Category Archives: Bundeszentren

Zürich: GEGENLAGER

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Übers Wochenende (24.-26. Mai 2019) wurde der Pfingstweidpark in Zürich besetzt. Hier das Manifest. Über den Link findet ihr noch zwei Publikationen, die im Rahmen dieser Besetzung veröffentlicht wurden.

 Gegenlager – Manifest

24.Mai 2019

Hallo! Das ist das Manifest zur Besetzung des Pfingstweid-Parks. Für einige Zeit gestalten wir hier einen autonom organisierten Raum, wo wir* bei Workshops, Vorträgen, Podien, Diskussionen oder bei einem Getränk im Bistro Rund um das Thema der neuen Bundesasylzentren diskutieren, uns austauschen und vernetzen wollen.

Dieser Ort ist nicht zufällig gewählt – vis-a-vis wird das neue Bundesasylzentrum gebaut. Am 1. März 2019 trat das neue Asylgesetz in Kraft. Es bringt die Neustrukturierung des Asylwesens und infolgedessen diesen Neubau mit sich. Das neue Asylgesetz wurde von Simonetta Sommaruga, Bundesrätin und Politikerin der Sozialdemokratischen Partei (SP), in die Wege geleitet, und 2016 als Asylgesetzrevision von der Stimmbevölkerung angenommen.

Bei dieser Revision wurden, neben anderen Verschärfungen, das beschleunigte Asylverfahren eingeführt, womit die Abweisungen und Ausschaffungen schneller und effizienter ausgeführt werden sollen, nicht aber die Aufnahmen. Den Kern der Verfahrensbeschleunigen sollen die sogenannten Bundesasylzentren bilden. Wir bezeichnen diese Bundeszentren bewusst als Lager, weil darin Menschen vom Rest der Gesellschaft isoliert, räumlich konzentriert und anderen Gesetzen und Rechten unterstellt werden. Strikte Ausgehzeiten und Eingangskontrollen durch private Sicherheitsdienste, wie ORS Service oder Securitas, erzeugen eine Halbgefangenschaft für die Insass*innen. Die Lager sind für die Zivilgesellschaft und die allgemeine Öffentlichkeit grundsätzlich nicht zugänglich. Ausnahme sind Projekte, die vom Staatssekretariat für Migration (SEM) im Zuge einer vertraglichen Vereinbarung bewilligt werden.

Die Aufgabe der Bundeslager ist, die Menschen möglichst effizient zu verwalten und dabei die Kosten möglichst niedrig zu halten. Neben ders Unterbringung der Geflüchteten werden möglichst alle beteiligten Stellen und Verfahrensschritte in den Zentren gebündelt. Das führt zu einer stärkeren Isolation der Insass*innen und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Die Beschleunigung der Verfahren lässt den Betroffenen sehr wenig Zeit, sich unabhängig zu informieren, Leute kennen zu lernen, sowie Mittel und Wege zu finden, sich gegen den Entscheid zu wehren.

Am Infodesk im Bistro gibt es Bücher, Publikationen und die „Gegen-Lager“ Zeitung, welche aus verschiedenen Perspektiven detailliert auf Themen, die uns* hier interessieren, eingehen. So zum Beispiel auf die Beschleunigung im neuen Asylverfahren, die darin verlorene Selbstbestimmung und die damit einhergehende Isolation der Betroffenen, auf die sogenannt „besonderen“ Lager, die spezifische Situation Zürich, die Rolle der SP im schweizerischen Migrationsregime, auf rechtliche Veränderungen aus der Sicht eines Anwalts, auf Migration in einer kapitalistischen Welt, auf Nothilfe, Widerstand und Aktivismus, auf Repression und vieles mehr.

Wir haben uns Mühe gegeben, bezüglich des Inhalts des Manifests und der Zeitung als auch bezüglich den schreibenden, sprechenden und performenden Personen einen Fokus auf Diversität der Positionen zu legen und setzen uns kritisch mit Privilegien auseinander, können jedoch (leider) keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Wir suchen nach Formen für eine intersektionale Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Dabei befinden wir uns in einem stetigen Prozess, machen Fehler, scheitern und werden unseren Vorstellung und Utopien gerecht. Wir sind unbefriediegt und wütend. Wir haben viele Fragen und freuen uns auf neue Vorschläge und Anregungen, wie solche Veranstaltungen entstehen können, was dabei für Probleme aufkommen und wie wir einen Umgang damit finden , ohne uns von diesen Schwierigkeiten lähmen zu lassen, um kämpferisch zu bleiben.

