Archiv für den Monat: Juni 2019

Basel: 3 Rosen gegen Grenzen

gefunden auf barrikade

Dieses Wochenende: 3 Rosen gegen Grenzen
www.3-rosen-gegen-grenzen.ch/ #3rgg
Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen. Samstag 29.6 ab 13 Uhr bis Sonntag 30.6 auf der Dreirosenmatte, Basel.

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Was geht?

Wir treffen uns auf der Dreirosenanlage in Basel und organisieren Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen. Es wird ein Raum geschaffen für grundsätzliche Kritik und um eine widerständige Praxis zu entwickeln. Um gemeinsam etwas tun zu können, ist es wichtig, sich zu begegnen. Komm vorbei, informiere dich und bring dich ein!

Worum geht es?

1.Das Schweizer Asylwesen ist ein System der Verwaltung, Kontrolle und Einsperrung. Dies zeigt sich umso mehr in den entwürdigenden, gefängnisähnlichen Bundesasyllagern, die seit Anfang März betrieben werden. Wehren wir uns gemeinsam und solidarisch gegen diese neue Form der Fremdbestimmung.

2.Migrant*innen werden in der Schweiz häufiger zu Haftstrafen anstelle von Geldbussen ver-
urteilt, Ausschaffungsgefängnisse sind nur für sie gebaut. 70% aller Eingesperrten besitzen keinen Schweizer Pass. Der Freiheitsentzug ist ein Werkzeug des staatlichen Rassismus. Lasst uns widerständig werden gegen Einsperrung und Ausschaffungen.

3.Die europäischen Aussengrenzen werden mit Unterstützung der Schweiz seit Jahren verstärkt und militarisiert mit dem einzigen Ziel, Menschen davon abzuhalten, nach Europa zu kommen. Tausende sind schon gestorben und Tausende versuchen täglich, die Grenzen zu überwinden. Wehren wir uns selbstbestimmt gegen Abschottung und Grenzen.

Und sonst?

Nebst den Veranstaltungen wird es Essen und Trinken, diverse Stände, Kinderbetreuung (nur Samstags), ­Transpimalen, Fähnchen produzieren, ein Chillzelt uvm. geben.

Paris, Frankreich: Bye-bye Eiffage

übersetzt von attaque

In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni brannte an der rue des Grands Champs in Paris ein Lieferwagen von Eiffage.
Gegen das Gefängnis, gegen diese Welt, die ein grosses Gefängnis ist.
Feuer denen, die die Knäste bauen.

In Solidarität mit den Anarchist*innen im Hungerstreik in Italien (und auch mit allen anderen).

Leipzig, Deutschland: Straßenbaumaschine von Eurovia-Vinci brennt

gefunden auf indymedia

Wir hassen Knäste, viele von unseren Gefährt*innen werden dort festgehalten, zum Teil gefoltert, Knäste sind Kernstück der Durchsetzung der jeweils herrschenden Ordnung. Vinci baut Knäste, dieses Gefährt gehört Vinci, daher wollten wir es niederbrennen. So einfach ist eigentlich der Gedankengang der zum Brandanschlag auf die Straßenbaumaschine am 24. Juni führte.

Die Sache könnte aber auch etwas anders dargestellt werden: Wir befinden uns in einer Welt die zu komplex ist um immer klar sagen zu können, was auf welche weise womit zusammenhängt. So gesehen werden die Leute die die Straße reparieren für irgendeine Tochtergesellschaft im Unternehmensgeflecht von Vinci arbeiten, einen der größeren Baukonzernen der Welt. Sie haben mit der Knastbauerei eigentlich nichts zu tun. Das Straßenbaugefährt wurde wohl auch nicht für den Bau von Knästen genutzt. Reichen verachtenswerte Tätigkeiten eines Teils einer Riesenfirma aus um dann bei jedem anderen Teil dieser Firma zuzuschlagen? Warum dieses fast beliebige Fahrzeug anzünden und nicht zu einer Knastbaustelle fahren um dort zu randalieren?

