Archiv für den Monat: Dezember 2015

Communiqué zur vierten SpontanDemo: Refugees Welcome (Bern)

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Rund 300 Menschen haben heute Nachmittag in Bern gegen die Flüchtlingspolitik der EU und des AKP-Regimes demonstriert.Während die Türkische Regierung die Terroristen des Daes (IS) unterstützt versucht sie gleichzeitig auf dem Buckel der Geflüchteten wirtschaftliche Vorteile herauszuholen. So entstand das Abkommen zwischen der EU und der AKP Regierung, dass die Türkei die Grenzen dicht machen soll und dafür rund drei Milliarden Euro bekommen soll. Statt auf Erdogan zu bauen unterstützen wir den Widerstand in Rojava und solidarisieren wir uns mit den Widerständigen in der Türkei – gegen Erdogan, AKP und Daesh! Aus diesem Grund zogen wir lautstark vom Bahnhofplatz, über den Helvetiaplatz bis zur türkischen Botschaft.

Der Ursprung der diesjährigen grossen Flüchtlingswelle liegt im syrischen Bürgerkrieg. Vor dem Krieg und der Barbarei der Daesh (Islamischer Staat) flohen in den letzten drei Jahren mehrere Millionen Menschen in die umliegenden Länder. Spätestens nach den Anschlägen in Paris ist die Brutalität der Daesh auch im Westen angekommen. Dies hat zur Folge, dass immer mehr westliche Militärmächte in den Konflikt eingreifen. Die Welt ist im Begriff sich in religiöse Fundamentalisten und nationalistische Kriegstreiber zu spalten. In Rojava (Nordsyrien) gehen die Menschen einen anderen Weg und erkämpften ein alternatives Gesellschaftsprojekt. Die Befreiung der Frau, Bildung für alle, bedingungsloses Asyl für alle Flüchtenden und basisdemokratische Räte mit flachen Machtstrukturen sind einige der Grundpfeiler, die unter einem hohen Einsatz an Menschenleben verteidigt werden konnten.

Der revolutionäre Kampf in Rojava ist jedoch lange nicht beendet. Vieles wurde vom Krieg zerstört und durch ein internationales Embargo fehlen wichtige Ressourcen für den Wieder- und Neuaufbau. Zudem will Daesh mit wiederholten Anschlägen Angst verbreiten. Das NATO-Mitglied Türkei versucht aus der ganzen Situation Profit zu schlagen und präsentiert sich im Westen als Lösung für die Flüchtlingskrise, sowie für die Beendigung des syrischen Bürgerkrieges. Die Realität ist jedoch eine andere, nebst den Übergriffen auf Helfer*innen der Revolution in Rojava an der nordsyrischen Grenze, wird Daesh nach wie vor vom Erdogan-Regime finanziell, logistisch und militärisch unterstützt.

Refugees Welcome heisst Solidarität mit den Kämpfer*innen in Rojava!

 

SchülerInnen Demo in Zürich

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Wir Schülerinnen und Schüler der Stadt Zürich haben zu einer Demonstration am 3. Dezember 2015, 19:00 Uhr, aufgerufen, um gegen die unmenschliche Asylpolitik und die rassistische Grundstimmung in der Schweiz zu protestieren.

Wie sich im Verlauf des Abends zeigte, waren wir nicht die einzigen, die es im Sinn hatten zu demonstrieren.
Die Bullen wollten ihr Gewaltmonopol mit dem Einsatz von Gummischrot(t) und Pfefferspray demonstrieren und versuchten Demonstrationsversuche im Keim zu ersticken.
Dies erstaunt uns weniger. Denn genau sie sind es, die nach Racial Profiling Personenkontrollen vornehmen und Deportationen von Flüchtenden in die Herkunftsländer überhaupt ermöglichen.


