Archiv der Kategorie: General

Exarchia, Athen: Der erste Monat des Squats Themistokleous 58 – ein Update

gefunden auf Contra Info

Im Januar hat das Themistokleous 58 Squat an verschiedenen Aktionen / Demonstrationen teilgenommen:

Am 16. Januar 2016 gingen wir zum ersten Mal mit einem eigenen Block von fast dreißig Leuten am Ende der Demonstration  zum Gedenken an Shahzad Luqman im Viertel Petralona gemeinsam auf die Straße. Verschiedensprachige Parolen wurden gerufen und an Wände gesprüht und auf dem Weg wurde eine Bankautomat zerstört. Nach Beendigung der Demo wurde das Schild über dem örtlichen Büro der regierenden Partgei SYRIZA abgenommen.

Am 23. Januar beteiligten wir uns an der Solidaritätsdemonstration für den migrantischen Gefangenen Sanaa Taleb, die vom Victoria-Platz, in der Innenstadt von Athen startete. Unter anderem wurden die folgenden Parolen gerufen: Gemeinsamer Kampf von Einheimischen und MigrantInnen; lasst uns die bürgerlichen Reichtümer enteignen // Solidarische Strukturen, Zellkerne des Aufstands, Krieg gegen den Krieg der Mächtigen //Alerta, Altera, Antipatriota // Hört zu, ihr elenden Patrioten: wir setzen eure nationalen Grenzen in Brand// kollektive Küchen, verbrannte Bullenautos, vielgestaltige Kämpfe für Freiheit// Die Sonderangebote sind bei weitem nicht genug; lasst uns gemeinsam enteignen // Die (nationale) Flagge sieht gut aus, nachdem sie verbrannt wurde // Freiheit für diejenigen (Frauen) in Gefängnszellen // Nationale Einheit ist eine Falle, wir, die Ausgeschlossenen haben kein Vaterland // Sanaa, bleib stark bis zur Freiheit, usw.

Am 30. Januar beteiligten wir uns mit einem Block von ungefähr 30 Personen (HausbesetzerInnen und solidarische Leute) an der Verteidigung der linken unteren Ecke des Viktoria-Platzes, um zu garantierern, dass der Platz unbehelligt von Messerstechern der Goldenen Morgendämmerung bleibt. Wir blieben von 18.00 bis 23.30 auf dem Platz. Dann verließen wir ihn, zusammen mit dem Rest der Gruppierungen / Kollektive, die zusammen den Platz verteidigten sowie der überwiegenden Mehrheit der MigrantInnen, die vor Ort waren, auf koordinierte Weise und liefen gemeinsam nach Exarchia.

Zudem sind wir mitverantwortlich für den Umzug einer Gruppe von fast fünfzig papierlosen Personen vom Viktoria-Platz nach Exarchia. Auf Eigenintiative von Leuten des Squats wurde auf das Gelände des Athener Polytechnikums eingedrungen, so dass die Menschen die Nacht dort ohne Bedrohung durch griechische Polizeischläger in Uniform oder Nazigruppen, die auf der Jagd waren, verbringen konnten. Am nächsten Morgen verließen die ungefähr 50 MigrantInnen das Polytechnikum und kehrten zum Viktoria-Platz zurück.

Am 4. Februar, unterstützten wir die Verteidigungsgruppe des Anarchistischen Schwarzen Blocks, der and der Streikdemonstration in der Innenstadt von Athen teilnahm. Wie in allen Fällen zuvor, war die Gruppe von HausbesetzerInnen und Leuten in Solidarität, die auf die Straße ging, international und multirassisch.

Am 10. Februar hängten wir ein Transparent aus Solidarität mit dem Prager Auntonomen Sozialen Zentrum Klinika auf, das vor kurzem von Faschisten angegriffen wurde.

Am 11. Februar nahm eine kleine Gruppe von uns an der Solidaritätsdemo für das Squat Vancouver Apartman teil. Sie führte ein Transparent mit der Aufschrift: “Squats sind ein Kampf für Leben“ mit sich.

Ergänzend zu den bereits genannten Aktivitäten, erklären wir unsere Solidarität mit selbstorganisierten Strukturen und Projekten, die von Repression bedroht oder in letzter Zeit vom Staat oder FaschistInnen angegriffen wurden.