Die herrschende Ordnung richtet uns tagtäglich zu, zur Schule, zur Arbeit, zu Staatsbürger*innen, zur Unterwerfung unter Geschlechterstereotype und so weiter. Sie ist in der Wahl ihrer Mittel sehr kreativ und aufgeschlossen. Dieser staatliche Angriff gegen die Menschen verläuft kontinuierlich. Damit verdient der Staat und seine Handlanger es ebenso jederzeit und auf vielfältige Weise angegriffen zu werden. Die Komplexität und Verschleierung der Machtverhältnisse hält uns nicht davon ab zurückzuschlagen wann und wo es uns passt.

Solidarische Grüße an die Gefangenengewerkschaft, die sich mit ihrem zunehmenden Einfluss auch der perfiden Feindseligkeiten der Knastverwaltungen erwehren muss.

Viel Kraft den Anarchistinnen Anna und Sylvia, die mit ihrem Hungerstreik im Knast von L’Aquila, für ein Ende der Isolation im 41bis-Regime kämpfen.

Freiheit für alle Gefangenen!

Camorino: Hungerstreik im Bunker

Rund 30 Personen im Bunker von Camorino (vom Roten Kreuz und von DSS verwaltet) befinden sich seit dem 25. Juni im Hungerstreik.

Erklärung der Hungerstreikenden gefunden auf freccia spezzata

Für Flüchtlinge im Kanton Tessin werden neue schockierende und inakzeptable Gesetze eingeführt.

Flüchtlingsmitteilung

Der Kanton und das Rote Kreuz sind dabei, ein neues Flüchtlingsgesetz zu erlassen, das sie zwingt, das Lager gegen ihren Willen um 6:00 Uhr morgens zu verlassen und um 21:00 Uhr zurückzukehren.

Wir Flüchtlinge haben beschlossen, diesen Befehl des Kantons abzulehnen, weil wir wissen, dass sie uns gegen die Mauer drängen, so dass wir gezwungen sind, etwas außerhalb der Box zu tun, was dem Roten Kreuz und dem Kanton den Weg für die Abschiebung aus dem Land öffnet. Das ist nichts anderes als eine einfache schmutzige Politik, die mit uns, den zivilen Flüchtlingen und bedrohten Flüchtlingen, die zu Hause verfolgt werden, betrieben wird.

Sie haben uns bereits in einen Zustand der Depression versetzt. Ist es unbekannt, was das Rote Kreuz mehr mit uns machen will? Der Gedanke, der uns durch den Kopf geht, ist, dass es besser wäre, uns das Leben allein zu nehmen, als zu Hause unmenschlich verfolgt zu werden, wo der Kanton uns wegschicken zu wollen scheint.

Sie finden immer wieder einen neuen Weg, um alle hier zu belästigen, indem sie Hindernisse und Gesetze und unangenehme Probleme schaffen. Sie drohten, die Polizei zu rufen. Sie bedrohen uns und lassen uns nicht raus, sie bringen uns nie in die Wohnungen. Wenn Belästigung ein Verbrechen ist, warum ist sie dann gegen Flüchtlinge in der Schweiz erlaubt?

Wir sind es leid, dass sich die Mitarbeiter so verhalten. Wir werden jedoch nichts Unrechtes tun, um uns selbst oder anderen zu schaden, so dass das Rote Kreuz einen Grund findet, härter zu sein. Wir haben beschlossen, uns dieser Ungerechtigkeit zu widersetzen. Wir werden das Lager nicht nach diesem erzwungenen und vorgeschriebenen Zeitplan verlassen, auch wenn sie die Polizei rufen. Wir tun nichts Illegales. Wir werden im Hungerstreik sitzen, uns weigern zu essen und gegen diese unlogische Verhängung sinnloser Gesetze über Unterkünfte protestieren, und wir werden alle friedlichen Verfahren zur Vermeidung dieser Gesetze anwenden.

Wir bitten Sie alle, sich mit uns gegen den unmenschlichen Akt des Kantons und des Roten Kreuzes zu stellen.

