Category Archives: Flucht

Palaiseau, Frankreich: Ausbruch nicht gelungen, aber…

übersetzt von attaque

Sie haben ihren Ausbruch vorbereitet und ihre Zelle in Brand gesetzt. Zwei Gefangene im CRA de Palaiseau versuchten in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai auszubrechen. Die Beamten schritten ein, um ein Drama zu verhindern. Mit einem Feuerlöscher versuchte ein Beamter das Feuer zu löschen. Ein Gefangener schlug ihm daraufhin ins Gesicht und brach ihm dabei die Nase.
Die beiden Inhaftierten nutzten die Verwirrung und hauten ab. Beim Eingangstor wurden sie allerdings von der Polizei von Palaiseau, die sich direkt neben dem Gefängnis befindet, aufgehalten. Doch auch dann lehnten sich die Gefangenen weiter auf: Ein Polizist wurde beim Eingriff am Knie verletzt. Einer der Inhaftierten wurde soeben aus dem Gefängnis von Fleury überstellt, um abgeschoben zu werden.
(…)

Die Grenze tötet. Die Militarisierung ist ihre Waffe

übersetzt von vallées en luttes

Ein Frau ist gestorben. Eine Leiche ohne Namen wurde am Mittwoch in der Nähe des Dammes bei Prelles, in der Durance, dem Fluss durch Briançon aufgefunden.

Eine schwarze Frau ohne Papiere, von der niemand gemolden hat, dass sie verschwunden ist. Ein Körper ohne Leben und ohne Namen, so wie die Tausenden, die sich auf dem Grunde des Mittelmeeres wiederfinden.

Dieser Tod ist kein unerwartetes Missgeschick, kein Zufall. Der Berg, der Schnee und die Kälte haben damit nichts zu tun.

Dieser Tod hat sich über den gerade vergangenen Winter abgezeichnet, durch die Militarisierung, die in den letzten Monaten ihr Unwesen in diesen Bergen treibt und durch die dutzenden Personen, die mit Verletzungen, verursacht durch die Flucht in Richtung Frankreich, ins Spital gebracht werden mussten. Er ist eine unumgängliche Konsequenz der Politik der Grenzschliessungen und der Militarisierung.

Dieser Todesfall ist nicht Schicksal. Es ist Mord mit sehr einfach zu identifizierenden Drahtziehern und Komplizen. An erster Stelle die Regierungen, ihre Politik der Grenzschliessung und all die Personen, die dies unterstützen.

Gendarmen, Luft- und Grenzpolizei, Gebirgsjäger und nun auch diese lächerlichen Neofaschisten der Génération Identitaire, die auf den Wegen und Routen patrouillieren, um auf Jagd nach Migranten zu gehen, die einen Weg über diesen Pass suchen. Mit Schneemobilen jagen sie auf den Wegen und im Schnee, passen sie auf den Wegen nach Briançon und ins Stadtinnere in ihren Autos ab. Viele, die ins Spital gebracht wurden, verletzten sich in der Folge von Stürzen, nachdem sie versuchten, den Polizeikontrollen zu entkommen.

Diese Frau ist nur eine unter den dutzenden Geflüchteten, die jeden Tag versuchen, nach Frankreich zu kommen, um ihr Leben weiterzuführen. Um dies zu erreichen, musste sie zu Fuss im Schnee diese unsichtbare Linie überqueren, die sie Grenze nennen. Mit sicheren Transportmitteln zu reisen, war ihr nicht möglich, da sie keine gültigen Papiere besitzt und wegen der rassistischen Kontrollpolitik an der Grenze. Danach musste sie auf die Strasse zurück, um die 17 km in die Stadt zu laufen. Während diesem langen Fussmarsch musste sie wohl auf eine Polizeisperre gestossen sein, wie das die abgewiesenen Menschen oft erzählen. Die Gruppe mit der sie unterwegs war, hat sich wohl aufgeteilt beim Anblick der Polizei oder der Gendarmerie, die die Unerwünschten jagen, um sie einzupacken und nach Italien zurückzubringen: Das alltägliche Gänsespiel hat dieses Mal getötet.