So weit der Betrieb des Gebäudes selbst gesichert ist, sind die gemeinschaftlichen Nutzungsräume (Versammlungsraum & Küche im Erdgeschoss) täglich ab 08:30 geöffnet (außer an den Sonntagen, an denen die Öffnungszeit 10:00 ist). Die Türen des Squats schließen pünktlich um Mitternacht. Bis auf Weiteres ist das Haus voll und wir schaffen ein effektives selbstorganisiertes Gemeinschaftsleben. Drogen, Alkohol sowie das Rauchen sind innerhalb der Räume des besetzten Hauses nicht erlaubt. Die besonderen Vereinbarungen zwischen allen Mitwirkenden im Squat entsprechen unserem Bedarf, dass alle in unserem Projekt involvierten Menschen in einem Wohnumfeld, ungeachtet ihren Alters, frei von Prügeleien untergebracht sind. Wir weisen darauf hin, dass das Squat nicht die Anforderungen für die Unterbringung von Menschen mit ernsthaften Mobilitätsbeeinträchtigungen, psychischen Gesundheitsproblemen und Drogenabhängigkeit erfüllt. Der „Umsonstladen“ im Erdgeschoss (Gib & Nimm – Raum für den Tausch von Kleidung und anderer Gegenstände) hat täglich von 12:00 bis 20:00 geöffnet. Die offene Versammlung findet jeden Montag um 20 Uhr im Raum im Erdgeschoss statt, wo solidarische Menschen verschiedene Themen rund um das Sqauat diskutieren, sich in den verschieden Arbeitsgruppen einbringen und Ideen für die Verbesserung der Funktion des Projektes vorschlagen können.

Es folgt eine aktuelle Bedarfsliste:

Technische Belange: Farbe, Paletten/ Holzwaren, Spenden für Installationsarbeiten
Küche: Mini-Kühlschränke, Mini-Öfen, Gasflaschen zum Kochen, Gabeln, Löffel, Messer, Teller, Tassen / Gläser
Lebensmittel: Olivenöl (dringend benötigt), für die Vorratskammer (Reis, Nudeln, Hülsenfrüchte), Milch, Gemüse und Obst
Reinigungsmittel: Waschmittel, Spülmittel, Seifen, Toilettenpapier
Für den Garten: Erde, Saat, Töpfe & Untersätzer
allgemeiner Bedarf: Heizapparate, Bastelmaterial, Nähmaschine

Abschließend möchten wir allen danken, die das Projekt bisher unterstützt haben. Der Kampf geht weiter, bis zur vollständigen Zerstörung des Staates und seiner Grenzen

Themistokleous 58 Squat
th58[at]riseup.net

auf englisch und griechisch

Calais: Update der Calais 8

übersetzt von Calais Migrant Solidarity

rep60

Nachdem das Gericht in Boulogne die Freilassung der sechs Sans-Papiers, die sie zu einem Monat Haft verurteilt hatte, bekannt gab, wartete am Abend des 22. Februars bereits die Grenzpolizei beim Ausgang des Longuenesse Gefängnisses. Alle sechs wurden erneut festgenommen. Im Abschiebeknast von Coquelles warten sie nun auf ihre mutmassliche Abschiebung nach Italien oder in andere Länder.

Einer der zwei Anderen, die an diesem Morgen entlassen wurden, bekam einen OQTF (Obligation de Quitter le Territoire Français, z. Dt. Verpflichutung zum Verlassen des französischen Territoriums) ausgehändigt, da er aus dem Sudan kommt, wohin er theoretisch nicht abgeschoben werden kann.

Feuer den Knästen und Grenzen


 

Am 23. Januar kam es in Calais zu einer Demo mit etwa 2000 bis 3000 Menschen. Am Ende kam es zu einem spontanen Sturm auf das Hafengelände. Rund 1000 Menschen durchbrachen die Bullenabsperrungen. Beim Hafen gelang es etwa 50 Meschen auf die Fähre „Spirit of Britain“ zu gelangen und diese für mehrere Stunden zu besetzen.

Neben dutzenden Menschen, die im Anschluss ins CRA von Coquelles gesteckt wurden, kam es auch zur Festnahme von 8 Menschen.

