Salzburg, Österreich: Angriffe auf BIG, Hypo und Finanzamt

gefunden auf barrikade

Wir haben in der Nacht von Sonntag auf Montag die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) mit Feuer und Farbe angegriffen. Sie sind verantwortlich für den Gefängnisbau in Puch.
Wir haben die Hypobank mit Farbe angegriffen an. Sie ist das Symbol der Schwarz/Blauen Korruptions- und Spekulationspolitik von ÖVP und FPÖ.
Wir haben beim Finanzamt Scheiben eingeschlagen und es mit Stinkbomben angegriffen, weil wir den Staat angreifen.

In Salzburg am 16.September, weil die österreichische Regierung ein paar Tage später dort ein EU-Gipfeltreffen abhält um weitere Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen einzuführen die sich im speziellen gegen Migrant_innen richten.
Wir scheißen auf die Demonstrationen dagegen, bei der die Teilnehmenden gefilmt, überwacht und kriminalisiert werden. Wir spielen nicht nach den Spielregeln der Mächtigen.

Aufruf zu 10 Tagen der Mobilisierung gegen Grenzen und staatlichen Rassimus anlässlich dem Brennero-Prozess

übersetzt von abbattere le frontiere

Am 12. Oktober startet in Bolzano der Prozess gegen 63 Angeklagte der Demonstration ‚Abbattere le frontiere‘ (‚Reissen wir die Grenzen ein‘) vom 07. Mai 2016 beim Brenner. Auf diesen Prozess wird ein weiterer mit ebenso vielen Angeklagten folgen. Mittlerweile hat das Berufungsverfahren gegen diejenigen, die während dem Umzug verhaftet wurden, das Urteil von einem Jahr und zwei Monaten bestätigt.

Die Gründe, für die wir zum Brenner gefahren sind, sind auch heute durchwegs tragisch aktuell. Angesichts dessen, was um uns herum geschieht, verblasst die Bedeutung dieses repressiven Termins so ziemlich. Mit dem gleichen Geist, mit dem wir zu hunderten zum Brenner gegangen sind, möchten wir aber auch den Prozess zu einer Gelegenheit des Kampfes gegen die immer mörderischeren Grenzen und gegen den Rassismus des Staates machen, der ausser in den Dreissigerjahren noch nie auf einen ähnlichen sozialen Konsens gestossen ist.
Es bedarf nicht vieler Worte, um zu unterstreichen, wie dringend notwendig es ist, gegen diese reaktionäre Welle vorzugehen. Die Konzentrationslager, institutionelle Segregation und in die Halbsklaverei treibende Ausbeutung werden von Aggressionen gegen die Migrant*innen begleitet. Man könnte sich kaum eine niederträchtigere (sowie für Bosse und Regierende funktionalere) Parodie der Klassenauseinandersetzung vorstellen. Es ist, als ob sich die Resignation und die Unterwerfung, mit der ein grosser Teil der Gesellschaft drei Jahrzehnte des kapitalistischen Angriffs hingenommen hat, nun in ihrem Groll gegen die Migrant*innen zusammenballen und ihre ganze Stärke an den diensthabenden Führer delegieren. Als ob der Nationalismus und Rassismus, zwei alte giftige Angelhaken, an denen seit jeher die am meisten Ausgebeuteten anbeissen, die toten Geister infiszieren, die diese wunderbare Demokratie hervorbringt. Zu Brot und Toleranz gegenüber dem Unerträglichen erzogen (denn alles ist bloss eine Meinung, nicht?), stehen wir nun hier.