Am 03.12.15 um 19:00 besammelten sich circa 200 Schülerinnen und Schüler vor dem Bahnhof Stadelhofen. Die Bullen waren auch schon vor Ort. Schon Als Demonstrationsteilnehmer ein Transparent auspackten, stürmten die Bullen hin und rissen es ihnen gewalttätig aus den Händen. Mit einem neuen Transparent folgte ein Demoversuch richtung Bellevue. Auf dem Weg kesselten die Bullen einen Teil der Demo ein. Dabei manövrierten sie so ungeschickt, dass sie selber zwischen dem Fronten von Jugendlichen aus der Demo in einer Gasse standen. Diese machten gut Stimmung, indem sie Parolen riefen. Die Bullen antworteten mit Pfefferspray und Gummischrot(t) gegen die friedlichen Schülerinnen und Schüler. Ein Teil der Eingekesselten konnte die Bullen überlisten und konnte sich so aus dem Bullenkessel befreien. Etwa 10 Personen schafften dies nicht und bekamen eine Wegweisung. Nach dem ersten Angriff der Bullen startete der 2. Demoversuch. Dieser Versuch wurde nach guten, kämpferischen und lauten 200 Metern durch eine Bullenwand an der Seefeldstrasse gestoppt.
Man bewegte sich nun wieder zum Bahnhof Stadelhofen, wo man einen dritten Demoversuch Richtung Kunsthaus wagte. Diesmal erfolgreich.
Es kam zu einer Demo mit guter Stimmung, lauten Parolen und Feuerwerk, welche übers Kunsthaus, durchs Niederdörfli, Central, HB, Bahnhofstrasse und schliesslich ans Bellevue zur Auflösung gelangte.

Wir Jugendlichen liessen uns von niemandem einschüchtern, die Strasse zu nehmen und den Protest gegen Rassismus und Ausgrenzung kund zu tun. Wir werden wiederkommen; noch lauter, und noch kämpferischer.
Man sieht sich am Samstag dem 12.12.15 auf der Strasse an der Demo gegen das rassistische Migrationsregime. 14 Uhr Helvetiaplatz, all cho!!!

 

Festung Europa sabotieren – wir schaffen das

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Die Unordnung der einen ist der Freiraum der anderen: Dem Staat mag einiges entglitten sein, die Registrierung der Flüchtlinge, die Kontrolle ihrer Wege und Ziele, der selbstorganisiert helfende Aktivismus eines Teils seiner eigenen BürgerInnen. Darauf reagieren der Staat und die WohlstandschauvinistInnen mit Repression, Angriffen und Militarisierung. Wir rufen auf zu Anschlägen auf Infrastruktureinrichtungen, die den Zusammenhalt und das Funktionieren der Festung Europa nach innen und außen garantieren. Die Festung Europa ist in ihrer wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit zu sabotieren!

Noch während die Flüchtenden von freiwilligen HelferInnen, von mitfühlenden AktivistInnen, von solidarischen Menschen an den Bahnhöfen begrüßt wurden, verschärften die MachthaberInnen die rechtlichen Hürden für Flucht und Migration beinahe täglich. Dabei geht es nicht um reine Abschottung, sondern um Sortierung – in „gute“, „verwertbare“ und „weniger gute“, kaum zu „verwertende“ Geflüchtete. Führende Vertreter der Wirtschaftseliten wünschen sich ein begrenztes Potential an gut ausgebildeten Billigarbeitskräften. Menschen, die die Bereitschaft und Motivation mitbringen, jeden Strohhalm zu ergreifen, um den Kriegsverhältnissen zu entkommen, vor denen sie geflüchtet sind, sollen integriert werden – falls ihre Arbeitskraft für den Fortbestand des Standortes Deutschlands nützlich sein könnte. So ermöglichen Krieg, wirtschaftliche Not und Flucht den Unternehmen und dem Standort eine neue Runde der Lohndrückerei, unter dem Vorwand, ein vermeintliches demographisches Problem auszugleichen.

