die sich seinen Gesetzen und Grenzen nicht fügen wollen oder können, gegen alle Benachteiligten und Unterdrückten, die ums Überleben kämpfen.

Aus diesem Grund hätte es uns alle treffen können. Doch trifft es an diesem 23. März unseren Freund & Gefährten. Der Angriff auf unseren Gefährten ist ein Angriff auf widerständige Handlungen und Ideen. Auch wenn sie versuchen unsere Gefährt*innen und Mitmenschen wegzusperren, zu isolieren und zu brechen, werden uns die Gefängnismauern weder unterwerfen noch endgültig von unseren Gefährt*innen trennen. Wir haben unzählige Möglichkeiten, wie wir unserer Solidarität Ausdruck verleihen können.

 

Kein Bundeslager in Grand-Saconnex noch anderswo

übersetzt von renverse

In Grand-Saconnex beim Flughafen von Genf befindet sich zurzeit das Wohnheim Tilleuls für geflüchtete Familien und Einzelpersonen. Dieses soll zewcks des Baus eines grossen Komplexes bestehend aus einen Bundeslager für Asylsuchende mit 250 Plätzen, einem Administrativgefängnis mit 50 Plätzen sowie einer Polizei- und Zolldienststelle in den nächsten Monaten abgerissen werden.

Hinter der „Beschleunigung der Verfahren“ der neuen schweizer Asylpolitik, die ab dem 1. Januar 2019 umgesetzt werden soll, versteckt sich in Wahrheit der Wille zu kriminalisieren, zu inhaftieren, zum Schweigen zu bringen, um letztendlich Personen abzuweisen, deren einziges Vergehen darin besteht, vor Kriegen oder Armut geflohen zu sein.
Dieses Bundeslager ist Symbol einer rassistischen Politik der Nicht-Gastfreundschaft, die immer härter wird und sehr gut die Ungerechtigkeit und die Gewalt des schweizer Asylsystems zeigt.

BUNDESLAGER: EIN GEFÄNGNIS-EMPFANG

Das Lager ist als gigantisches Abschiebelager konzipiert: ein einziger Eingang, Isolationszellen und ein direkter Zugang zum Flughafen. Der von den Behörden gewählte Standort lügt nicht.

Genf wird zur Drehscheibe der Abschiebungen in der Romandie und erhält auf diese Weise die inhumanen Praktiken aufrecht, die bereits von der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus kritisiert wurden.

Wie denn abgewiesenen Asylsuchenden besser „begegnen“ als in einem Gefängnis-Universum? Eine bevormundende und willkürliche Disziplin: obligatorische Meldung bei Kommen und Gehen, Durchsuchungen, Bestrafungen, Fingerabdruck-Entnahme, Unmöglichkeit Nahrungsmittel aufzubewahren oder zu kochen. Eine lächerliche „Nothilfe“, die nur dazu dient, die Asylsuchenden hinsichtlich ihrer Abschiebung der Polizei zur Verfügung zu halten. Arbeit, die wie bei den Gefangenen mit 3.75 CHF pro Stunde entlöhnt wird.

Das Ganze ist ebenfalls darauf ausgelegt, dass sich die Asylsuchenden nicht unter den Rest der Bevölkerung mischen. Restriktive Zeitpläne (9h – 17h unter der Woche) verunmöglichen Arbeit sowie soziales Leben ausserhalb des Lagers. Die Kinder werden schliesslich im Innern eingeschult, was sie von anderen Kindern trennt und sie eines normalen Lebens beraubt.

ADMINISTRATIVHAFT: RUHE, WIR SPERREN EIN, WIE SCHIEBEN AB

Die Administrativhaft erlaubt es den Behörden, ausländische Personenen bis zu 18 Monaten einzusperren, einzig, weil sie nicht über die guten Papiere verfügen. Es bedingt keines Verbrechens, um hinter den Gittern zu landen.