Diese Frau ohne Namen musste beim Versuch, sich zu verstecken, ausgerutscht sein, getötet von den Polizeikontrollen. Die kommende Autopsie in Grenoble wird uns mehr über die Todesursache wissen lassen.

Die Grenze separiert und tötet.
Vergessen wir nicht, wer die Verantwortlichen sind.

12 Mai, Refuge autogéré Chez Jesus

Drei Tote in weniger als 20 Tagen

gefunden auf barrikade

Blessing, 21-jährig, tot in einem Fluss gefunden – er wollte der Police National entkommen. Mamadou wurde nach einer polizeilichen Abschiebung tot im Wald aufgefunden. Gestern wurde eine weitere Leiche im Orridio du Fréjus, auf der italienischen Seite, gefunden. Eine Leiche im fortgeschrittenen Verwesungsstadium wurde erst gefunden, nachdem der Schnee geschmolzen ist.

Drei Tote in weniger als 20 Tagen. Diese Grenze wird schnell zum Friedhof.

Polizei. Gendarmerie. PAF (Police aux Frontieres, Franz. Grenzpolizei, Anm. d. Übersetzenden). Alpenjäger. Sie sind direkt für diese Todesfälle verantwortlich. Die Grenze tötet durch seine uniformierten Hände. Die Ordnungskräfte sind der bewaffnete Arm dieses Systems der Selektion und Ausgrenzung, das zum Attentäter wird.

Ohne die Polizei wäre es jedem freigestellt, einen Zug, einen Bus oder ein Flugzeug zu nehmen.

Die Repression der Ordnungskräfte gegen die «Migrant*innen», die «Sans-Papiers», hat sich auf diesen Bergen sichtbar in Tötung übersetzt. Aber sie ist auch überall sonst. Dabei handelt es sich um Razzien in Städten, in denen die Polizei spezifisch Blockaden durchführt, um diejenigen, die keine Dokumente haben, zu jagen, zu bedrohen und in Gefangenenlagern einzusperren. Es sind die Wärter des «Centre Permanent pour le Repatriement», des neuen CIE (Centres d´Internement pour Etrangers, Anm. d. Übesetzenden), multipliziert mit Minniti und neben den Flughäfen platziert, um Abschiebungen zu erleichtern. Angestellte der Ämter haben die Macht zu entscheiden, ob sie Asylbewerber*innen ein Blatt Papier geben oder nicht. Es ist jede Uniform, die gemäss der Konformität der beabsichtigten Selektion durch politische und wirtschaftliche Institutionen handelt.

Die Grenze hat wieder getötet.
Die Ordnungskräfte sind die Vollstrecker.
Wie vergessen nicht, wie vergeben nicht.

Genf: Dreifacher Ausbruch aus la Favra

übersetzt von renversé

Eine herrliche Nachricht, die uns über die Zeitung Le Courrier diesen Donnerstag (17. Mai) erreicht. Ihr Titel: „Drei Gefangene brechen aus Favra aus“. Das Bedürfnis, diesen kleinen Artikel zu schreiben, kam mit der Freude über diese Ausbrüche, die es den drei Ausgebrochenen ermöglichen werden, ihre gewalttätige Abschiebung nach Marokko respektive Algerien zu verhindern.

Gemäss der Zeitung hätten sie die Gitterstäbe in ihrer Zelle durchsägt, sich mit der Hilfe ihrer Bettlaken aus dem Fenster abgeseilt und anschliessend den Zaun aufgeschnitten. Wir freuen uns umso mehr, da die Wärter von la Favra die Ausbrüche erst am nächsten Morgen bemerkt haben. Wir können also davon ausgehen, dass sich die Ausgebrochenen heute weit weg und in Sicherheit befinden. Wir hoffen, es geht ihnen gut.

Le Courrier schreibt weiter, dass sie wahrscheinlich Hilfe von ausserhalb erhalten hatten. Wir hoffen, dass es auch dieser Hilfe gut geht.

Dieser Vorfall ereignet sich fast genau ein Jahr nach dem Ausbruch von zwei Gefangenen aus dem gleichen administrativen Internierungslager. Einen Monat später, am 22. Juni 2017 kam es dann zu einem Ausbruchsversuch, dies ebenfalls in la Favra.