Mit der Besetzung des Pfingstweid-Parks wollen wir auf die prekären Lebensumstände von Migrant*innen, auf die neue Politik des schweizer Migrationsregimes und ihrer gesellschaftlichen und ökonomischen Bedeutung aufmerksam machen. 

Wir wollen Widerstand formulieren und leisten. Wir wollen eine laute Auseinandersetzung, damit alle sie hören können, sie hören müssen.

Wir begnügen uns nicht mit realpolitischen Forderungen, denn es ist die bürgerlich-sozialdemokratische Politik, welche die Verwaltung von Menschen zu kapitalistischen Zwecken ausübt und mit ihrer Herrschaft die Idee von Nationen und deren Grenzen aufrecht erhält.

Es ist möglich und wichtig, dass Leute sich organisieren und sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung stellen. Anstatt die Verantwortung an Politiker*innen abzugeben, können wir uns hier und jetzt zusammenschliessen und kollektiv neue Handlungsansätze finden. Für das selbstorganisierte, kollektive Handeln gibt es unzählige Möglichkeiten.

Wir fordern ein freies, selbstbestimmtes und kollektiv organisiertes Leben für alle. Gegen jegliche Verwaltung von Menschen! Alles Allen!

* Das wir ist  hier unbegrenzt und so soll auch die Bewegungsfreiheit sein

Aktionsfrühling gegen die Bundeslager!!

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Wir rufen diesen Frühling zu möglichst vielen Aktionen gegen die neuen Bundeslager und das Migrationsregime auf!!!

Am 1. März 2019 tritt ein verändertes Asylgesetz in Kraft. Mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens werden die Betroffenen ab sofort in sogenannten ‚Bundesasylzentren‘ untergebracht. Wir bezeichnen sie bewusst als Lager! Betroffene werden dadurch vom Rest der Gesellschaft isoliert und sind ständiger Kontrolle unterworfen. Diese Lager schaffen zwei Kategorien von Menschen und trennen uns in Illegale und Legale!

Es liegt in unserer Verantwortung, die Lagerisierung in der Schweiz und das dahinterstehende Migrationsregime zu bekämpfen und uns solidarisch mit allen Betroffenen zu zeigen. Lasst uns diese Politik, die einsperrt, kategorisiert und ausschafft nicht mittragen!

Wir rufen deshalb diesen Frühling zu möglichst vielen Aktionen gegen diese neuen Bundeslager und das Migrationsregime auf!!!

Lasst uns mit allen möglichen Mitteln und Methoden dem Staatssekretariat für Migration (SEM) und den involvierten Akteur*innen zeigen, dass unsere Solidarität und unser Verlangen nach Freiheit stärker sind, als ihre Lager und Ausschaffungsknäste!

Lasst uns kreativ sein! Es gibt unendlich viele Möglichkeiten. Hier ein paar Vorschläge:

  • Recherche: Was passiert hinter den Mauern und Zäunen?Infos recherchieren, teilen und publik machen.
  • Informationen verbreiten: Infos verbreiten über die Bundeslager! Viele Menschen wissen nicht, was da gerade abgeht. Redet im Alltag mit Familie und Freund*innen darüber, verteilt Texte, Videomaterialen und nutzt die Ausstellung zu den Bundeslagern. Organisiert Themenmonate. Kreiert selbst etwas; veröffentlichen und verteilen nicht vergessen.
  • Direkten Kontakt und Unterstützung von Betroffenen: Wir können die Isolation der Lager durchbrechen, indem wir z.B. vorbeigehen, mit Betroffenen sprechen, Fahrdienste anbieten, Kontakte zu solidarischen Rechtsanwält*innen vermitteln, Informationsaustausch zwischen Innen und Aussen ermöglichen etc.
  • Öffentliche Aktionen, Demos etc.: Plakat- oder Flyeraktionen, Demos, ein (unsichtbares) Strassen(bahn)theater, Platzbesetzungen, Lager- und Knastspaziergänge, Transpis hängen, Sticker designen und verkleben, Blockaden, Baustellenbesetzungen etc.
  • Sabotage und direkte Aktionen: Sand ins Getriebe streuen, ein bisschen stören, die Kosten in die Höhe treiben, Ausschaffungen blockieren! Es gibt bestimmt für alle ein geeignetes Werkzeug den Verantwortlichen zu zeigen, dass das Fass am überlaufen ist.
  • Vernetzung: Es ist wichtig, die verschiedenen Aktionen sichtbar zu machen, unsere Kämpfe zu vernetzen und in einen Zusammenhang zu bringen. Alles, was in diesem Frühling gegen die Bundeslager geschieht, kann z.B auf barrikade.info veröffentlicht werden, um die Stärke und die Diversität unseres Widerstandes sichtbar zu machen!

Ihr seht, unsere Handlungsmöglichkeiten gegen die Bundesasyllager sind unzählig, für alle ist was dabei und alle Formen des Widerstandes dagegen sind wichtig und ergänzen sich!

Nun nichts wie ab, bildet Banden, schmiedet Pläne, bastelt, malt, druckt, verbündet euch, spaziert, demonstriert oder schleicht umher in den vielen Nächten und Tagen dieses Frühlings! Veröffentlicht eure Tätigkeiten auf barrikade.info oder schickt sie uns per E-Mail an nolager@immerda.ch (denkt an Verschlüsselung und an Metadaten!). Lasst uns unsere Wut auf diesen Angriff gegen die Freiheit sichtbar machen, unsere Aktionen und Informationen veröffentlichen und sie zusammenführen.

Für die Freiheit,
Bundeslager bekämpfen!

Was sind eigentlich Bundeslager?

Bundeslager sind das neuste Produkt bzw. Werkzeug einer rassistischen, sich stets verschärfenden Politik. Sie sollen ab dem 1. März 2019 schweizweit in Betrieb genommen werden. Mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens will das Staatssekretariat für Migration (SEM) das sogenannte ‚beschleunigte Verfahren‘ einführen, mit Hilfe dessen Menschen effizienter verwaltet und schliesslich ausgeschafft werden können. Das SEM zentralisiert mit den Bundeslagern nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Asylverfahren unter einem Dach. Die betroffenen Menschen werden vom Rest der Gesellschaft isoliert, ihr Alltag ist gekennzeichnet von Kontrolle und Fremdbestimmung. Wer der Kategorie eines ‚echten Flüchtlings‘ nicht entspricht, wird ausgeschafft oder muss untertauchen und sich unter prekärsten Verhältnissen in einem der wohlhabendsten Ländern der Welt durchschlagen.

Eine vertiefende Übersicht über die verschiedenen Facetten des Schweizer Lagersystems gibt es beispielsweise unter diesem Link zu einer Ausstellung über die Bundeslager: ausstellung.noblogs.org oder hier: https://barrikade.info/Was-sind-eigentlich-Bundeslager-1675

Die Bundeslager sind ein staatlicher Angriff auf die Freiheit von uns allen.

Bern: Wer hat uns das einbrockt?

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Heute am 1. März 2019 tritt ein neues Asylgesetz in Kraft. Es bildet die Grundlage für die Bundeslager und will ein möglichst effizientes Ausschaffungssystem etablieren. Die Instrumente dazu sind schnelle Verfahren mit verkürzten Rekursfristen, Rechtsvertretung und zentralisierte Lager mit strikten Regeln und Bestrafungsmechanismen.

Entgegen der Beauptung der Linken und profitierenden NGOs bewirkt der Rekurs des Asylgesetzes eine weitere Verschlechterung der Situation für geflüchtete Menschen. Ausnahmsweise ist diese Verschärfung nicht ein Angriff von Rechts sondern ein Versuch der SP sich in der Mitte einer rassistischen Wählerschaft zu positionieren.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga (SP) hat ihre Rolle als langjährige Justizdirektorin dafür genuzt Mechanismen zu erschaffen, die zu einer möglichst weitreichenden Kontrolle über Migrant*innen führen und dabei versucht möglichst wenig Härtefälle zu legalisieren.

