Monthly Archives: September 2015

Berlin: Jobcenter in Mitte attackiert – fuck austerity

übersetzt von linksunten

In der Nach des 15. Septembers wurde das Jobcenter in Mitte mit Farbbomben attackiert.

Seit Jahren werden europäische Migrant_innen aus dem Jobcenter rausgeschmissen und erhalten kein Geld. Gestern entschied das europäische Gericht, dass dies nun offiziell „legal“ ist.

Dieser Entscheid ist Teil eines permanenten Versuchs, Arbeitslose in Deutsche und Nicht-Deutsche zu teilen.

Wir haben genug vom täglichen Terror beim Jobcenter und anderen Ämtern. Organisieren wir uns.

NO BORDERS – NO NATIONS

Solidarität bedeutet die Grenzen zu bekämpfen

übersetzt von Calais Migrant Solidarity

calais motorway demo

Inmitten des Geredes über die „humanitäre Krise“ an den europäischen Grenzen: Das Problem ist nicht der Mangel an Bettdecken, sondern die Existenz des Grenzregimes und das ihm zugrundeliegende System von Staat und Kapital. Solidarität heisst Angriff.

In den letzten Wochen sind sich tausende Menschen dem Elend bewusst geworden, das von den Grenzen verursacht wird. Nehmen wir diese Energie mit und wachsen zu einer Bewegung von Solidarität und Rebellion heran. Reissen wir die Mauern ein.

Wir glauben an Solidarität und nicht an Wohltätigkeit. Wohltätigkeit ist eine ungleiche Beziehung. Eine Person als aktive_n Geber_in, die Andere ein_e passive Nutzniesser_in. In Calais hält die Wohltätigkeit die Teilung zwischen starken, aktiven, hauptsächlich weissen Europäer_innen mit Ausweisen und schwachen, passiven, afrikanischen und asiatischen Opfern ohne Papiere am Leben. Auch wenn alles gut gemeint ist, hilft dies lediglich, die tiefen Ungleichheiten dieser Welt aus Staaten, Grenzen, Kolonialismus und kapitalistischer Ausbeutung zu zementieren.

Solidarität strebt ein gleichweriges Verhältnis an. Wir kämpfen nebeneinander. Wie es das bekannte Zitat sagt, weil „deine Befreiung an meine gebunden ist“. Die Grenzen treffen einige Menschen sicherlich viel härter als andere. Aber sie sind eine Beleidigung an uns alle und ein Teil eines Systems, das uns alle angreifft.

Das Problem in Calais wird nicht mit einer Million Bettdecken gelöst. Die Gewalt und die Misere hier ist ein direktes Resultat der Grenze. Solange der französische und britische Staat an der Nutzung von Zäunen mit Stacheldraht, Bullen, Gummiknüppel, Tränengas, Medienhass und anderen Waffen festhalten, die die Menschen von der Grenzüberquerung abhalten sollen, solange wird Leid vorhanden sein. Der einzige Weg, um dieses Problem anzugehen, ist sich gegen die Grenze aufzulehnen.

Aktionen gegen die Grenze können verschiedene Formen annehmen. Jede Person, die die Grenze überquert, untergrabt diese. Jedes Loch in den Zäunen, untergrabt die Grenze. Sich zusammen gegen Polizeigewalt zu verteidigen, hilft, die Grenze zu untergraben. Informationen und Ideen zu teilen, hilft, die Grenze zu untergraben. Rassistische Medienpropaganda herauszufordern und unsere eigenen Visionen von Solidarität und Rebellion zu verbreiten, hilft, die Grenze zu untergraben.