Solidaritätskundgebung vor dem Bunker

Solidaritätskundgebung vor dem Bunker

Italien: Weitere Angriffe in Solidarität mit den hungerstreikenden Anarchist*innen

übersetzt von anarhija

Rom: Funkmasten in Solidarität mit dem Hungerstreik angezündet

ROM – 12. JUNI

DIE PNEUS VON EINEM MOBILEN FUNKMASTEN ANGEZÜNDET
IN SOLIDARITÄT MIT ANNA SILVIA UND DEN ANARCHISTISCHEN GEFANGENEN IM HUNGERSTREIK
FÜR DE SCHLIESSUNG DER SEKTION AS2 IN AQUILA
NEIN ZU 41 BIS
NEIN ZUR VIDEOKONFERENZ


Bardonecchia: Sonntag Nacht wurde ein Auto der Carabinieri in Bardonecchia beschädigt. In Solidarität mit Anna und Silvia und für die Schliessung der Sektion As2 im Gefängnis.


Claviere: Sonntag Nacht wurde der internationale Golfplatz (Eigentum von Lavazza¹) zwischen Monginevro und Claviere mit Lack und Unkrautbekämpfungsmittel beschädigt.
In Solidarität mit Anna, Silvia und allen Inhaftierten, ob in den Gefängnissen oder in den CPRs, und mit den Kämpfen in diesem Bereich.

Kommuniqué:
GEGEN ALLE GRENZEN
Gegen Lavazza, die verwüsten und profitieren
Auf einem Platz, auf dem tagsüber die Reichen Gold spielen
Während die Migrant*innen verfolgt und zurückgewiesen werden
Gegen diese Selektion, die tötet
Gegen jede Form der Haft
In Solidarität mit Anna, Silvia und allen Gefährt*innen im Hungerstreik.
Für die Schliessung der Sektion AS2 in Aquila
FREIHEIT FÜR ALLE!


¹ Lavazza ist ein international tätiges italienisches Kaffeeunternehmen.

Zürich: Gefängnis-Ausbrecher im Kreis 1 verhaftet

gefunden auf 20min

Am Mittwochabend (19.06.19) verhaftete die Stadtpolizei Zürich im Kreis 1 einen Mann, der Anfang Juni mit zwei Komplizen aus dem Flughafengefängnis geflohen war.

Kurz nach 22.00 Uhr erblickte am Mittwochabend eine Streifenwagenpatrouille der Stadtpolizei Zürich beim Bellevue einen Mann, der ihnen von Fahndungsbildern her bekannt vorkam. Als die Polizisten auf ihn zugingen, marschierte er schnellen Schrittes davon, konnte aber nach wenigen Metern eingeholt und kontrolliert werden.

Bei den Abklärungen stellte sich heraus, dass es sich um einen der drei Männer handelt, die am 8. Juni aus dem Flughafengefängnis geflohen waren. Er wurde verhaftet und dem Migrationsamt zugeführt.

Die drei Häftlinge überwanden am Samstag, 8. Juni 2019, eine Mauer und flüchteten über den Spazierhof aus dem Flughafengefängnis. Bei den Flüchtigen handelt es sich um einen 47-Jährigen aus Sri Lanka sowie zwei Somalier im Alter von 27 und 21 Jahre. Sie sassen dort im Gefängnis wegen Verstosses gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz.

Montreal, Kanada: Auto von Lemays Vizepräsident in Flammen

übersetzt von montreal counter information

11. Juni – Am Tag der Solidarität mit den anarchistischen Langzeitgefangenen wurde der BMW von André Cardinal vor seinem Haus im Quartier NDG angezündet. André Cardinal ist der Vizepräsident von Lemay, das Architekturbüro, welches die Pläne für das Gefängnis für Migrant*innen in Laval zeichnet.

Möge das Feuer für all jene brennen, die uns die Welt der Gefängnisse und Grenzen gestohlen hat.

Göttingen, Deutschland: Reifen vor Auslaenderbehoerde abgefackelt

gefunden auf indymedia

Reifen vor Goettinger Auslaenderbehorde angezuendet.

In der Nacht vom 17.06.2019 auf dem 18.06.2019 wurden vor der Goettinger Auslaenderbehorde mehrere Reifen angezuendet und die Fassade mit Farbe markiert.

Anfang Mai 2019 wurde schon wieder eine Person vor dem Rathaus festgenommen und abgeschoben. Dabei ist es ganz klar, JEDE Abschiebung ist ein Verbrechen.
Menschen wird durch Abschiebung ihr Leben geraubt. Sie werden eingesperrt und verschleppt an Orte, an denen sie nicht leben koennen und wollen. Die, die dafuer verantwortlich sind, weisen alle Schuld von sich, verstecken sich hinter Schreibtischen, Paragraphen und Befehlen von Oben. Aber die Verbrechen finden genau hier statt. Vor dem Rathaus und in der Auslaenderbehoerde.