Wer von einer Welt ohne Grenzen träumt und eine Gesellschaft aufbauen will die gegenseitige Solidarität anstrebt, darf der Politik ruhig mal einen Streich spielen.

Pünktlich zum neuen Gesetz wurde am 1.3 die Eingangstüre des SP-Büros in Bern mit Farbe versprüht und das Schloss verleimt.

Furia: Themenfokus Asylmaschinerie

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Am 1. März 2019 tritt schweizweit die Asylrechtsverschärfung in Kraft, welche die rechtliche Grundlage für die Inbetriebnahme der Bundeslager bildet. Bis jetzt haben die Kantone viele kleinere Asyllager betrieben, an deren Stelle wird der Bund ca. 18 grosse Lager eröffnen. Bundeslager sind Orte, an denen migrierte Menschen zentralisiert verwaltet, kontrolliert und festgehalten werden. Die stärkere Zentralisierung erlaubt eine noch grössere Überwachung und die Schwelle zur Umwandlung in komplett geschlossene Lager wird immer niedriger. Diese Entwicklung können wir nicht nur in der Schweiz, sondern europaweit beobachten.

Um diese Veränderungen mitzuverfolgen, klare Positionen zu erarbeiten und dagegen vorzugehen, liegt der Fokus in der anarchistischen Infothek Furia in Bern im März und April 2019 auf der neusten Asylrechtsverschärfung. Da diese aber nicht für sich alleine stehend betrachtet werden kann und mit diversen Entwicklungen im Migrationsbereich und darüber hinaus verknüpft ist, werden wir auch auf andere Themen eingehen.

Alle interessierten Menschen sind eingeladen bei den Veranstaltungen mitzudiskutieren und sich einzubringen.
Alle Nutzer*innen der anarchistischen Infothek Furia sind mitverantwortlich, dass der Raum möglichst diskriminierungs- und unterdrückungsfrei ist.

Der Raum ist rollstuhlgängig und rauchfrei.

Wir bemühen uns, bei allen Veranstaltungen französische und englische Übersetzungen zu organisieren.
Aktuelle Infos dazu und Erweiterungen des Programms gibt es auf furia.noblogs.org sowie auf barrikade.info.

Ort:
Furia- die anarchistische Infothek
Fabrikool
Fabrikstrase 16
3012 Bern

So. 24.3 – So 21.4 – Ausstellung: Bundeslager

Ab 24. März ist die Ausstellung ausstellung.noblogs.org über die Neuerungen im Schweizer Asylrecht und die damit einhergehende Zentralisierung der Lager für Geflüchtete in Bundeslagern (sog. „Bundeszentren“) für etwa 1 Monat in der Furia zu Gast.

Die Ausstellung wird während der Öffnungszeiten der Furia (mittwochs von 16:00 bis 21:00 Uhr und sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr) sowie vor und nach den Veranstaltungen der Reihe zur Asylmaschinerie zugänglich sein.

So. 24.3 – 18:00 – Film: #myescape

Dokumentation mit originalen Videos von Geflüchteten, die ihre unterschiedlichen Wege nach Deutschland und Europa mit ihren Smartphones festgehalten haben.

Trailer (deutsch): https://www.youtube.com/watch?v=YyQAj3qIAsQ

Mo. 25.3 – 19:00 – Vortrag: Nothilfe

historischer Abriss – Argumentation + struktureller Rassissmus der Behörden

So. 31.3 – 18:00 – Kurzfilm: “Lost in Paradise

Kurzfilm (20 min); danach Diskussion mit dem Regisseur

Di. 2.4 – 19:00 – Vortrag: Bundes(asyl)lager

Wie die Schweiz 2019 Migrant*innen kontrolliert und isoliert

Mi. 3.4 – 19:00 – Vortrag: Ausschaffungen

- Die verschiedenen Stufen der Ausschaffung
- Verantwortliche für die ärztliche Begleitung
- Welche Änderungen wird es mit der Revision geben

Sa. 6.4 – 13:00 – Innensichten auf Asylcamps

Input von geflüchteten Aktivist*innen von Migrant Solidarity Network

So. 7.4 – 14:00-18:00 – Brot & Briefe & Lesekreis

Briefe schreiben an Gefangene & Brot backen für alle

Jeden ersten Sonntag im Monat schreiben wir in der anarchistischen Infothek Furia, während den Öffnungszeiten (14:00-18:00) Briefe an Gefangene. Gemeinsam zeichnen, schreiben, dichten wir Briefe, die die Isolation durchbrechen sollen.