Lübeck: Aktion bei CDU-Kreisgeschäftsstelle

gefunden auf chronik

169396In der Nacht von Donnerstag (18.02) zu Freitag (19.02) wurden in Lübeck an die Haustür des Gebäudes der CDU-Kreisgeschäftsstelle Farbschmierereien angebracht. Dazu bauten unbekannte eine Symbolische Grenze mit Stacheldraht auf.

Die Tatzeit kann nach ersten Ermittlungen eingegrenzt werden. Demnach haben Unbekannte in der Zeit von 1.15 Uhr bis 6.15 Uhr den Eingang des Altstadtgebäudes mit Latten versperrt. Diese Holzlatten waren mit Stacheldraht umwickelt, an dem einige Kleidungsstücke hingen.

Der gesamte Eingangsbereich war mit roter Farbe beschmiert. Wer diese Konstruktion letzte Nacht angebracht hat und welchem Zweck sie dient, steht nicht fest. Das Konstrukt wurde nach Sachverhaltsaufnahme entfernt. Ein substanzieller Sachschaden ist nach ersten Erkenntnissen nicht entstanden.

Grenze Ungarn/Serbien: Kein Zaun zu hoch, kein Stacheldraht zu viel

gefunden auf spiegel.de

Ungarns Grenze zu Serbien: Hunderte Flüchtlinge überwinden Stacheldraht

Vor dem Stacheldraht: Flüchtlinge auf der serbischen Seite der Grenze Zur Großansicht Stacheldraht hält sie nicht ab: Hunderte Flüchtlinge sind am Wochenende beim Grenzübertritt von Serbien nach Ungarn nach Angaben der Polizei festgenommen worden – ein plötzlicher Anstieg der Zahlen.

Hauptsache weiter, nach Norden, nach Westen: Die Zahl der Flüchtlinge, die Ungarns mit Stacheldraht gesicherte Grenze im Süden überwinden, ist in den vergangenen Tagen steil angestiegen. Wie die ungarische Polizei mitteilte, gab es allein zwischen vergangenem Freitag und Sonntag mehr als 500 Festnahmen wegen illegaler Grenzüberschreitung von Serbien aus. Im gesamten Monat Januar hatte es 550 Festnahmen gegeben. Vielen Ankömmlingen beispielsweise aus Marokko, Iran und Pakistan droht im Gegensatz zu syrischen Flüchtlingen die Abschiebung.

Budapest hatte den Flüchtlingszuzug unter anderem dadurch verringert, dass es Mitte September 2015 die Grenze zu Serbien und Mitte Oktober die Grenze zu Kroatien dichtmachte. Die Flüchtlinge wichen daraufhin verstärkt Richtung Slowenien aus. Ungarns rechtspopulistischer Regierungschef Viktor Orbán hat damit gedroht, auch die Grenze zu Rumänien durch einen Zaun zu schließen, sollten sich die Flüchtlinge dorthin bewegen.

Extrem angespannt ist die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze. Rund 5000 Flüchtlinge harren dort aus – ob und wann sie weiter dürfen, wissen sie nicht.

Griechenland drängt Mazedonien, die Grenzen wieder zu öffnen

Mazedonien hatte am Sonntag seine Grenzen für Migranten aus Afghanistan gesperrt. Seither dürfen nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak ins Land.

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. So kamen seit Montagmorgen über 4000 Flüchtlinge und Migranten in der griechischen Hafenstadt Piräus an. Sie waren an Bord von drei Fähren und wollten über Nordgriechenland weiter nach Mitteleuropa fahren. Eigentlich sollten Busse die Hilfesuchenden abholen, doch offenbar kam keines der Fahrzeuge – so berichten es mehrere Medien übereinstimmend. Es heißt, die Polizei wolle einen noch größeren Stau an der Grenze zu Mazedonien verhindern.

(…)

Mazedonien hat zudem mit dem Bau eines zweiten Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Griechenland begonnen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Griechenland steht in der EU seit Monaten unter Druck, weil über das Land Hunderttausende Flüchtlinge ungehindert die Balkanroute Richtung Norden nehmen konnten. Die vier Visegrád-Staaten Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei verlangen nun eine Senkung der Flüchtlingszahlen bis Mitte März. Sonst wollen sie darauf dringen, die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland abzuriegeln.

Marseille: Sprayereien beim spanischen Konsulat

übersetzt von attaque

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Im Rahmen der internationalen Mobilisierungen gegen die Grenzen veröffentlichen wir diesen kurzen Bericht in Solidarität mit den Migranten und gegen alle Grenzen.