Angesichts dieses Selektionsziels – wir benutzen die Vokabeln bewusst, da wir widerliche Verhältnisse nicht durch politisch korrekte Bezeichnungen auch noch schönreden wollen – leuchtet es uns ein, warum die politisch Verantwortlichen in Kauf nehmen, dass Familien bei Kälte, Regen und mittlerweile Schnee im Freien vor dem „Landesamt für Gesundheit und Soziales“ in Berlin, dem „LaGeSo“, die Nächte und Wochen hindurch für ihre Termine anstehen müssen. Das so entstehende öffentliche Bild ist durchschaubar: Die „unhaltbaren Zustände“, die „Überforderung“ kann dann Thema in der öffentlichen Propaganda werden. Den WohlstandschauvinistInnen aller Färbungen und Parteien dient es als Zunder für ihre geistige Brandstifterei. Aktivistisch orientierte Nazis setzen die so erzeugte Stimmung in Brand- und Mordanschläge um. Der Verfassungsschutz wird sie – wie gewohnt (Stichwort: NSU) – gewähren lassen, steuern und bereitwillig Aufbauhilfe leisten, siehe Hogesa: Ein V-Mann des Verfassungsschutzes hatte die „Hooligens gegen Salafismus“ gegründet, die bekannt wurden durch ihren Innenstadt-Terror in Köln mit mehreren tausend Beteiligten.

Nicht nur die Nazis greifen Flüchtende und ihre Orte an: Die Polizei räumte das selbstorganisierte Camp kämpfender Refugees am Oranienplatz in Berlin. Sie überfiel das von Refugees besetzte Schulgebäude in der Ohlauerstraße und verhängten einen mehrtägigen Ausnahmezustand über das Viertel. Auf die Besetzung eines Hostels in der Friedrichshainer Gürtelstrasse antwortete sie mit der Abriegelung des Wohnblocks und einer Strategie des Aushungerns. Im Kleinen wie im Großen zeigt sich: Die Festung Europa kann nicht anders als militärisch gegen die Menschen in der Migration, die sie die „Flüchtlingskrise“ nennen, vorgehen. Wer das alles überlebt und erträgt, darf vielleicht bleiben und sich integrieren, so die Logik dieses buchhalterisch Kosten und Nutzen verrechnenden „Migrationsregimes“.

Allerdings haben sich Mitmenschlichkeit und Empathie eines Teils der Bevölkerung in Deutschland und in vielen anderen Ländern in solidarisches Handeln verwandelt und damit diese Festung durchbrochen. Und das ganz ohne staatliche Steuerung und regierungsamtliche Lichterketten – auch als praktische Antwort von Unten auf den Hass der Vertreter der rassistischen weißen Herrenrasse mit ihren Brandanschlägen. Gleichzeitig haben die Herrschenden kein anderes Problem als „die Ordnung wieder herzustellen“, sprich: die unkontrollierten Unterstützungsbewegungen wieder einzufangen und selbstbewusste, selbstorganisierte Flüchtende zu stoppen, die die Grenzen notfalls auch zu Fuß und quer über die Felder schaffen.

Der institutionelle Rassismus, wie er im abschiebungsorientierten Streben nach Wiederherstellung der Ordnung zum Ausdruck kommt, hängt mit Nazimorden und -brandstiftungen und der geheimdienstlichen Unterstützung beim Aufbau faschistischer Organisationen zusammen. Die vom Verfassungsschutz aufgebauten und teilweise durch V-Leute sogar geführten Zusammenhänge (Stichwort: Hogesa) bilden eine terroristische Reservearmee in diesem Land, die den kolonialen und rassistischen Chauvinismus als Leitkultur absichern soll, wenn es „eng“ wird. „Eng“ wird es dann, wenn soziale Konfliktlinien aufbrechen und revolutionäre Kämpfe daraus entstehen könnten – z.B. aus der Zusammenarbeit von Refugees und anderen verarmten oder empathischen  Bevölkerungsteilen.