Beim Brot & Briefe Sonntag während der Veranstaltungsreihe „Themenfokus Asylmaschinerie“ ist das Schwerpunktthema Ausschaffungshaft.

Zusätzlich gibt es ab 15:00 Uhr einen Lesekreis zum Thema Ausschaffungshaft. Lektüre wird bereitgestellt, kann aber gerne auch mitgebracht werden.

Der Knast ist eine Realität, die uns alle betrifft, die jedoch durch die Isolation und Abschottung schnell vergessen gehen kann. Das gemeinsame Briefe schreiben soll…

• ein Mittel der Solidarität mit den Gefangenen sein
• einen Austausch zwischen den verschiedenen Seiten der Mauer ermöglichen
• uns dazu anregen sich mehr mit dieser Thematik zu beschäftigen und kollektiv darüber zu sprechen
• die Isolation, die die Knäste mit sich bringen ein bisschen durchbrechen

Deshalb wollen wir an jedem 1. Sonntag im Monat in der Furia einen Raum für das gemeinsame Briefe schreiben schaffen, in dem wir uns mit Ideen und Materialien unterstützen können. Natürlich können auch sonst während den Öffnungszeiten in der Furia oder sonst überall Briefe geschrieben werden, an diesen Tagen wollen wir jedoch gemeinsam den Fokus darauflegen. Ab und zu wird es einen Input und eine (geplante) Diskussion geben, diese werden jeweils hier und auf barrikade.info angekündigt.

Ausserdem backen wir jeden 1. Sonntag im Monat im Holzofen des Fabrikool (im Hof ) ab mittags Brot – für alle und auf Kollektenbasis. Komm gern zum Backen dazu, probiere eigene oder neue Rezepte und den selbstgebauten Lehmofen aus – oder hol dir einfach ein frisches Holzofenbrot am Sonntag!

Sa. 13.4 – 14:00 – Austausch + Vernetzung

Die Bundeslager sind da. Wie weiter mit unserem Widerstand?

nooneisillegal

2019/02/28

Düdingen, Fribourg: Riedo Mobilbau – Infrastruktur der Unterdrückung

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Um Menschen einzusperren braucht es Firmen, die die Infrastruktur dazu liefern. Die Firma Riedo Mobilbau macht ihr Geschäft unter anderem damit Container an das Bundeslager Kappelen BE zu vermieten. Menschen leben nicht freiwillig da, sondern werden in ein Asylregime gepresst und können kaum selber bestimmen wie ihr Leben aussehen soll. Die Container von Riedo werden als Raum für Ein- und Ausgangskontrollen genutzt. Die Securitas führt bei jeder Person beim Betreten des Lagers eine Durchsuchung durch. Sie betasten die Menschen und nehmen ihnen die Sachen weg, für die sie keine Quittung haben. Sie setzen auch die unterdrückende Hausordnung und klaren Einschlusszeiten (17:00-09:00) durch. Wer sich nicht daran hält, wird sanktioniert. Geld wird gestrichen, Ausgang verweigert, Einschluss. Das EJPD hat erst kürzlich gesetzlich verankert wie die Repressalien aussehen sollen. mehr Infos

Wer für diese Praxis die passende Infrastruktur liefert ist direkter Akteuer der Unterdrückung. Und wir denken es lohnt sich solche Aktuere auch damit zu konfrontieren. Wer Deals mit Bundeslagern abschliesst befürwortet die Unterdrückung von geflüchteten Menschen.