Am 06. Februar 2014 ermordete die spanische Guardia Civil mehrere dutzend Migrant_innen, die versuchten, übers Wasser nach Spanien zu gelangen. Zum tristen Geburtstag dieses Ereignisses und dem Aufruf zu solidarischen Aktionen folgend, waren einige motiviert, ihren Dissens über die „Festung Europa“ und ihre Wut über die ganze Gewalt, die von dem mörderischen Wesen der Nationalstaaten hevorgebracht wird, auszudrücken.

Daher wurde das spanische Konsulat mit „06/02/14 SPAIN KILLS MIGRANTS“ und „KILLER“ angesprayt. Die Fassade und die Eingangstüre bekamen noch einige Farbbomben ab.

Solidarität ohne Grenzen!

Gegen die Grenzen und die Welt, die sie hervorbringen!


Am 06. Februar 2014 versuchten etwa 400 Migrant_innen, die spanische Exklave Ceuta in Marokko zu stürmen. Bei diesem Ansturm wurden mehrere Menschen, die Ceuta über das Wasser erreichen wollten, von der Guardia Civil erschossen. Um auf „europäischen Boden“ zu kommen, versuchen die Menschen immer wieder, die mit meterhohen Zäunen abgeriegelten Städte Ceuta und Melilla zu erreichen. Dabei kommt es zu schweren Verletzungen und Verfolgungen von den spanischen sowie marokkanischen Bullen. Allen Mitteln, die von den Staaten eingesetzt werden, um die Migrant_innen davon abzuhalten, nach Ceuta oder Melilla zu kommen, zum Trotz, schaffen es immer wieder Menschen, die Grenzen zu überqueren.

Knapp ein Jahr nach diesem Vorfall, als ganz Europa um die 12 Ermordeten der Satirezeitschrift Charlie Hebdo trauerte, wurde der Text „12 Tote“ verfasst, um an die Ermordeten vor Ceuta zu erinnern, um „ein weiteres Mal zu zeigen, dass jeder Staat terroristisch ist“.

12 Tote

 

Metz, Frankreich: Brand im CRA

übersetzt von brèves du désordre

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Diesen Mittwoch Abend (17.02.16) brach im Administrativknast von Metz ein Feuer aus. In zwei Gebäuden, in denen Menschen auf ihre Abschiebung warten, wurden Matratzen in Brand gesetzt. Gleichzeitig flammten auch die Gemüter auf, was zu einem kleinen Aufstand führte.

Das Feuer und der Rauch hinterliessen im CRA bedeutende Schäden. Für die ungefähr 50 Häftlinge mussten neue Plätze zur Unterbringung gefunden werden.

Zwei inhaftierte Personen mussten nach ihrem Versuch, Suizid zu begehen, in ein Spital überstellt werden.

Besançon: Zum Sturm auf die alte Welt

übersetzt von Séditions Nr. 6 – Journal anarchiste apériodique de Besançon et de ses environs

attack

Besançon: Verwüstung des Geschäftszentrums von „la City“…
In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember 2015 haben sich genervte Personen Zugang zu den Räumlichkeiten von „la City“ verschafft. Einmal im Inneren begannen sie, mehrere Büros (darunter ein Büro eines Notariats und des regionalen Komitees für Tourismus) zu verwüsten. Aber bestimmt waren es die Büros von „Grand Besançon“ – bei der der Bürgermeister der Stadt ebenfalls Präsident ist – die den Wütenden am meisten Freude bereiteten: Computerbildschirme und Kopiergeräte kaputt geschlagen, Schränke umgeworfen, Beschimpfungen an die Wände geschrieben, Abfalleimer und Flüssigkeiten fast überall umgestossen. „Grand Besançon“ ist für die alljährlichen Fahrpreiserhöhungen verantwortlich und wirkt auch bei Abschiebungen von Romas und Reisenden und der allgemeinen Verwaltung unserer Leben mit.