Und wir?
Die Zeiten, die von den rebellischen Minderheiten drastische Handlungen fordern, von denen ein Partisanenhistoriker sprach, liegen nicht hinter uns, sondern vor uns. Sie sind hier. Und verstärken sich Tag für Tag.
Vom 10. bis 20. Oktober konvergieren die Initiativen, Aktionen und die Wut gegen das und diejenigen, die all das fördern, in der Zeit und verbreiten sich im Raum. Wir müssen Signale geben, uns Ideen und Mut zusprechen (sowie Solidarität mit den Angeklagten der Ausschreitungen beim Brenner ausdrücken).

abbattere le frontiere

Paris, Frankreich: Solidarische Brandstiftung

übersetzt von attaque

Eine Person im Knast in Limoges¹, zwei mit richterlichen Auflagen in Ambert², Einschüchterungsversuche, mehrere Hausdurchsuchungen (die letzte im August in Grenoble). Bullen und Richter*innen versuchen, Menschen ausfindig zu machen, von denen sie glauben, für gewisse direkte Aktionen verantwortlich zu sein.
Für unseren Teil denken wir, dass, wenn Subversive im Visier des Staates stehen, es auch an anderen, an uns, liegt zu handeln, nicht wegzuschauen, zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, dass die Repression uns nicht aufhalten wird.
In der Nacht vom Dienstag, 11. September haben wir an der rue Coriolis (12. Arrondissement) zwei Lieferwagen und ein Nutzfahrzeug der Stadtverwaltung von Paris angezündet.

Eine Umarmung für Krème (die Brandstifter*innen mögen wir übrigens sehr gerne!)
Solidarität auch mit den Angeklagten des Scripta Manent-Prozesses in Italien.

Pyr und Omanes


¹ Seit knapp sechs Monaten sitzt eine Person in Limoges im Knast. Angeklagt wegen einer Brandstiftung auf Fahrzeuge der Gendarmerie in Limoges am 17. September 2017.

² Am 28. März fanden in Ambert drei Hausdurchsuchungen statt. Diese wurden im Zuge der Ermittlungen wegen einer versuchten Brandstiftung an einem Auto von Enedis angeordnet. Zwei Personen wurden vorübergehend festgenommen und am 17. April unter richterlichen Auflagen wieder freigelassen. Die beiden sind wegen „bandenmässigem Versuch, fremdes Eigentum mit einem gefährlichen Gegenstand zu zerstören“ sowie „krimineller Vereinigung mit dem Ziel, ein Verbrechen vorzubereiten“ angeklagt.

Metz, Frankreich: Es lebe der Ausbruch!

übersetzt von sans attendre

Während der Mittagspause am Freitag, 07. September konnten drei Sans-Papiers aus dem CRA von Metz ausbrechen. Sie nutzten die Störung am Eingangsportal, um sich aus dem Staub zu machen.

Zwei der Ausbrecher wurden bei einer sofort eingeleiteten Fahndung mit Helikopter der Gendarmerie sowie rund 30 unterschiedlichen Uniformen (Grenzwache, Nationalpolizei) wieder festgenommen. Der Dritte befindet sich weiterhin im Freien.

Paris, Frankreich: Ein Auto von Bouygues in Flammen

übersetzt von sans attendre

Nacht vom 06. auf den 07. September. Mitternacht war die Stunde der Hexen, der Liebhaber, der Werwölfe, der Verschwörer… hier gibt es nur Beton, Makadam, Kameras und Menschen, die in ihre Bildschirme flüchten. Wie es ein nettes Tag meint, dass während diesem kleinen Spaziergang entdeckt wurde „Stoppt Netflix, lebt euer Leben“.

Nicht weit entfernt, an der rue des Maraîcheurs im 20. Arrondissement, fanden wir ein Auto von Bouygues, Konstrukteure von Knästen. Ein kleiner Zaubertrick und… voilà die Flammen.

Wir haben nicht vergessen, dass Krem wegen dem Barbecue am quai Valmy immer noch eingesperrt ist. Ein Gedanke auch an die Person, die wegen der Brandstiftung bei der Gendarmerie in Limoges angeklagt ist, an CCF, die in Griechenland vor Gericht stehen, an die Anarchist*innen der Operation Scripta Manent in Italien. An alle eingesperrten Menschen, drinnen wir draussen, die für die Freiheit von allen kämpfen.

Solidarität heisst Angriff!

Einige Hexen, Liebhaber, Verschwörer und sogar ein einsamer Wolf.