Lasst uns diese Deals vermiesen! Es gibt viele Firmen, die sich am Migrationsgregime bereichern und die freuen sich bestimmt über Anrufe, Briefe, Farbe, Blockaden, Outings, Leim, Demos, Transpis, Flashmobs, Filme…

Als Zeichen unserer Wut haben wir am Dienstag 26.2.2019 ein paar Container von Riedo Mobilbau in Düdingen mit Farbe verschmiert und Leim an einigen Schlössern hinterlassen.

Genf: Architekten der Einsperrung vandalisiert

übersetzt von renversé (dort findet ihr auch ein Viedo der Aktion)

Eine Staffel von fahnenflüchtigen Architekt*innen zog in der Nacht vom 27. November durch die Stadt und verbreitete dort Farbe und Wut, wo sich die genfer Architekt*innen und Bauingenieur*innen betätigen, die bei der ekelhaften Ausschreibung für den Bau des Verfahrens- und Ausschaffungslagers (Bundeslager) von Grand-Saconnex teilgenommen haben. Dieser Auftrag der Kantons- und Bundesbehörden verewigt die rassistische und repressive Asylpolitik der Schweiz.

Als ihr eure umgestalteten Arkaden oder Schaufenster vorgefunden habt, habt ihr, les bureaux architech/ab ingénierus, meier+associés architectes/ingegneri pedrazzini guidotti, lacroix chessex/ingeni genève, euch sicherlich gefragt, was diese Akte der Sabotage wohl motivieren konnte. Da wir euch nicht allzu lange im Dunkeln tappen lassen wollten, haben wir euch als Hinweis die Namen der Projekte hinterlassen, die ihr der Ausschreibung vorgelegt habt:
Platz Nr. 3 „Ouverture“
Platz Nr. 5 „Lauryn Hill“
Zum Zynismus der gewählten Namen kommt noch der unanständige Gewinn für eure Niederlage hinzu; 45‘000 respektive 20‘000 Stutz! Wir hoffen, dass die Reparaturkosten diese absurden Beträge übertreffen werden.

Das Leuchten unserer unbestreitbar emanzipatorischen Aktion hat uns zudem dazu gebracht, das Konstruieren einzustellen, um viel eher zu dekonstruieren. Die Welt dekonstruieren, die ihr zu konstruieren versucht. Die Umsetzung dieses repressiven Gefängniskomplexes gehört gestört, sabotiert, vandalisiert, denn es darf und wird niemals das Licht der Welt erblicken. Auf unserer Fahnenflucht sorgen wir weiterhin für Ärger. Diese Aktion ist der erste Stein, den wir wegräumen. Mit dieser bescheidenen und symbolischen Aktion rufen wir das ganze Kollegium dieses Gewerbes, das an dieser Ehrlosigkeit von nah oder fern ihren Beitrag leisten könnte, dazu auf, darauf unverzüglich zu verzichten.

Feuer den Knästen!
Solidarität mit allen Menschen im Exil und ohne geregelten Aufenthaltsstatus.

A.C.A.D. (groupe Anti Carcéral d‘ex Architecte à la Dérive – Anti-Knast Gruppe von abdriftenden Ex-Architekt*innen)

Ausstellung zu den Bundeslagern ist jetzt online!

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Analog hat es die Ausstellung seit diesem Sommer schon an verschiedene Orte in der Schweiz geschafft. Nun können die Texte und die Plakate auch online gelesen bzw. angeschaut werden.

https://ausstellung.noblogs.org/

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

Die Ausstellung soll verschiedene Zusammenhänge aufdecken, Verantwortliche benennen und dazu anregen, die Bundeslager und das gesamte Migrationsregime zu bekämpfen.

Bern: Auch die Firma Honegger ist beteiligt an den Bundeslager

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Das neue Auschaffungslager in Giffers FR ist seit dem Dienstag 3. April 18 in Betrieb. In der ersten Phase werden im Lager 130 geflüchtete Menschen unfreiwillig festgehalten. 2019 werden es bis zu 300 Menschen sein, die auf engem Raum unter starken Einschränkungen leben müssen. 50 Plätze gelten als Reserve. Mehr zu den Lebensbedigungen in diesem Zentrum hier

Eine der verschiedenen Firmen die durch diese Zentren bzw. durch die repressive Asylpolitik ihr tägliches Geld verdienen, ist die Firma Honegger AG, die verantworlich für die Reinigung vom Zentrum ist und sich dadurch auch an der ganzen Asylmaschinerie beteiligt.