Wir nutzen diesen Artikel, um daran zu erinnern, dass auch heute noch viel zu viele in diesen Internierungslagern eingesperrt sind. Bis 2022 möchte der Kanton Genf mit Maudet an der Spitze die Anzahl Internierungsplätze von heute ungefähr 50 auf 200 erhöhen.

Während wir darauf warten, alle Gefängnisse zu zerstören, unterstützen wir die Asbrüche und die Ausgebrochenen, unterstützen wir den Kampf der inhaftierten Personen!
Während wir darauf warten, die Grenzen zu zerstören, unterstützen wir die Menschen auf der Flucht in ihrem Kampf!

Nice, Frankreich: Ausbruch nach traditioneller Art

übersetzt von sans attendre

Nach einer alten Praxis der Präfektur, erfahren wir von dieser netten Geschichte erst mit grosser Verspätung und weil jemand dafür gefasst wurde. Aber dennoch; am 23. April schrieb ein lokales Blatt (Var Matin), dass am 19. März fünf Sans-Papiers aus dem Internierungslager von Nice ausbrechen konnten.

Sie schlugen die Decke der Toilette ein, stiegen dann vom Dach mit der Hilfe eines Seils wieder herunter und kletterten anschliessend über das Absperrgitter der Anlge.

Einer von ihnen, der sich bereits weigerte in ein Flugzeug in Richtung Algerien einzusteigen, musste vor Gericht: Drei Minuten nach den ersten Vier nutzte dieser ebenfalls diesen Weg in die frische Luft, wurde allerdings gleich hinter dem Gitter von einer Polizeipatrouille gefasst. Am 23. April wurde er zu zwei Monaten Haft verurteilt. Die anderern Vier befinden sich noch immer im Freien.

Palazzo San Gervasio, Italien: Hungerstreik und Massenausbruch im CPR

übersetzt von hurriya

Der Kampf der im CPR von Palazzo San Gervasio inhaftierten Personen kennt keine Ruhepause. Über die lokalen Medien erfahren wir, dass am 09. April einige Gefangene einen Hungerstreik organisiert haben, um gegen die Haftbedingungen im staatlichen Lager zu protestieren.

In der Nacht gelang es dann 22 der 82 Gefangenen auszubrechen, indem sie über das Dach des Gebäudes kletterten. Drei der Ausbrecher wurden später von den Ordnungskräften wieder eingefangen.

Wir erinnern daran, dass am 25. April um 11 Uhr vor dem CPR eine Versammlung in Solidarität mit den Personen stattfinden wird, die sich von Lampedusa bis Palazzo San Gervasio im Kampf für die Freiheit befinden.

Toulouse, Frankreich: Ausbruch aus dem Abschiebelager Cornebarrieu

übersetzt von sans attendre

Mit der Hilfe von zwei anderen Gefangenen gelang es einem Algerier am Sonntag, dem 04. Februar 2018 aus dem Abschiebelager Cornebarrieu auszubrechen.

Gemäss verschiedenen Quellen hatte der Mann zwei „Komplizen“ im Innern des Lagers, genauer: im hinteren Teil des Hofes: Zwei Gefangene halfen ihm mit einer Räuberleiter, um das Absperrgitter zu überwinden. Den Stacheldraht bedeckte er mit Kleidern und Handtüchern, um unverletzt auf die andere Seite zu gelangen. Die Behörden haben seither die Spur des Flüchtigen verloren.

Gemäss den Medien kommt es aus diesem Gefängnis für Fremde, das sich direkt neben dem Flughafen Toulouse-Blagnac befindet, selten zu Ausbrüchen.

Eine Freude für die Rüstungskonzerne

übernommen von der WOZ, 08. Feb 2018

Themis, so heisst in der griechischen Mythologie die Göttin der Gerechtigkeit und der Philosophie, der auch die moralische Ordnung anvertraut ist. Und „Themis“ nennt die europäische Grenzschutzagentur Frontex ihre neuste Mittelmeeroperation, die sie am 1. Februar praktisch ohne mediales Aufsehen gestartet hat und die die bisherige (nach dem Meeresgott Triton benannte) Mission ersetzt.