Die Unordnung der einen ist der Freiraum der anderen: Dem Staat mag einiges entglitten sein, die Registrierung der Flüchtlinge, die Kontrolle ihrer Wege und Ziele, der selbstorganisiert helfende Aktivismus eines Teils seiner eigenen BürgerInnen. Die Menschen auf der Flucht haben die Unordnung durchgesetzt mit ihrer Mobilität, Kreativität, ihren Ideen und Strukturen, sei es in Deutschland, an den Grenzen der Balkanstaaten oder sonstwo unterwegs. Für sie ist die Unordnung eine Chance: Sie nutzen die Situation, indem sie sich ihr eigenes Zielland suchen, sich selbst entscheiden, welchen Zug sie nehmen und wo sie aussteigen und dabei weiter die ordnende, registrierende, sortierende und letztlich abschiebende Behördentätigkeit unterlaufen. Daher das krampfhafte Bemühen um die „Wiederherstellung der Ordnung“. Würden in einer solchen Situation viele Menschen im Inneren der Festung Europa zu Sabotageaktionen übergehen, dann wäre das auch nicht gerade ein Beitrag zur Wiederherstellung der Ordnung.
Wenn es keine Reisefreiheit für Flüchtlinge in Europa gibt und solange die Grenzen nur für jene offen sind, die den richtigen Pass besitzen, die richtige Sprache sprechen, die richtige Hautfarbe haben, solange ernsthaft erwogen wird, in als „sicher“ deklarierte Zonen innerhalb von Kriegsgebieten abzuschieben, darf es innerhalb der Festung Europa keine Ruhe und Ordnung geben.

Die Herrenmänner und -frauen, diese „Blut und Boden“-Hetzer und die Patrioten, eingewickelt in ihre Deutschlandfahnen mit ihren tagtäglichen Angriffen auf Flüchtlinge, deren UnterstützerInnen und alle die sich nicht in ihre Deutschwelt einfügen wollen, fordern ein Signal heraus, dass ihnen jede weitere Lust auf Übergriffe nachhaltig vergeht. Diese Kälte, dieser Hass auf Fremde, diese kühle rationale Denkweise über Nützlichkeit und Verwertung durchzieht die Geschichte von Herrschaft.

Wenn Flüchtlinge auf Demonstrationen rufen: „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!“, dann weil Ressourcenraub, Waffenexporte, koloniale Unterdrückung über Jahrhunderte hinweg, jetzt dorthin zurückwirken, wo sie ihren Ausgang nahmen und nehmen. Deutschland ist, historisch wie aktuell, an der Zerstörung der Lebensbedingungen in vielen Ländern mitverantwortlich. Es hat durch Raubbau, durch Freihandel und Ausbeutung in Billiglohnverhältnissen, durch Waffenlieferungen, durch die Kumpanei mit korrupten Autokraten, Öl- und Gas-Diktatoren, durch Export zweifelhaften Industrieschrotts und der demokratischen Herrschaftsform, durch eigennützige Entwicklungshilfe und andere fragwürdige zivilisatorische Errungenschaften andere Länder dominiert, diese an sich gebunden, abhängig gemacht, ausgesaugt, wieder fallen gelassen und zerstört. Das Land, in dem wir leben und in dem sich fast alle über die „Flüchtlinge“ als „Krise“ einig sind, ist aber nicht etwa Opfer einer Krise. Dieser Staat mit seiner Wirtschaft und allen, die ihn stützen, ist Täter und Profiteur im globalen Krieg, der immer neue Grenzen überschreitet, schnell wechselnde Fronten und Bündnisse hervorbringt und über den in den privaten und staatlichen Medien berichtet wird, als ob nichts anderes möglich wäre.

Wer zum Beispiel aus Paris nicht die Lehre zieht, jegliche Waffenproduktionen und den Handeln damit international zu ächten, wird noch mehr Waffen bauen um diese auch einzusetzen. Soziale Konflikte werden nur noch militarisiert gedacht und ausgetragen. Eine Frage der Zeit, wann die nächste Asylrechtsverschärfung die aktuelle überflügelt, die nächsten Sicherheitsgesetze die Luft zum Atmen weiter abschnüren, wann die Festung Europa rein militärisch gesichert wird, wann an den Grenzen auf Flüchtlinge auch offiziell geschossen werden darf (ge- und erschossen wurde bereits) und wann der Einsatz deutscher Bodentruppen in Kampfhandlungen alltäglich wird. Alles wird Krieg und Deutschland als einer der weltgrößten Waffenexporteure verdient daran.