Belfort: Es riecht abgebrannt neben der SNCF…
In der Nacht vom 09. auf den 10. Februar 2016 wurde ein Fahrzeug der Eisenbahngesellschaft SNCF in Danjoutin (nahe Belfort) in Brand gesteckt. Bereits zehn Tage vorher ging am gleichen Ort ein Auto des Unternehmens in Flammen auf.
Für diesen Kollaborateur, der unaufhörlich seine Jagd auf Arme und Unerwünschte perfektioniert, indem er sich immer weitere menschliche und technologische Mittel beschafft, um gegen den Betrug, die Migranten, etc… zu kämpfen, kommt diese Tat wohlverdient.

Palaiseau (Essonne), Frankreich: Ausbruch und Ausbruchsversuch

übersetzt von brèves du désordre

Gefängnisausbruch-240x250Ein Mann versuchte in der Nacht vom Samstag (06.02.16) auf den Sonntag (07.02.16) aus dem CRA (centre de rétention administrative) vom Palaiseau zu entkommen. In den CRAs werden Menschen inhaftiert, die auf ihre Abschiebung warten. Er konnte vor dem Eingangsportal festgenommen werden, nachdem er den Notausgang mit einem Fusstritt geöffnet hat.

Auf die gleiche Weise konnte am vergangenen Donnerstag (04.02.16) aus dem gleichen CRA ein Mann aus Libyen mit Erfolg fliehen.

Würzburg: Farbangriff auf Gebäude der CSU

gefunden auf linksunten

Egal ob Forderungen nach Grenzzäunen, einer Obergrenze für Geflüchtete oder den Vorschlag, Strafverdächtige ohne Gerichtsverfahren abzuschieben – die CSU präsentiert sich schon seit langem offen von ihrer rassistischen Seite. Asylrechtsverschärfungen und rechtspopulistische Hetze haben sie zu verantworten, und tragen somit Mitschuld für die aktuelle, rassistische Grundstimmung. Aus diesem Grund wurde im Vorfeld des politischen Ascherdonnerstags das Bürogebäude der CSU Würzburg mit roter Farbe verschönert. Die CSU soll sich in Erinnerung rufen, dass es auch in Bayern genügend Menschen gibt, die ihre Hetze zutiefst verurteilen und dagegen Widerstand leisten.

Basel: Matthäuskirche von Asylbewerbern besetzt

gefunden auf tageswoche

Rund 30 Aktivisten besetzen derzeit die Matthäuskirche, um gegen die Migrationspolitik zu protestieren. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt lässt sie gewähren – und sieht momentan von einer Anzeige ab.

ERK Basel-Stadt: Die Gruppe «Wir bleiben» hat die Matthäuskirche im Kleinbasel am Sonntagabend in Beschlag genommen. 
 

Die Matthäuskirche wird seit Sonntagabend von rund 30 Personen besetzt. Mit der Beschlagnahmung der Kirche will die Gruppe «Wir bleiben» gegen die Schweizer Migrationspolitik protestieren. Unter den Demonstranten befinden sich auch Personen, die direkt von einer Ausschaffung bedroht sind. «In einer Situation von Zwängen und Bedrohung ist dies die beste Möglichkeit, Selbstbestimmung und Optimismus zu leben», schreibt die Gruppe auf ihrer Website.

Das Aktionskomitee erhofft sich in der Kirche «Schutz vor dem Zugriff der Polizei zu erhalten und wenigstens in diesen Fällen eine gewalttätige Ausschaffung zu verhindern». Zugleich wolle man einen sozialen Raum schaffen, der Platz für den Austausch von Migranten und Migrantinnen mit der lokalen Bevölkerung biete. Die Gruppe plant Mittagstische, Kulturabende und offene Sitzungen.

Lausanner Kirche ist seit einem Jahr besetzt

Wie Roger Thiriet, Informationsbeauftragter der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt sagt, sei man mit der Gruppe in Kontakt. Die Kirche sieht vorläufig von einer Anzeige und somit einer Räumung ab: «Die Gruppe verhält sich friedlich. Derzeit sehen wir keinen Handlungsbedarf.» Unter den Protestierenden befinden sich laut Thiriet vier abgewiesene Asylbewerber.

Das Komitee «Wir bleiben» will sich momentan nicht zur Besetzung äussern und verweist auf eine Demonstration, die am Mittwoch um 18 Uhr vor der Matthäuskirche stattfinden soll. Die Besetzung der Matthäuskirche ist kein Einzelfall: Die Kirche Saint-Laurent in Lausanne wird seit bald einem Jahr von einer Gruppe abgewiesener Asylsuchender besetzt.