Als „Assistenz für Italiens Grenzschutz“ preist Frontex die neue Operation in der dazugehörigen Medienmitteilung an. Im Klartext bedeutet das: Die Flucht nach Europa wird weiter erschwert. Bislang kamen Flüchtende, die auf dem Mittelmeer aus Seenot gerettet wurden, automatisch nach Italien. Künftig sollen sie zum nächstgelegenen Hafen gebracht werden. Zwar beteuert die Agentur, mit dieser vagen Formulierung lediglich die Häfen von EU-Ländern wie Malta zu meinen. Doch wer soll garantieren, dass man die Geflüchteten nicht in Länder wie Tunesien zurückbringt? Oder nach Libyen, wo sie in gefängnisartige Lager gesteckt und gefoltert werden? Die Guardia Costiera operiert zudem künftig nur noch bis zu 24 Seemeilen (rund 44 Kilometer) vor Italiens Küsten. Weil die Behörden die privaten SeenotretterInnen, die in der Vergangenheit in die Bresche sprangen, kriminalisieren, dürfte die Zahl der Todesfälle auf dem Mittelmeer nur noch weiter steigen.

Auch sonst beinhaltet das Mandat der neuen Operation einige Unklarheiten: So soll „Themis“ neu auch „Terrorismus und Drogenschmuggel“ bekämpfen. Dafür wird Frontex mit der EU-Militäroperatin Eunafvor Med und der NATO-Operation Sea Guardian kooperieren, von denen die Grenzschutzagentur beispielsweise Aufklärungsdaten aus der Satelitenüberwachung erhält. So schreitet die Militarisierung der Grenzsicherung immer weiter voran.

Bis Anfang Februar haben in diesem Jahr knapp 7800 Menschen die Fahrt übers Mittelmeer gewagt. 321 haben die Reise niht überlebt. Die neue Frontex-Mission will ihren Fokus vor allem auf die Bekämpfung „grenzübergreifender Kriminalität“ legen. Die Einzigen, die sich ob diesem Zynismus freuen dürften, sind die europäischen Rüstungskonzerne, die für die Operationen auf hoher See die Technologie verkaufen.

Folterknechte der Meere und der Wüste – Die Politik der italienischen Regierung in Libyen

übersetzt von act for freedom und round robin

Was sich vor der Küste und innerhalb des libyschen Territoriums abspielt, ist wahrlich exemplarisch für die abscheulichen Zeiten, in denen wir leben.

Mit dem unverschämten Vorwand des „Kampfes gegen den Menschenhandel“ finanziert der italienische Staat grosszügig Kriegsherren, Wärter und Milizen (die völlig unbeholfen als die „libysche Regierung“ hingestellt werden) zwecks der Kontrolle und massenhaften Internierung der Armen auf der Flucht. Patrouillen und Zurückweisungen an den Küsten des Mittelmeers, die Inhaftierung von ungefähr 600‘000 Menschen in den libyschen Konzentrationslagern, der Bau einer Mauer in der Wüste entlang den Grenzen mit Niger, Mali und dem Chad. Die gleichen Milizen, die sich über Monate mit den Reisen der Verzweiflung bereichert haben, werden nun dafür bezahlt, dies zu verhindern. Die gleichen Milizen, die von ENI mit der bewaffneten Verteidigung ihrer Ölfelder beauftragt werden. In den 34 Konzentrationslagern kommt es tagtäglich zu Folter, Gewalt, Vergewaltigungen. Wichtig ist, dass die unerwünschte menschliche Ware die Träume nach Ordnung und Sicherheit in Italien und Europa nicht stören kommt. Das Übrige ist nicht unsere Angelegenheit, nicht wahr? Wurden auf der anderen Seite nicht auch die gleichen Vereinbarungen mit Erdogans Türkei getroffen?

Der ‚Wiederaufbau‘ in Libyen, den die Demokraten nun im Gegenzug zu den Mauern gegen Migranten ankündigen, ist die Fortführung dessen, was mit ihren Bomben begann. Die verschiedenen libyschen Herrschaften nutzen die Waffe der Migranten, um um Geld und internationale Anerkennung zu streiten. Was jede Macht als „Regierung“ anerkennt, ist schlicht die rüchsichtsloseste und zuverlässigste Mörderbande.