Pradalunga und Cremona, Italien: Steine und Farbe gegen die Lega Nord

übersetzt von round robin

 Über die Medien erfahren wir, dass in der Nacht vom 02. auf den 03. September der Eingang eines Lega Nord-Büros in der via Gritti in Pradalunga mit roter und schwarzer Farbe verschmiert wurde. Nur wenige Kilometer entfernt, hielt Matteo Salvini an diesem Abend eine Kundgebung ab. Vor etwa zwei Wochen wurde bereits innerhalb weniger Stunden ein Büro der Lega in Bergamo (nachdem es bereits im Februar 2018 schonmal angegriffen wurde), in Sant‘Omobono sowie ein Wandbild der Lega in Pontida mit Farbe verschmiert.

Wie die Medien berichten, ist die Lega auch in Cremona nicht sonderlich beliebt. In der Nacht vom 01. auf den 02. September wurden die Fenster beim Büro der Lega mit Steinen eingeworfen und der Spruch „Rassist*innen und Wächter*innen und Mörder*innen“ hinterlassen.

Libyen: Riots und Hungestreiks in mehreren Internierungslagern

übersetzt von theglobepost.com, via dialectical-delinquents

30.08.18 – Gemäss einem Bericht vom UNHCR brachen aufgrund der schlechter werdenden Bedingungen in den libyschen Internierungslagern für Geflüchtete Riots und Hungerstreiks aus.

Das UNHCR beurteilte die Vorfälle als „ernst“ und meldete, dass Mitarbeitende einem physischen Risiko ausgesetzt wurden.

Zu den Riots und Protesten kam es in verschiedenen Internierungslagern, genaue Angaben zu der Anzahl an beteiligten Menschen konnten aber keine gemacht werden. Das Verhalten sei aber nicht generalisiert.

Die Organisation beobachtete in den vergangenen Wochen eine „kritische Verschlechterung“ der Bedingungen in den Lagern aufgrund der Überbevölkerung und „extrem schrecklichen“ Lebensbedingungen. Flüchtlinge, die an den Riots und Hungerstreiks beteiligt sind, „fordern eine Lösung ihrer desolaten Lebensbedingungen“.

Die Lager werden von der international anerkannten libyschen Regierung in Tripolis betrieben. Darin werden Migrant*innen festgehalten, die an Land oder von der Küstenwache, die von der EU unterstützt wird, aufgefangen wurden.

(…)

Australien: Proteste nach Suizidversuch von Asylbewerber

gefunden auf zeit.de

03.09.18 – Nach dem mutmaßlichen Suizidversuch eines Asylbewerbers in einer australischen Verwahranstalt ist es dort zu Protesten gekommen. In dem Gebäude etwa 90 Kilometer von der Großstadt Perth entfernt legten andere Insassen auch Feuer. Der Brand konnte nach Angaben der Behörden unter Kontrolle gebracht werden. Der 22 Jahre alte Asylbewerber aus dem Irak hatte nach Angaben eines Anwalts versucht, sich in seiner Zelle zu erhängen. Die Proteste ereigneten sich in einem sogenannten Aufenthaltszentrum für Einwanderer. In solchen Einrichtungen sind Ausländer untergebracht, die sich ohne gültige Papiere in Australien aufhalten.

Madrid, Spanien: Revolte und kollektiver Ausbruch aus dem Lager von Aluche

übersetzt von sans-attendre

Am 15. August kam es im Internierungslager (CIE, Centro de Internamiento de Extranjeros) von Aluche in der Nähe von Madrid zu einem Massenausbruch.

Eine Serie von individuellen Initiativen führte zu einem kollektiven Ausbruch, der es 13 Sans-Papiers erlaubte, dieses Gefängnis für Ausländer zu verlassen. Alles, was es dafür brauchte, waren vorausgehende Beobachtungen und Kühnheit. Zum Ende des Abendessens, gegen 21 Uhr griffen zwei Sans-Papiers einen Wärter an und entwendeten seinen magnetischen Schlüssel. Bevor sie sich zum Ausgang bewegten, zogen sie aber noch zu zwanzigst bis zum Überwachungsraum, den sie munter verwüsteten. Ein Wärter wurde bei dieser Gelegenheit ebenfalls noch verletzt. Nach dieser Tour passierten 13 Gefangene die verschiedenen Türen bis zur frischen Luft.