Das heisst, dass diese Firma, durch eine rassistische Politik, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft einsperrt und kontrolliert, Profit macht. „Das Elend der Einen macht den Gewinn der Anderen“. Ein Satz der diese Situation perfekt zusammenfasst aber der auch prinzipell als Motto für den Kapitalismus gelten könnte.

Um darauf aufmerksam zu machen, haben wir bei dem Gebäude von der Honegger AG, in der Nacht vom 19. auf den 20. August die Fassade versprayt – unter anderem mit „Kein Profit mit Geflüchteten, Honegger wegputzen“. Die ganze Ausschaffungsmaschinerie existiert durch die aktive Kollaboration von Firmen wie Honegger, die dem Staat helfen das Ganze zu gestalten. Mit solchen Aktionen wollen wir den Gewinn durch solche Geschäfte kleiner machen und die Kollaboration dadurch unattraktiver.

Bundeslager – Zunehmende Isolierung und Kontrolle im Migrationsregime Schweiz

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Im Rahmen des diesjährigen NBNN-Festival auf der Schützenmatte in Bern wird es im Dachstock der Reitschule eine Ausstellung zu den neuen Bundeslager geben.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Neustrukturierung des Asylverfahrens und der Einführung der Bundeslager in der Schweiz. Mit der sogenannten Beschleunigung der Verfahren sollen Menschen effizienter verwaltet und ausgeschafft werden. Dafür nimmt das Staatssekretariat für Migration (SEM) Bundeslager in Betrieb, welche nicht nur die Unterbringung, sondern auch das gesamte Verfahren unter einem Dach zentralisieren und vereinheitlichen. Diese Praxis isoliert die betroffenen Menschen noch stärker vom Rest der Gesellschaft und lässt noch weniger Raum zur Selbstbestimmung. Um die Lagerpolitik umzusetzen, baut der Staat auf die Mitarbeit von Privatfirmen und NGOs.

Die Ausstellung soll verschiedene Zusammenhänge aufdecken, Verantwortliche benennen und dazu anregen, die Bundeslager und das gesamte Migrationsregime zu bekämpfen.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Freitag, 27. Juli 16:00 Uhr – 22:00 Uhr
Samstag, 28. Juli 14:00 Uhr – 22:00 Uhr

Der Eingang zum Dachstock befindet sich auf der Seite der Neubrückstrasse (Seiteneingang Dachstock).

P.S. Wir würden uns freuen, wenn die Ausstellung noch an weiteren Orten gezeigt wird. Dazu könnt ihr euch gerne per Mail unter ausstellungbundeslager@immerda.ch melden.

Basel: Angriff auf Lagerarchitekten

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Die Lager für Migrant*innen breiten sich innerhalb wie ausserhalb Europas aus. Auch in der Schweiz entstehen zur Zeit 20 neue Bundesasylzentren. Dieser Euphemismus soll nicht über ihren Charakter der zunehmenden Verwaltung, Kontrolle und Isolierung hinwegtäuschen.

In Grand-Saconnex bei Genf wird momentan an einem solchen Komplex geplant. (Bundeslager, Polizei, Grenzwache und internationale Polizei). Das Architekturbüro Berrel Berrel Kreutler aus Basel und Zürich ist mit seinen Entwürfen Teil dieses neuen Regimes. Ihre jeweils schön imaginierten Architekturen werden in Tat und Wahrheit zum Teil der europäischen Lagerarchitektur – kalt, brutal, isolierend, abgeschottet. Es sind in Beton gegossene repressive Ideen, die derzeit überall aus dem Boden spriessen.

Mit zerbrochenem Glas und an die Fassade gesprayten Sprüchen bei ihrem Büro in Basel haben wir sie vergangene Woche mit ihrer Verantwortung konfrontiert.

Bekannte Aboubakars
In Solidarität mit allen Menschen, die sich momentan ihren Weg nach Europa am erkämpfen sind.