In Genf bestehen heute drei solche Gefängnisse: La Favra, Frambois und der Service asile et rapatriement à l‘aéroport (SARA, z.dt. Asyl- und Rückführungsdienst beim Flughafen). Diese Gefängnisse sollen in den nächsten Jahren durch La Brenaz (168 Plätze) und durch das an das Bundeslager von Grand-Saconnex angrenzende Gefängnis (50 Plätze) ersetzt werden.

Während diese Praxis in Genf vor 20 Jahren beinahe beinahe unbekannt war, wird der Kanton schon bald über mehr als 218 Plätze zur Inhaftierung von migrantischen Personen verfügen. Ein exponentieller Anstieg, Ausdruch einer immer gewalttätigeren und enthemmteren rassistischen Migrationspolitik

SYMBOLPROJEKT EINER RASSISTISCHEN POLITIK

Diese Politik des gewalttätigen Ausschlusses, die klar auf Menschen aus aussereuropäischen Ländern zielt, kann als nichts anderes als rassistische Politik qualifiziert werden. Die Bundesbehörden, der Kanton Genf und die Gemeinde Grand-Saconnex lassen der Bevölkerung keine andere Wahl, als sich zu organisieren, um sich dagegenzustellen und sich mit den betroffenen Personen zu wehren.

LEXIKON

„Abgewiesene Asylsuchende“: Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde (Negativ- oder Nichteintretensentscheid). Von den Behörden und den rassistischen schweizer Gesetzen werden sie von da an als „illegal“ angesehen. Niemand sollte illegal sein.
„Administrativhaft“: Inhaftierung einer Person, während die Behörden a) die Identität überprüfen oder b) die Ausweisung aus dem schweizer Gebiet organisieren. Die inhaftierte Person wird folglich als kriminelles Subjekt betrachtet und als solches behandelt.

WAS TUN?

Die rassistische staatliche Politik nicht zu unterstützen, heisst insbesondere:
– sich auf asile.ch und renverse.co zu informieren
– Solidarisch mit Menschen im Exil zu sein und diese durch ein Maximum an Initativen und Aktionen zu unterstützen
– Darüber zu sprechen und die Aktionen von Perce-Frontières zu unterstützen. Sendet ein Mail an perce-frontières(at)noborders.ch, um über anstehende Events auf dem Laufenden gehalten zu werden.

NO PRISONS FOR MIGRANTS

Paris, Frankreich: Bericht vom zweiten Prozess gegen den Kampf gegen die Abschiebemaschine

übersetzt von non-fides

Am 31. Januar 2018 fand im Zimmer 16 des Gerichts von Paris die Anhörung von sieben Gefährt_innen und Kamerad_innen statt, die für „Sachbeschädigung bei Air France, der SNCF und Bouygues“ sowie der Verweigerung der Entnahme von DNA-Spuren und Signalelementen angeklagt werden. Der Prozess wurde vorerst aufgeschoben.

Der Prozess wird am 22. Juni 2018 weitergeführt. Wieder im Zimmer 16, aber dieses mal in der neuen Zermalmungs- und Bestrafungsfabrik: der neue Justizpalast von Paris im 17. Arrondissement (métro porte de Clichy).

Die Ironie dieses Datums besteht darin, dass der Prozess gegen den Kampf gegen die Abschiebemaschine auf den Tag genau zehn Jahre nach der Revolte stattfinden wird, bei der Sans-Papiers das grösste Internierungslager des Landes, das von Vincennes, in Brand gesteckt haben (22. Juni 2008).

Die feindlichen Besuche in den Geschäften von Air France, der SNCF und von Bouygues, für die nun einige nach acht Jahren bezahlen sollen, spielten sich am 17. März 2010 ab, nur wenige Stunden nach der Verurteilung von zehn Sans-Papiers zu mehrjährigen Haftstrafen für genau diese feurige Revolte vom 22. Juni 2008.

Rendez-vouz am 22. Juni 2018 um 13h30…

… Heute wie gestern, Feuer allen Knästen, sabotieren wir die Inhaftierungs- und Abschiebemaschine!