Die Grenze ist nicht alleine hier in Calais. Die Grenzen ziehen sich durch ganz Europa, und dies nicht nur an den Grenzübergängen, sondern bei allen Razzien, Strassensperren, Inhaftierungszentren, Aufnahmezentren, Passkontrollen bei der Arbeit oder beim Vermieter, rassistischen Übergriffen etc.. Viele Menschen fragen uns: Was können wir machen? Unsere Antwort: Bekämpf die Grenze, wo auch immer du dich befindest. Finde heraus, wo die Grenzkontrollen und Spannungspunkte in deiner Umgebung sind. Greiff ein. Hilf mit, eine Kultur der Solidarität zu schaffen, eine Welt in der Grenzen unannehmbar sind. Eine Welt, in der niemand aufgrund seiner Hautfarbe, zufälligem Geburtsland oder dem Stück Papier in der Taschen angegriffen oder blockiert wird.

Wir ermutigen alle Individuen und Gruppen die Grenze auf ihre eigene Weise anzugehen. Wir sind auch interessiert daran, ein Teil einer grösseren Koordinierung zu sein, um Massenaktionen und Demos gegen die Grenze mit Menschen aus dem Königreich und Frankreich und ganz Europa zu organisieren. Kontaktiert uns mti Vorschlägen. Und haltet euch bereit für Ankündigungen.

Winterthur: solidarischer Abendspaziergang

gefunden auf indymedia

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Heute Abend trafen sich rund 400 Personen in Winterthur um gegen das unmenschliche Migrationsregime der westeuropäischen Staaten zu demonstrieren.

Wir besammelten uns am Hauptbahnhof und zogen danach lautstark durch die Strassen Winterthurs.

Unterwegs wurden kurze Reden und Parolen gehalten, die den heuchlerischen Umgang mit der aktuellen Flüchtlingskatastrophe anklagten.

Obwohl wie angekündigt die Strassen video-überwacht wurden und die Polizei mit einem massiven Aufgebot präsent war, liessen wir uns davon nicht aufhalten, uns selbstbestimmt die Strasse zu nehmen.

No border, no nation – refugees welcome!

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Bari, Italien: Bericht über die Demo vor dem CIE (Centro di identificazione ed espulsione = Zentrum zur Identifizierung und Abschiebung) in Bari Palese

übersetzt aus dem Englischen von Act For Freedom Now, von informa-azione

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Am Nachmittag des 29. August fand in Solidarität mit denjenigen, welche in diesem CIE von Bari Palese (eines der elendsten Internierungszentren Italiens) festgehalten werden, eine Demonstration statt.

Da die Demo nicht bewilligt war, bildeten die Bullen eine Reihe, um so zu verhindern, dass sie stattfindet. Trotz allem fanden ungefähr 60 Menschen den Weg zum Gebäude, nachdem sie die Polizeireihe umgehen konnten. Die Entschlossenheit der Demonstrant_innen machte es den Antiriot-Einheiten klar, dass es besser wäre, „nicht zu weit zu gehen“.

Zugleich unterband die Polizei umgehend alle sozialen Aktivitäten mit den Inhaftierten. Trotz dem Versuch die Kommunikation zwischen drinnen und draussen zu verunmöglichen, konnten die Demonstrat_innen für ein paar Stunden die Gefangenen grüssen, welche wiederum herzlich antworteten.

Später kam es zu Durchsuchungen in den Zimmern des CIE, um Handys mit Kameras, welche verboten sind, zu beschlagnahmen. Zudem hat der Bürgermeister von Bari (Partito Democratico) dem Gebietsrat einen Vorschlag unterbreitet, welcher vorsieht, dass Asylbewerber_innen vom CARA (Zentrum für Asylsuchende) für die Reinigung und den Unterhalt der urbanen Gebiete eingesetzt werden. Eine wirkliche für-nichts Ausbeutung im Namen der sozialen Integration.

Wir werden uns weiterhin den Vorshlägen des Bürgermeister und den Einschüchterungen von Seiten der Polizei mit weiteren Tagen des Kampfes entgegenstellen, um es immer wieder zu sagen, dass Gefangenschafts- und Halbgefangenschaftszentren wie das CIE oder das CARA zerstört werden müssen.

Basel: Knastspaziergang

gefunden auf indymedia

In der Nacht vom 11. September 2015 besammelten sich etwa 20 Personen, um den (Ausschaffungs-) Knast Bässlergut in Basel zu besuchen.