Athen, Griechenland: Immigrant*innen gegen Syriza

übersetzt von athens.indmedia

08.06.19 – Auf dem Victoria Square, in einer migrantischen Nachbarschaft, richtete die Partei Syriza vor ein paar Wochen ein Propagandabüro für die Wahlen ein.

Syriza versuchte während den Aktivitäten dieses Büros aufzuzeigen, dass ihre Anwesenheit auf dem Victoria Square ihre Unterstützung für Immigrant*innen beweise! Aber in Tat und Wahrheit war die Anwesenheit von Syriza in der migrantischen Nachbarschaft einzig ein dreckiges, politisches Spiel; die Immigrant*innen für ihre Propaganda zu missbrauchen.

Was wir als Immigrant*innen brauchen, ist nicht eine linke Partei an der Macht, Bosse sind Bosse, egal ob von links oder rechts.

Was wir als Immigrant*innen brauchen, ist eine freie und gleiche Gemeinschaft, die nur durch Selbstorganisation in der Form eines Kollektivs entstehen wird; eine Gemeinschaft ohne Autorität und Hierarchie; eine Gemeinschaft, in der die Mitglieder*innen fähig sind, Entscheidungen in einer freien und gleichen Umgebung zu treffen.

NEIN ZUM STAAT, NEIN ZU DEN NGOs
JA ZUR SELBSTORAGNISATION
JA ZU EINER GLEICHEN UND FREIEN KAMPFGEMEINSCHAFT

Auf dem Kiosk steht geschrieben:
Solidarität mit Immigrant*innen
Tod für Syriza
Immigran*innen gegen Syriza

Frankfurt, Deutschland: Spie Auto tiefergelegt und entglast

gefunden auf indymedia

Gestern Nacht haben wir bei einem Firmenfahrzeug der Knastfirma Spie in Frankfurt Rödelheim die Reifen geplättet, die Frontscheibe und den Lack zerstört

Spie gehört zum international tätigen Konzern Vinci, welcher unseren Freund*innen in Frankreich in der ZAD (zone a defendre) durch den geplanten Bau des Flughafens NDDL und der damit einhergehenden Vertreibung und Enteignung der Menschen vor Ort bekannt ist. Darüber hinaus verdient Vinci sein Geld mit dem Bau von Hochsicherheitsknästen weltweit und dem Erhalt selbiger.

Für uns ist das nicht hinzunehmen! Unsere Gefährt*innen im Kampf um ein besseres Morgen werden von der Gesellschaft geächtet und ein Konzern wie Vinci verdient damit sein Geld. Spie und Vinci profitieren von den sich zuspitzenden Verhältnissen und der autoritären Formierung der europäischen Gesellschaften und Staaten. Sie befriedigen die Wünsche der Herrschenden immer mehr Knäste für immer mehr illegalisierte Menschen zu errichten. Wir wissen, dass unsere Aktion wie so viele im Symbol verharrt, doch wir sind uns sicher, dass es den offenen, militanten Antagonismus mit einem System braucht welches jeden Tag Menschen zu Grunde richtet und sie ihrer Lebensgrundlage beraubt. Wir denken an all die illegalisierten Menschen, welche dazu gezwungen werden aufgrund fehlender Papiere Drogen zu verkaufen, an alle Schwarzfahrer*innen und Schuldner*innen die ihre Zeit im Knast absitzen müssen.

Nicht zuletzt denken wir an Loic und die von Repression betroffenen Freund*innen in Brüssel, Basel, den Anarchist*innen im Hungerstreik in l’Aquila und Lisa welche jetzt in Spanien in Haft ist. Wir hoffen das unsere Worte und Taten bis zu euch hinter die Mauern dringen! Viel Glück und Kraft!

Für eine befreite Gesellschaft ohne Knäste!

Für die Anarchie!


Anm. v. AdHdF: SPIE gehört nicht zum Vinci-Konzern, ist aber dennoch Teil der Inhaftierungs- und Abschiebemaschine.