„Für freies Fluten“ war die Parole militanter Gruppen im letzten Jahrhundert als Antwort auf die „Flüchtlingsflut“ (neuerdings auch gerne „-orkan“), das paranoide Bild, mit dem gegen Menschen auf der Flucht und in der Migration gehetzt und schließlich das Asylrecht durch eine große Koalition schon damals, 1992, de facto abgeschafft wurde. „Für freies Fluten“ setzen diese Menschen jetzt ohne nennenswerten Anteil militanter Gruppen in die Wirklichkeit um. Mit all den Chancen und Widersprüchen.
Wir sehen unseren Platz an der Seite derer, die in dieses Land wollen und ihr Lebensrecht einfordern: Refugees welcome! Bring your families and comrades!

Die chauvinistische Mobilmachung gegen Refugees braucht ein starkes Kontra. Es gilt den Preis und den Schaden für die menschenverachtende Politik in absehbarer Zeit so hochzutreiben, dass ein Zwang zur Kursänderung entsteht.  Wie sonst könnte die gesellschaftliche Möglichkeit eröffnet werden, dass alle Geflohenen ins Land kommen können, die hier her wollen.

Wir rufen dazu auf, alle Strukturen unkontrollierter, selbstorganisierter Bewegung und der „Willkommenskultur“ selbstbewusst auszubauen und staatliche und polizeiliche Vereinnahmungsversuche zurückzuweisen.
Wir rufen zur subversiven Unterstützung für nachfolgende Aktivitäten und Solidarität im Falle der Repression auf:
Wir rufen zur aktiven Fluchthilfe und Unterbringung illegalisierter Flüchtlinge auf.
Wir rufen zu Sabotage aller Formen von militärischer Ausrüstung und aller Produktion fürs Militär auf.
Wir rufen zum Hacken aller militärischer Kommunikationen weltweit auf.
Wir rufen dazu auf, durch gezielte Anschläge auf Nazis und deren Strukturen deren Kräfte zu binden und dadurch Flüchtlingen und deren UnterstützerInnen den Rücken freizuhalten.
Wir rufen auf zu Anschlägen auf alle Behörden, deren Zweck es ist, Menschen nach ihrer Verwendbarkeit im Kapitalismus zu sortieren und alle Überflüssigen abzuschieben.
Wir rufen allerorten auf zu Anschlägen auf Infrastruktureinrichtungen aller Art, die dazu dienen, die Normalität und Ordnung aufrecht zu erhalten, die den Zusammenhalt und das Funktionieren der Festung Europa nach innen und außen garantieren. Die Festung Europa ist in ihrer wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit zu erschüttern und zu sabotieren!

Wir werden Geflüchtete verstecken und gemeinsam neue Orte schaffen, wir werden lernen diese Orte entschieden zu verteidigen, wir werden Löcher in die Zäune schneiden – konkret und im übertragenen Sinne.

Vulkangruppe: Festung Europa sabotieren – wir schaffen das

Berlin: Farbe und Steine auf Senatsverwaltung für Integration

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Eingeschlagene Scheibe - Symbolbild

Wir haben in der Nacht von Freitag auf Samstag die Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales in der Oranienstraße mit Farbe und Steinen angegriffen. Auch diese Behörde ist mit verantwortlich für das Chaos rund ums LAGeSo, in dem Geflüchtete zum Spielball der Politik werden.

Das es staatlicherseits kein Interesse an einer menschenwürdigen Lösung im Umgang mit Geflüchteten gibt, ist offensichtlich, stattdessen werden sie gegeneinander ausgespielt und sind den Zuständen in den Massenunterkünften ausgesetzt.
Die freiwillige Hilfe, durch Klamotten und Essenspenden, wird von der Stadt dankend angenommen, auch weil so die Verantwortung abgegeben werden kann und es nicht Gefahr läuft, dass Menschen allzu offiziell an „mangelnder Hilfe“ verrecken müssen.

