Madrid, Spanien: Revolte im CIE von Aluche

übersetzt von hurriya

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Gestern (18.10.16) Abend gegen 21.15 haben etwa 60 Menschen, die im CIE (Centros de Internamiento de Extranjeros – Zentren zur Internierung von Ausländern) von Aluche bei Madrid eingesperrt sind, angefangen zu rebellieren. 39 unter ihnen haben es geschafft, sich durchzudrängen, überdeckten die Überwachungskameras, brachen gepanzerte Türen auf und erreichten schliesslich das Dach des Gebäudes. Die Polizei hat sofort das gesamte Gebiet umstellt, um die Flucht der Inhaftierten und die Annäherung von Solidarischen zu verhindern. Die Strassen rund ums CIE wurden für die ganze Nacht gesperrt. Vor Ort intervenierten nach wenigen Minuten Einheiten der UIP (Unidades de Intervención Political, Riotcops) und der UPR (Präventions- und Eingriffseinheit).madrid1

Die rebellischen Gefangenen haben ihren Protest aber die ganze Nacht auf dem Dach des Lagers der Demokratie weitergeführt, breiteten ein Spruchband aus und skandierten Slogans wie „Freiheit“ und „Würde“. Am nächsten Morgen, nach mehr als 12 Stunden und langen Verhandlungen mit den Bullen, sind die Inhaftierten wieder ins Innere des CIE zurückgekehrt. Im Verlauf des Protests gelang es einigen Solidarischen zum Gebäude zu gelangen, um den Revoltierenden ihre Unterstützung zu zeigen. Am Tag danach wurde ebenfalls zu einer Solidaritätsversammlung im Eingangsbereich dieses CIEs aufgerufen.

Bereits am 06. Oktober flüchteten 67 Personen aus dem CIE von Sangonera la Verde bei Murcia, wovon sich immernoch 18 Personen in Freiheit befinden.
Das CIE von Madrid war im Sommer Schauplatz eines Massenausbruchs, als am 24. August 17 Gefangene ausbrechen konnten, indem sie die Gitterstäbe von einem Fenster im Bad durchsägten. Von diesen 17 konnten bis heute sieben Menschen nicht wieder gefasst werden.

Solidarität mit allen, die in den CIEs rebellieren.