Die Menschenjagd wurde sofort eingeläutet. Drei Ausbrecher wurden dabei in der Umgebung gefangenen genommen, zwei weitere am nächsten Tag in einem anderen Quartier von Madrid. Die acht anderen sind weiterhin auf der Flucht. Viel Glück! Vor knapp einem Jahr, am 30. September 2017 gelang es bereits 46 Sans-Papiers aus dem Internierungslager von Aluche auszubrechen. Damals brachen sie zusammen eine Türe nach der anderen auf bis zum Hauptausgang. Dieses Mal reichte es, den entscheidenden magnetischen Schlüssel zu entwenden… denjenigen des Abteilungsleiters.

Ceuta, Spanien: 115 Migranten dringen in spanische Exklave Ceuta ein

gefunden auf spiegel.de

Schon Ende Juli hatten Hunderte Migranten die spanische Hafenstadt an der nordafrikanischen Küste gestürmt. Jetzt sind wieder viele Menschen in Ceuta eingedrungen. Einige Polizisten wurden verletzt.

22.08.18 – Weil Ceuta zwar an der nordafrikanischen Küste liegt, aber zu Spanien gehört, ist die Hafenstadt für Flüchtlinge interessant, die in die Europäische Union gelangen wollen. Bei einem neuen Massenansturm afrikanischer Migranten sind nun mindestens 115 Menschen von Marokko aus in die spanische Exklave gelangt. Es sei ihnen gelungen, gewaltsam den sechs Meter hohen doppelten Grenzzaun zu überwinden, sagte ein Sprecher der Regierungsvertretung in Ceuta der Nachrichtenagentur dpa.

Demnach seien sieben Polizisten bei dem Versuch verletzt worden, die Migranten abzuwehren. Einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Flüchtlinge griffen die Beamten unter anderem mit Branntkalk an, der beim Kontakt mit der Haut gefährliche Verätzungen verursacht.

„Eine Umarmung mit guten Wünschen für eine baldige Genesung für die sieben Polizisten“, twitterte die spanische Guardia Civil (Zivilgarde). Insgesamt hätten 300 Migranten versucht, den Zaun zu stürmen, viele jedoch ohne Erfolg, erklärte der Sprecher der Regierungsvertretung.

Mit Scheren hätten die Menschen, die aus Ländern in Afrika südlich der Sahara stammen, Teile des Zauns durchschnitten, zitierte die spanische Zeitung „El País“ einen Beamten. „Einige sind über den Zaun geklettert, andere sind durchgestiegen.“ Die Migranten seien dabei „gewaltsam und aggressiv“ vorgegangen. Fünf von ihnen erlitten Schnittwunden.

Bereits am 26. Juli war es mehr als 600 Flüchtlingen an der gleichen Stelle gelungen, Ceuta zu erreichen. Vier Beamte der Guardia Civil mussten behandelt werden, nachdem die Migranten damals ebenfalls Branntkalk sowie Flammenwerfer eingesetzt hatten. Es handelte sich um den größten Ansturm der vergangenen Jahre.

Spanien verfügt in Nordafrika über zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe der beiden Gebiete harren Zehntausende Afrikaner auf eine Gelegenheit, in die EU zu gelangen.


Ceuta: Spanien schickt 116 Migranten zurück

gefunden auf br.de

24.08.18 – Spanien hat aus der nordafrikanischen Exklave Ceuta 116 Migranten zurück nach Marokko geschickt. Die Aktion basierte auf einem Abkommen von 1992, in dem sich Marokko zur Rücknahme von Flüchtlingen aus Drittstaaten bereit erklärt. Die Männer waren am Mittwoch über einen sechs Meter hohen Stacheldrahtzaun geklettert und hatten dabei Grenzschützer angegriffen.