Jegliche Organisierungsansätze von unten die darüber hinausgehen, werden jedoch im Keim erstickt. Allzu unangenehm wurde es für den Senat, als am O-Platz die Kämpfe sichtbar und die Fragen anders gestellt wurden. Denn Geflüchtete sollen dankbar die Hand hinhalten, als handelnde Subjekte möchte man sie jedoch nicht sehen, denn dann werden auch die Konflikte deutlich, die den sozialen Frieden in diesem Land in Frage stellen würden.

Deswegen wundert es nicht, dass auf jegliche Bemühungen selbstorganisiert die Initiative zu ergreifen sofort mit dem Bullenknüppel reagiert wird.
Trotzdem begrüßen wir alle Arten von Besetzungsversuche und hoffen, dass irgendwann die Berliner Linie geknackt werden kann.
Bis dahin halten wir Sachschaden und Angriffe auf Verantwortliche für eine adäquate Antwort!

Die wichtigsten Fragen zur Flüchtlingskrise

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EU und Türkei haben sich geeinigt. Worin besteht die neue Strategie? Und was bringt sie?

Türkei und EU im Geschäft: Der türkische Premier Ahmet Davutoglu (l.) und EU-Ratspräsident Donald Tusk (r.) an der Pressekonferenz gestern in Brüssel.

Welches sind die wichtigsten Punkte des Abkommens zwischen der Türkei und der EU, um die Zahl der nach Europa reisenden Flüchtlinge zu begrenzen?
Die EU bezahlt zunächst 3 Milliarden Euro an die Türkei. Das Geld soll verwendet werden, um die «sozioökonomische» Lage der in der Türkei lebenden Flüchtlinge zu verbessern. Ausserdem verspricht die EU Visaerleichterungen für türkische Staatsbürger sowie eine Intensivierung der EU-Beitrittsverhandlungen. Laut der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» denken die europäischen Staats- und Regierungschefs ferner darüber nach, jährlich ein Kontingent von Flüchtlingen aus der Türkei einreisen zu lassen; die deutsche Zeitung nennt eine Zahl «in der Grössenordnung von 400’000 Personen». Im Gegenzug will die Türkei ihre Grenzen besser sichern, insbesondere diejenige zu Griechenland. Ausserdem sollen Schlepperbanden intensiver bekämpft werden. Es wird auch angestrebt, dass die Türkei ab Juni 2016 ein Rücknahmeabkommen umsetzt, das es der EU erlauben würde, nachweislich über die Türkei eingereiste illegale Migranten zurückzuschaffen.

Lässt sich die Ägäis überhaupt abriegeln?
Die zerklüftete, rund tausend Kilometer lange Ägäisküste mit all ihren Buchten und den zahlreichen in Küstennähe gelegenen griechischen Inseln lässt sich mit Sicherheit nicht vollständig kontrollieren. Dennoch wäre die Türkei wahrscheinlich sehr wohl in der Lage, die Zahl der Flüchtlinge in die EU zu senken – nämlich dann, wenn Migranten bereits an Land an ihrer Weiterreise gehindert und zusätzlich die Grenze zwischen der Türkei und Syrien besser kontrolliert oder geschlossen würde.

Falls die Flucht über die Ägäis schwieriger wird – gibt es Ausweichrouten?
Die Erfahrung zeigt, dass Schlepper sehr kreativ sind und in kurzer Zeit neue Routen zu erschliessen versuchen. Eine denkbare Ausweichroute wäre etwa diejenige über das Schwarze Meer nach Bulgarien oder Rumänien und dann weiter nach Mitteleuropa. Sie ist aber länger und gefährlicher als die Balkanroute. Vor kurzem haben bulgarische Grenzwächter einen afghanischen Flüchtling erschossen.