In Solidarität mit den Gefangenen wurde ein Transparent („Directeur Arschloch – Politik fasciste“) aufgehängt, Feuerwerk gezündet, Parolen gerufen und ein Kameramasten sabotiert.

Verhindern wir den geplanten Erweiterungsbau Bässlergut II!
Gegen alle Knäste!

Alle auf Basel!
– Fr, 18.09, 19.00 Claraplatz: No Border, No Nation, No Conex
– Sa, 19.09, 14.00 Barfüsserplatz: No Conex – Für die soziale Revolution

Genf: Transparent für Mohamed

übersetzt von renversé

Mohamed, ein Asylsuchender aus Tunesien und Teil der No Bunkers-Bewegung, ist sei 44 Tagen im Hungerstreik. Er muss eine 6-monatige Haftstrafe für kleinere Delikte absitzen.

„Ohne Recht auf Arbeit erhalten die abgewiesenen Asylbewerber 10 CHF pro Tag als Nothilfe. Durch das Vorenthalten eines wirklichen Lohnes, sind die meisten dazu genötigt, auf die Parallelwirtschaft zurückzugreifen, um überhaupt überleben zu können.“

Wir haben gestern ein Transparent bei der Kathedrale von Genf aufgehängt.

34 Tote in der Ägäis

übersetzt von clandestina

Am Sonntag morgen kenterte nahe der Insel Pharmakoisi in der Ägäis ein Boot mit mehr als 100 Migrant_innen an Bord. 34 Menschen, darunter 15 Kinder, verloren dabei ihr Leben. Die Hafenpolizei rettete 68 Personen, 29 andere konnten bis zur Küste schwimmen.

Flensburg: Angriff auf das Dänische Konsulat

gefunden auf linksunten

Eingeschlagene Scheibe - Symbolbild

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag haben wir das Dänische Konsulat in Flensburg entglast.

Dänemark hat sich am Mittwoch von seiner besten Seite im umgang mit Flüchtlingen gezeigt. Wenn Menschen auf der Flucht nicht geholfen wir oder sie sogar gewaltsam an einem Ort zu dem sie nie wollten festgehalten werden muss es eine Reaktion geben.

Für eine Welt ohne Grenzen.

Valencia, Spanien: Vom Fluchtversuch zum Krawall

übersetzt von le chat noir émeutier

NINI

In der Nacht vom Sonntag (07. September) auf den Montag (08. September) ist ein Fluchtversuch in einen kollektiven Krawall gegen die Bullen und das Personal vom Zentrum für die Internierung von Ausländern umgeschlagen. Alles hat mit dem Fluchtversuch von fünf Migranten angefangen, die sich auf zwei Sicherheitsbeamte gestürzt haben.

Gegen 23.30 Uhr abends versuchten mehrere Sans-Papiers aus der Knasthölle und den beschissenen Bedingungen auszubrechen. Einem Migranten ist es gelungen, einem Bullen den Schlüsselbund zu entreissen und sich somit Zugang zum Dach des Knastes zu verschaffen. Eine Gruppe Migranten griff von da aus die Bullen mit Steinen und Baumästen an. Die übermässig ausgerüsteten Bullen antworteten mit Gummigeschossen. Als die Situation völlig ausser Kontrolle geriet, ruften die Bullen weitere Antiriot-Einheiten zur Verstärkung.

Im Innern des Zentrums setzten Sans-Papiers ihre Matratzen in Brand, benutzen Feuerlöscher gegen die Polizei und provozierten grossen materiellen Sachschaden. Die Feuerwehr intervenierte schnell und die Migranten wurden um ca ein Uhr morgens zurück ins Zentrum geführt. Nach Berichten der spanischen Presse hinterliess diese Revolte fünf verletzte Bullen. 54 Sans-Papiers hätten am Aufruhr teilgenommen.

Im September 2014 konnten mehrere Sans-Papiers anlässlich einer ähnlichen Revolte im gleichen Zetrum entkommen.

Solidarität in der Revolte, mit oder ohne Papiere!