Sowie damals der linke Napolitano zur Teilnahme am Krieg angeregt hatte, prahlt heute ein Diener der partito democratico wie Minniti mit dem Rückgang der Anfünfte von Migranten. In der Zwischenzeit hat ENI weitere neun Ölfelder auf den 30‘000 km² eröffnet, die sie auf libyschem Gebiet beherrschen. Andere itatliensche Unternehmen sind mit Sack und Pack bereit, nachzuziehen.

Städte werden im Namen des sogenannten „Antiterrorismus“ militarisiert und dann werden libysche djihadistische Milizen für ihre eigenen Interessen bezahlt. Es wird über die „demokratischen Rechte“ gefaselt, aber das einzige „Recht“, das Millionen von Armen haben, ist es zu krepieren. Der Begriff der „unterlegenen Rassen“ wird nicht mehr länger verwendet, doch das Resultat ist dasselbe.

Während soviele unserer Mitmenschen im Terror versinken, ist der Angriff auf die Herren der Ausbeutung und der Kriege die einzige Möglichkeit, nicht in der unmenschlichsten Gleichgültigkeit zu versinken.

PDF-Broschüre zur Politik der italienischen Regierung in Libyen auf italienisch

Frankreich: Weitere Ausbrüche aus den Knästen für Fremdlinge

übersetzt von sans attendre

Reihenweise Ausbrüche aus dem Internierungslager de Vincennes (oder wie ein Brand den Weg zur Freiheit öffnet)

Die lokale Presse informiert uns, dass es im Internierungslager de Vincennes zu einer Reihe an Ausbrüchen kam. Alles begann in der Nacht vom 05. auf den 06. Dezember 2017, in der kurz nach einem versuchten Ausbruch von 7 Gefangenen eine Revolte ausbrach und die gesamte Abteilung 3 unbrauchbar zurückliess. Nach dieser Meuterei wurden die Gefangenen aus dem verwüsteten Trakt in eine andere Abteilung überstellt, die im Gegensatz zu den anderenen Abteilungen direkt an die Strasse grenzt und offensichtlich einige Sicherheitslücken aufweist. Seit dem 06. Dezember gelang es insgesamt 26 Sans-Papiers, aus diesem Knast auszubüxen. Ein Bulle bestätigt, dass die „Gefangenen die Türen der Abteilungen aufbrechen, um in die neue zu gelangen“, von der aus sie versuchen zu flüchten. Der letzte Versuch in der Nacht von Sonntag auf Montag (22. Januar 2018) war für drei Gefangene ein voller Erfolg.

In der Silvester-Nacht seien 17 Sans-Papiers aus dem geschlossenen Lager ausgebrochen. Ein Bulle wettert ohnmächtig: „Etwa 12 Inhaftierte holten am Vortag ihre persönlichen Effekten ab (…) Wir haben schwer damit gerechnet, dass sie einen Ausbruch vorbereiten.“ Die Ausbrecher hätten einen Angestellen, der für die Reinigung zuständig ist, abgelenkt, sodass sie ihm seinen magnetischen Badge entwenden konnten, mit dem sie dann die Türen öffnen konnten.

Die Präfektur versucht die Bullen zu beruhigen und hat angekündigt, dass die Gefangenen dieser „durchlässigen“ Abteilung in den alten, verwüsteten Flügel überstellt werden, der gerade renoviert wurde und dass Sicherheitsarbeiten in den anderen Abteilungen vorgenommen werden würden.


Sète: Die Bullen, letzte Hürde vor der Freiheit

In der Nacht zu Montag, 08. Januar 2018 versuchte ein Gefangener aus dem Internierungslager am Hafen von Sète (A.d.Ü. eine kleine Hafenstadt in der Nähe von Montpellier) auszubrechen. Um dies zu erreichen, hatte er keine andere Wahl, als einen Bullen niederzuschlagen, der für zwei Stiche auf seinem Schädel ins Spital gebracht werden musste. Seither leidet er an Kopf- und Nackenschmerzen. Leider konnte ein anderer Bulle, der gerade in der Gegend war, einschreiten, um seinen Kollegen zu verteidigen und den Gefangenen mit der Hilfe von zahlreichen weiteren Bullen festzusetzen. Der Mutige wurde für diesen versuchten Ausbruch in Untersuchungshaft gesteckt.