Ist die EU vor dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan eingeknickt?
Ja. Erdogan kann nun die Rolle des migrationspolitischen Schleusenwärters, die ihm dank der geografischen Rolle seines Landes zukommt, konsequent ausnutzen. Insbesondere der von der Flüchtlingskrise stark betroffenen deutschen Regierung bleibt aus pragmatischen Gründen nicht viel anderes übrig, als dem zunehmend autoritär agierenden Erdogan entgegenzukommen. Durch die Flüchtlingskrise werden die Lage der Menschenrechte in der Türkei sowie der neu entflammte Krieg der türkischen Regierung gegen die kurdische PKK aus europäischer Sicht in den Hintergrund rücken. Als ob Erdogan seine Unbekümmertheit gegenüber den sogenannten europäischen Werten demonstrieren wollte, wurden kurz vor dem Flüchtlingsgipfel zwischen der Türkei und der EU zwei Journalisten des linksliberalen türkischen Blattes «Cumhuriyet» wegen Verrat und Spionage verhaftet. Sie hatten Dokumente publiziert, die darauf hindeuten, dass der türkische Geheimdienst Waffen an islamistische Extremisten in Syrien geliefert hat.

Ist die Haltung der EU verwerflich?
Nicht verwerflicher als etwa die jahrelange Vorzugsbehandlung des früheren libyschen Diktators Muammar al-Ghadhafi, dessen Regime ebenfalls dafür sorgte, dass möglichst wenige Flüchtlinge aus Afrika auf das europäische Festland übersetzten.

Lässt sich die EU von der Türkei erpressen?
Die EU und insbesondere Deutschland haben ein vitales Interesse daran, dass die Zahl der Flüchtlinge aus dem Nahen Osten schnell sinkt. Zumindest kurzfristig sitzt Erdogan deshalb am längeren Hebel. Allerdings hat auch er ein grosses ökonomisches Interesse daran, die Beziehungen zur Europäischen Union zu normalisieren, zumal sich die Spannungen zum wichtigen Handelspartner Russland nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets dramatisch verschlechtert haben.

Wie hat die türkische Öffentlichkeit den Pakt zwischen der EU und Erdogan aufgenommen?
Laut dem TA-Korrespondenten Mike Szymanski bezeichnen regierungsnahe Zeitungen das Abkommen als Triumph für die Türkei. Bis spätestens 2020 werde die EU gezwungen sein, der Türkei die Vollmitgliedschaft «auf dem Silbertablett» zu präsentieren.

Was verändert sich nun für die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, die sich bereits in der Türkei aufhalten?
Von den 2,2 Millionen Flüchtlingen in der Türkei befinden sich rund 300’000 in Flüchtlingslagern. Die anderen versuchen, sich sonst wie durchzuschlagen, viele arbeiten illegal. Szymanski zufolge sind die Zustände in den Lagern, verglichen mit denjenigen in arabischen Ländern wie Jordanien oder dem Jemen, relativ gut. Sollte die türkische Regierung aufgrund des Abkommens den Zugang zum Arbeitsmarkt öffnen, könnte der Anreiz für die Flüchtlinge, nach Europa weiterzuziehen, durchaus nachlassen. Allerdings werden jene Flüchtlinge, die während der letzten Monate nach Deutschland, Österreich oder Schweden gelangt sind, alles daran setzen, in der Türkei verbliebene Familienangehörige nachzuholen.

(…)

Ist die Flüchtlingskrise jetzt zu Ende?
Nein, sie ist bestenfalls entschärft. Solange im Nahen Osten Krieg herrscht und das globale Reichtumsgefälle bestehen bleibt, wird der Migrationsdruck auf Europa anhalten. Ausserdem besteht der Pakt zwischen Türkei und EU vorwiegend aus Absichtserklärungen. Ob und wann sie konkret umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Gegenwärtig ist noch nicht einmal klar, woher genau die von der EU versprochenen 3 Milliarden Euro stammen sollen.